Gesetzesvorschlag

Regierung will Schwerverbrechern die Kinder wegnehmen

Regierung will Schwerverbrechern die Kinder wegnehmen

Regierung will Schwerverbrechern die Kinder wegnehmen

Kopenhagen
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Foto: Ulrik Jantzen/Ritzau-Scanpix

Wer künftig für eine schwere Straftat verurteilt wird, soll nach Ansicht der Regierung kein Recht mehr haben, seine Kinder zu sehen. Die Kinderschutz-Organisation Børns Vilkår warnt vor Verallgemeinerungen.

Es ist nicht genug, dass Schwerverbrecher, wie Mörder und Gewalttäter, ihre Gefängnisstrafe absitzen. Ihnen sollte auch verboten werden, ihre Kinder zu sehen oder sogar das Sorgerecht entzogen werden, wenn der andere Elternteil dies wünscht. So die Meinung der Regierung, die am Mittwoch einen neuen Gesetzesvorschlag präsentiert hat, der verurteilten Verbrechern den Umgang mit ihren Kindern verbieten soll.

„Die Änderung bedeutet, dass wir den Fokus weg vom Handeln der Eltern hin zum Schutz der Kinder legen“, sagt Sozialministerin Mai Mercado (Konservative) zur Zeitung Berlingske. Wer so schwere Straftaten begehe, entziehe sich selbst der Möglichkeit, ein verantwortungsbewusster Elternteil zu sein.

In besonderen Fällen

In besonderen Fällen ist es schon jetzt möglich, Häftlingen ihre Kinder vorzuenthalten. Mit dem neuen Gesetz soll dies umgedreht werden. Künftig soll es nur noch in besonderen Fällen möglich sein, seine Kinder weiterhin zu sehen.

Die Kinderschutz-Organisation Børns Vilkår sieht den Gesetzesvorschlag kritisch: „Diese Fälle müssen ganz individuell bewertet werden. Jeder ist einzigartig. Das Wichtigste bei der Beurteilung sollte immer das Wohl des Kindes sein“, so Direktor Rasmus Kjehldahl. Durch das neue Gesetz würden alle Verurteilten direkt als schlechte Eltern abgestempelt werden – doch dies könne man nicht pauschalisieren, sagt er.

Eine große politische Mehrheit auf Christiansborg spricht sich laut Berlingske für das neue Gesetz aus und will es unterstützen.

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