Radeln

Das zweifelhafte Schicksal der Apenrader Citybikes

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Drei Citybikes lehnen verlassen an einem Zaun am Mellemvej in Apenrade. Den Benutzern war das 20-Kronen-Pfand wohl zu gering, als dass sie sich die Mühe machten, die letzten 300 Meter zum Depot beim Busbahnhof zurückzulegen. Foto: Paul Sehstedt

Geliehen, beschädigt und abgestellt: von den einst 50 Stadtfahrrädern der Kommune sind noch 30 übrig.

„Viele unserer Citybikes werden mutwillig beschädigt“, stöhnt Finn Feddersen, Leiter von KIS in Feldstedt. „Das ist ärgerlich und hat unseren Gesamtbestand von anfangs 50 Fahrrädern auf etwa 30 reduziert“, erklärt er auf Anfrage des Nordschleswigers, wie das kostenlose Angebot angenommen wird. KIS, die interne Serviceeinheit der Kommune, ist für Betrieb und Instandhaltung der kostenlosen Stadtfahrräder verantwortlich.

„Die Fahrräder werden erfreulicherweise viel genutzt, aber nicht alle Benutzer liefern sie wieder an einem der zwei Depots ab“, seufzt Feddersen. „Doch dank eines kleinen Chips, der sehr gut versteckt ist, können wir die ‚verlorenen‘ Räder wiederfinden. Die Sender schicken regelmäßig ein Signal aus, das Empfänger, die in Postautos angebracht sind, registrieren und dann an uns weiterleiten“, verrät der Herr der Citybikes. Das funktioniert aber nur, wenn Postautos an den verlassenen Fahrrädern vorbeikommen und auch nur innerhalb der Kommune.

Laxer Umgang

Die ersten 20 Citybikes kamen gebraucht 2014 nach Apenrade, und später wurden 30 neue hinzugekauft. Touristen und eigentlich alle Bürger können sich die Fahrräder kostenlos leihen: Das eine Depot befindet sich neben dem Busbahnhof, das zweite neben dem Restaurant „Under Sejlet“ am Süderstrand. Wie beim Einkaufswagen von Supermärkten muss eine 20-Kronen-Münze in ein Schloss gesteckt werden, um eine Kette zu lösen. Anschließend kann geradelt werden. Nach der Benutzung sollte das Rad wieder abgeliefert werden. Wird die Kette wieder ins Schloss gedrückt, wird die Münze herausgeschoben.

„Manche Benutzer schätzen den Wert der Münze nicht und lassen das Fahrrad irgendwo stehen oder liegen“, bedauert der KIS-Leiter den laxen Umfang mit den Citybikes. „Besonders ärgerlich ist, wenn die Radler ihre Wut oder ihren Ärger an den Bikes auslassen und sie mutwillig beschädigen. Das kommt leider sehr oft vor.“

Im Laufe der Jahre ist nur ein einziges Fahrrad spurlos verschwunden, während zwei auf dem Marktplatz in Hadersleben gefunden wurden. „Die Kollegen aus Hadersleben riefen uns an, und wir rückten natürlich aus, um die Citybikes zurückzuholen“, berichtet Finn Feddersen.

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