Naturwissenschaften

DSH-Leiterin: „Ich bin stolz auf euch“

Karin Friedrichsen
Karin Friedrichsen Journalistin
Hadersleben/Haderslev
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Sofia Callesen, Sophie Petersen Kirchner und Ingrid Sommerlund Bjerringgaard (v. l.) ergatterten Bestplatzierung bei dem fiktiven Brückenprojekt am Haderslebener StreetDome. Hier stellen sie ihr Modell, an dem sie viele Stunden gearbeitet haben, vor. Foto: Karin Riggelsen

Naturwissenschaftswoche an der Deutschen Schule Hadersleben klang Freitag mit einem Besuchstag für Familienmitglieder und Freunde der Schule aus. Das, was die Schüler erarbeiteten, nannte Schulleiterin Maria Harbo eine stolze Leistung.

An der Deutschen Schule Hadersleben (DSH) ist in dieser Woche die Naturwissenschaftswoche (NaWI Woche 2018) durchgeführt worden. Wie berichtet, waren alle Klassen in die Projektarbeit eingebunden. Lediglich die Neuntklässler gingen ihre eigenen Wege. Die ältesten Schüler machten ihr Praktikum.

Das spektakulärste Projekt war das Designen und der Bau einer fiktiven Brücke am Haderslebener StreetDome. Bei dem Besuchstag für Familienmitglieder am Freitag wurden die sechs Bauprojekte vorgestellt und gekürt. Es war die Dreiergruppe Sophie Petersen Kirchner, Ingrid Sommerlund Bjerringgaard und Sofia Callesen, die das Rennen machte. Geleitet wurde das Projekt von Lehrerin Heike Henn-Winkels, die 15.000 Kronen von der körperschaftseigenen Einrichtung „Astra“ (Center for Læring i Natur, Teknik og Sundhed) für die Projektdurchführung gewinnen konnte.

Meer und Müll

Wie berichtet, hatte das Lehrerkollegium ein vielfältiges Unterrichtsprogramm zusammengestellt. Passend zum Motto „Die äußerste Grenze“ fand der Unterricht in klassenübergreifenden Projekten statt. Die 0. Klasse beschäftigte sich mit dem Thema Meer und Müll. Bei den Klassen 1 bis 3 war die Haut im Fokus. Die Unterstufe erlebte außerdem einen Vortrag über Schweinswale. Die Klassen 4 bis 6 beschäftigten sich mit der Nachhaltigkeit. Dabei stand der Besuch im „Økolariet“ in Vejle auf dem Programm. Es wurde außerdem ein Vortrag über das Nildelta im Stundenplan verankert. Hinter den übergeordneten Themen verbargen sich weitere, spannende Aktivitäten. So bastelten die Viert- bis Sechstklässler Müllautos aus Abfallprodukten. Gut kam auch der Ausflug in den Wald an, wo die Mittelstufenschüler unter kundiger Leitung von Lehrer Marcus Saul Pilze sammelten. Am Freitag dann wurden die geputzten Pilze zu delikaten Soße gebraten, und die Eltern und Großeltern, die am Besuchstag vorbeischauten, konnten sich die Soße zu Toastbrot schmecken lassen. In der 0. Klasse kreierten die Schüler, passend zu ihrem Thema „Meer und Müll“ am Besuchstag einen Regenbogenfisch. „Jetzt weiß ich alles über Fische. Meine Enkelin Isabella hat mir erzählt, was sie bei der Projektwoche erlebte“, strahlte Margot Ahrnkil Andersen.

Auch Mette Knudtzen und Ilse Schneider, die sich an der Kaffeebar mit einem warmen Getränk stärkten, genossen den Tag in der Einrichtung. „Es ist schön, teilzunehmen. Meine Kinder haben die ganze Woche von ihren Projekten berichtet. Nun habe ich die Möglichkeit, sie auch zu sehen und zu erleben. Vielleicht bekomme ich jetzt zu Hause eine Fußreflexzonentherapie“, hoffte Ilse Schneider. Die Schüler hatten nämlich, wie Ilse Schneider erfuhr, auch Massagetechnik gelernt und ausgeübt.

Besonders spannend war es im Musikraum, wo der Wettbewerb um das beste Brückenprojekt ausgetragen wurde. Als Schiedsrichter waren StreetDome-Leiter Morten Bennetsen und Ingenieur Allan Andersen von der Firma „ISC Consulting Engineers“ in Kolding gewonnen worden.

„Alle sind Gewinner"

„Ich bin froh und stolz auf euch und das, was ihr im Laufe einer Woche geleistet habt. Alle sind Gewinner“, lobte Schulleiterin Maria Harbo die Siebt- und Achtklässler nach der Siegerehrung. An das Lehrerteam gewandt sagte Maria Harbo, dass man nach so einem erfolgreichen Projekt auch fortan praktische Dimensionen in den Unterricht integrieren könnte. Das Schiedsrichter-Duo war auch voll des Lobes. Ingenieur Allan Andersen fand unter anderem Gefallen an der Leichtigkeit des Brückenmodells der drei Gewinner. Andersen hob aber hervor, dass auch die anderen fünf Projekte Gewinner-Potenzial haben. „Es war schwer, eine Wahl zu treffen“, gestand Andersen. Sollte die Kommuen Hadersleben – oder andere Förderer – die Idee haben, das Projekt zu verwirklichen, müsste sie, schätzte Andersen, 60 bis 70 Mio. Kronen zusammentragen.

StreetDome-Leiter Morten Bennetsen: „Fantastisch, imponierend und erstaunlich, wie alle Schüler ihre Projekte in Angriff genommen haben. Die drei Gewinnerinnen haben nicht nur bei mir gepunktet wegen ihrer sachlichen Präsentation. Ihr Projekt baut auch auf Nachhaltigkeit. Das Design ist schmuck mit der Tribüne, der langen Brücke zum Hafenbecken und den Farben, die die Farben am benachbarten Gebäude widerspiegeln“, sagte Morten Bennetsen. Bennetsen rechnet nicht damit, dass die fiktive Brücke zeitnah am Hafen gebaut wird. Das Schulprojekt spricht Bennetsen aus der Seele, denn er möchte im Hafenbecken eine künstliche Welle für Surfer bauen, um mehr Leben ins Hafenviertel zu bringen.

Und die Gewinnerinnen waren einfach nur froh: „Damit haben wir überhaupt nicht gerechnet“, so der Tenor der drei Schülerinnen, die auch sagten, dass sie viel Arbeit in das Projekt gesteckt haben. Der stellvertretende Schulleiter Piet Schwarzenberger versprach den Jugendlichen, dass man die flotten Modellbauten aufbewahren werde, um im Frühjahr 2019 an einem Innovationsprojekt des Wirtschaftsrates (HER) teilnehmen zu können. „2018 haben wir nur reingeschnuppert. Im Frühjahr 2019 werden wir selbst unsere Projekte vorstellen können“, so Schwarzenberger.

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