Stadtentwicklung

Auf einer Skateboard-Rampe in die Zukunft

Auf einer Skateboard-Rampe in die Zukunft

Auf einer Skateboard-Rampe in die Zukunft

Woyens/Vojens
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Workshop mit Bennetsen (links) und Sørensen (Mitte): Auf dem Stundenplan steht eine Skateboard-Rampe. Foto: Ute Levisen

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Es geht um Zusammenhalt und Zukunftschancen für Orte im Wandel. Beides könnte Woyens gut gebrauchen: Die alte Bahnhofsstadt ist dieser Tage Dreh- und Angelpunkt eines Stadtentwicklungsprojekts. Auftakt ist an diesem Donnerstagvormittag im Bahnhofsgebäude. „Nächster Halt“ lautet der Arbeitstitel des Vorhabens, das Wege in die Zukunft weisen soll.

„Hat jemand von euch schon mal ein Werkzeug in der Hand gehabt?“, fragt Tischlermeister Anders Sørensen die jungen Leute der Woyenser Schule, die sich an diesem Tag in der alten Post eingefunden haben. Verhaltenes Nicken.

Es geht um die Zukunft

Die erste Hürde ist somit genommen. Einiges steht den Teilnehmenden im Besonderen und Woyens im Allgemeinen noch bevor. Es geht um nichts weniger als die Zukunft der Bahnhofsstadt.

Architektin Marianne Dalbøl Pedersen (links) und Kunsthistorikerin Nynne Sanderbo Martinusen (rechts) erarbeiten mit den Jugendlichen mobile Sitzmöbel für den städtischen Raum. Foto: Ute Levisen

Handwerksmeister und Unternehmer Anders Sørensen hatte das ehemalige Postamt der Stadt vor geraumer Zeit bereits gekauft.

Zum Auftakt von „Nächster Halt“, ein Gemeinschaftsprojekt der Kommune Hadersleben und des Stadtgestaltungsgremiums „Forum Vojens“, bildet das einstige Postamt die Kulisse für einen Workshop mit Jugendlichen der örtlichen Schule. Denn, auch das haben vor allem die vergangenen Wochen wieder einmal mit aller Deutlichkeit gezeigt, es fehlt an attraktiven Freizeitangeboten für all jene, die mit Sport wenig anfangen können.

In dem ehemaligen Postamt trafen sich die Schülerinnen und Schüler der Schule zum Workshop. Foto: Ute Levisen

Woyens, wohin willst du?

„Was wollen wir mit unserer Stadt? Wie gestalten wir sie, sodass sie fit für die Zukunft ist? – Und vor allem: Wer ist dabei?“ – Es seien Fragen wie diese, so sagt Sozial-Architektin Heidi Lyng, auf die Repräsentantinnen und Repräsentanten aus Kunst, Street-Sport und Architektur Antworten finden möchten – Antworten, die Woyens Impulse geben könnten.

Anfangs waren die Schüler noch schüchtern. Unter Bennetsens und Sørensens Anleitung tauten sie langsam auf. Foto: Ute Levisen

Unterschiede zwischen Stadt und Land

Lyng begleitet das Projekt für das Beratungsunternehmen „Hele Landet“. „Das ganze Land“ hat es sich auf die Fahnen geschrieben, Dorf- und Stadtgemeinschaften, ihr soziales Gleichgewicht und Zusammenhalt zu fördern – und dies im ganzen Land, daher die Bezeichnung „Hele Landet“.

„Und im ganzen Land gibt es Unterschiede“, erläutert Heidi Lyng: „Häufig ist der Zusammenhalt in kleineren Dorfgemeinschaften größer als in der Stadt.“

Woyens hat als zweitgrößte Stadt der Kommune diesbezüglich eine große Menge an Entwicklungspotenzial.

Nächster Halt – so lautet der Arbeitstitel des Stadtgestaltungsprojekts. Foto: Ute Levisen

Ein praktischer Anfang

An diesem Donnerstag geht es darum, klein anzufangen – die Stadt aus der Perspektive Jugendlicher zu betrachten und gemeinsam praktische Lösungsansätze zu erarbeiten, die eine Rampe in die Zukunft sein könnten.

Um eine Rampe dreht sich auch alles in dem Workshop mit Morten Burgdorf Bennetsen: Der Leiter des Haderslebener Skateparks StreetDome baut eine Skateboard-Rampe mit den jungen Leuten.

Mit jungen Augen durch die Stadt

Nebenan arbeiten Architektin Marianne Dalbøl Pedersen und Kunsthistorikerin Nynne Sanderbo Martinusen in weiteren Workshops: Mobile (Sitz-)Möbel für den städtischen Raum und eine Fotoreportage, die Woyens aus Sicht der jungen Menschen widerspiegelt, stehen auf dem Lehrplan.

Unterdessen legen die jungen Männer unter Anleitung von StreetDome-Leiter Bennetsen und Tischlermeister Sørensen eifrig Hand an die Skater-Rampe.

„Zwei Stunden stehen uns dafür zur Verfügung“, sagt Bennetsen fröhlich in die Runde. „Und dann bringe ich euch das Skaten bei – in nur 20 Minuten. Garantiert!“

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