Deutsche Minderheit

Hauptvorsitzender infiziert: Gespräch im Parlament verschoben

Hauptvorsitzender infiziert: Gespräch im Parlament verschoben

BDN-Chef infiziert: Gespräch im Parlament verschoben

Apenrade/Kopenhagen
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Hinrich Jürgensen ist an Corona erkrankt, ein Sondierungsgespräch in Kopenhagen, für Mittwoch geplant, musste verschoben werden. Foto: Bund Deutscher Nordschleswiger

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Für Hinrich Jürgensen ist es an der Zeit, sich im dänischen Parlament über das Grenzland zu unterhalten und Probleme zu lösen. Ein erstes Sondierungsgespräch im Vorfeld einer größeren Grenzland-Konferenz musste nun abgesagt werden. Der BDN-Hauptvorsitzende hat sich mit dem Coronavirus infiziert.

Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), Harro Hallmann, BDN-Kommunikationschef und Sekretariatsleiter in Kopenhagen, sowie Uwe Jessen, BDN-Generalsekretär, hätten am Mittwoch einen Termin im Folketing gehabt, doch Corona kam dazwischen.

Bei der Inzidenz sei die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung groß, meint Hinrich Jürgensen. Nun hat es ihn erwischt, und das Treffen ist auf den 2. März verschoben.

Der Hauptvorsitzende hat sich zu Hause abgesondert. „Es geht mir gut“, so Jürgensen, der aber doch mit Halsschmerzen, Schüttelfrost und Fieber zu kämpfen hat. Am Telefon erzählt er dem „Nordschleswiger“, warum die drei Repräsentanten nach Kopenhagen hätten fahren sollen.

Barrieren im Grenzland

Anlässlich des 100. Jahrestages der Wiederangliederung Nordschleswigs an Dänemark – in Dänemark als Genforening gefeiert – fand im Herbst vergangenen Jahres eine Konferenz im Parlament in Kopenhagen statt – wegen Corona um ein Jahr verschoben, wie viele andere Feste zu diesem Anlass verschoben wurden oder ausfielen.

Auf der Veranstaltung im Herbst hatte Hinrich Jürgensen nach eigenen Worten auf die Grenzbarrieren hingewiesen, die in Folge der Corona-Restriktionen das Leben der Grenzlandbewohnerinnen und -bewohner erschwerten.

Jürgensen: „Über den Köpfen der Menschen hinweg“

„Es ist verständlich, dass Maßnahmen ergriffen wurden, nur geschah dies über die Köpfe der Menschen im Grenzland hinweg“, moniert Jürgensen. Nach und nach sei die Situation besser geworden, ­ auch weil die Minderheiten im Grenzland auf die Schwierigkeiten hingewiesen hätten. Aber nicht nur Corona führt in den Augen des Hauptvorsitzenden zu Hindernissen im deutsch-dänischen Grenzland.

„2006 gab es die letzte Konferenz, in der es um Hindernisse in unserem Grenzland ging“, so Jürgensen. Seitdem haben neue Regierungen immer wieder neue Gesetze erlassen – und nicht alle blieben ohne Folgen für das Grenzland.

BDN-Hauptvorsitzender: „Über die Dinge reden“

„Es ist an der Zeit, dass wir über die Dinge reden, die verbessert werden können“, sagt Jürgensen und führt aus: „Unsere Idee ist, eine solche Konferenz erneut auf die Beine zu stellen – in Kopenhagen, im Folketing.“ Die Idee dahinter: Da Regierungen wechseln, sei es besser, die Konferenz im Parlament selbst anzusiedeln.

Geplant war nun ein Treffen mit dem Folketingsvorsitzenden Henrik Dam Kristensen (Soz.) und mit Bertel Haarder (Venstre), ehemaliger Minister und derzeit Vorsitzender des Nordischen Rates, um zunächst den Rahmen einer solchen politischen Veranstaltung abzustecken. Angedacht sind mehrere Gremien, die sich im Laufe der Konferenz mit Grenzland-Problemen und deren Lösungen beschäftigen sollen – als Vorbild nennt Jürgensen den Nordischen Rat.

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