Verkehrspolitik

Doppelgleis ab Pattburg: Frage an Transportminister

Doppelgleis ab Pattburg: Frage an Transportminister

Doppelgleis ab Pattburg: Frage an Transportminister

Kopenhagen
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Am Südende des Bahnhofs Tingleff wurde die elektrische Oberleitung für ein zweites Gleis nach Pattburg vor über 20 Jahren installiert. Doch seitdem ist das Projekt nicht vorwärtsgekommen. Foto: Volker Heesch

Die Bahn war einmal zwischen Pattburg und Tingleff zweispurig, das sollte sie auch wieder werden, nur ist bislang nichts geschehen. Am Mittwoch muss nun der Transportminister seine Meinung zu diesem Thema äußern, das seinen Anfang 1938 nahm.

Da die Frage an den Transportminister Benny Engelbrecht (Sozialdemokraten) nur einen Satz lang sein darf, hat Nils Sjøberg, Folketingsabgeordneter der Radikalen Venstre, einiges an Informationen hineingepackt. Die Frage lautet:

„Ist der Minister der Meinung, dass der Bahnverkehr in Südjütland heute so gering ist wie im Jahr 1938, als die dänische Regierung beschloss, das Doppelgleis zwischen Tingleff und Pattburg zu entfernen, um eine mögliche Besetzung Dänemarks zu erschweren, jedoch mit der Möglichkeit einer schnellen Wiedererrichtung?"

Stellen wird sie Sjøberg am Mittwoch im Folketing, und er ist auf die Antwort des Ministers gespannt; er sagt aber auch: „Egal wie sie ausfällt, ich werde in der Sache weitermachen.“

Die Strecke verläuft auf knapp 12 Kilometern zwischen Pattburg und Tingleff seit 1938 eingleisig, vorher war sie dort zweigleisig – wie sie es südlich und nördlich war und ist, bis weit über die Grenzen Dänemarks hinweg. Obwohl vor mehr als 20 Jahren im Zuge des Baus der Brücke über den Großen Belt beschlossen wurde, die Strecke wieder zweigleisig auszubauen, ist bislang nichts passiert.

Sjøberg will, dass dieses Projekt nun in Angriff genommen wird. Er führt unter anderem folgende Punkte an:

  • Wenn Dänemark seinen Kohlendioxid-Ausstoß verringern wolle, müsse mehr Schwerlastverkehr auf die Schiene.
  • Ein Doppelgleis würde durch mehr Züge das Pendeln vereinfachen.
  • Der Ausbau käme dem Standort Dänemark zugute, wie es Sjøberg zufolge auch der Branchenverband Dansk Industri fordert.

Das notwendige Baugelände sei nicht in privater Hand, der Bau werde von der EU bezuschusst, so Sjøberg, und es müsse keine Enteignungsverfahren geben, ein Bau würde also vergleichsweise zügig vonstattengehen. Sjøberg glaubt, dass die EU-Förderung bei etwa 75 Millionen Kronen liegt. Diese Summe überwies die EU an Dänemark für den Bau des Doppelgleises Vamdrup-Vojens, das im Jahr 2015 fertiggestellt wurde. Die Strecke ist 20 Kilometer lang und kostete 675 Millionen Kronen.

Zurzeit wird der Bahnverkehr auf der Strecke Rødby-Puttgarden über Pattburg umgeleitet. Der Transportminister hatte bereits erklärt, dass in dieser Phase Bauarbeiten bei Pattburg nicht infrage kommen.

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