50 Jahre Feuerwehrmann

Ein simples Dankeschön ist mehr wert

Ein simples Dankeschön ist mehr wert

Ein simples Dankeschön ist mehr wert

Loit/Løjt
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Ib Ravn ist seit 50 Jahren freiwilliger Feuerwehrmann in Loit. Foto: Paul Sehstedt

Mehr Eigeninitiative und weniger Bürokratie wünscht sich Ib Ravn für die freiwilligen Feuerwehrleute. Er ist seit 50 Jahren für die Wehr in Loit im Einsatz.

„Als ich bei der Feuerwehr anfing, alarmierte ich mit dem Signalhorn die Kollegen“, erinnert sich der 73-jährige Ib Ravn an seine Anfangsjahre bei der Freiwilligen Feuerwehr in Loit. „Die neu aufgestellte Sirene konnten viele nicht hören; also griffen wir auf das alte Horn zurück“, setzt der schlaksige Rentner fort und deutet auf das schlichte graue Instrument auf dem Stubentisch.

Schon seit über 50 Jahren stellt Ib Ravn sich in den freiwilligen Dienst und soll dafür mit einer königlichen Medaille ausgezeichnet werden. „Bekommen habe ich sie noch nicht“, stellt er fest. „Eigentlich würden mir ein simples Dankeschön und ein Händedruck genügen, denn ich bin nicht so sehr für Orden und Paraden“, fügt er hinzu.

Ein Mann mit Meinungen

„Der ehrenamtliche Einsatz ist wichtig für unsere Gemeinschaft“, meint der Jubilar, „aber mit den Jahren haben die Schreibtischgeneräle mehr und mehr das Sagen übernommen, und das hemmt die Eigeninitiative bei den Einsätzen vor Ort. Oft können wir sehen, wo angepackt werden soll. Trotzdem muss irgendjemand erst ein Stück Papier durchlesen.“

Er ist mit Leib und Seele Feuerwehrmann und beileibe nicht mit allen übergeordneten Entscheidungen einverstanden. „Ungerecht ist auch, dass die Bürokraten von uns Freiwilligen das gleiche Einsatztempo verlangen wie von den professionellen Rettern“, erklärt er. „Fünf Minuten, nachdem der Pieper uns alarmiert hat, müssen wir ausrücken. Neuerdings muss ich bei Alarm erst mein Smartphone finden, eine App heraussuchen, um mitzuteilen, dass ich komme. Das dauert und in derselben Zeit bin ich an der Feuerwache“, ärgert sich der 73-Jährige.

„Zahlreiche Kollegen haben wegen der zunehmenden Bürokratie den Dienst quittiert“, sagt der altgediente Feuerwehrmann. „Ich bin schon öfters wegen meiner unverhohlenen Kritik gerügt worden.“

An das Bestreben der „Kopenhagener“ (so O-Ton Ravn), die freiwilligen Feuerwehren aufzulösen, denkt er noch heute mit Schrecken zurück. Damals hatte die Loiter Wehr nur ein Fahrzeug und auch die Ausrüstung war bescheiden. Doch dann kam der Umschwung, und heute stehen drei Fahrzeuge und alle erdenklichen technischen Hilfsmittel zur Verfügung. Zusammen mit den Kollegen aus Barsmark, die über ein eigenes Löschfahrzeug verfügen, stehen 26 aktive Feuerwehrleute rund um die Uhr bereit, wenn der Alarm ertönt.

Das Ravnsche Feuerwehr-Gen

Die Hilfsbereitschaft hat Ravn seinem Sohn Kent und dem 20-jährigen Enkel Tobias Christensen vererbt. Beide sind aktive Feuerwehrmänner; Kent ist der Hauptmann der Wehr.

„Wir tun etwas für die Dorfgemeinschaft“, lobt Ib den Einsatz der Freiwilligen Feuerwehr. „In Dänemark waren wir die Ersten, die an die Bürger, besonders die älteren, kostenfrei Rauchmelder verteilten. Über 1.000 Geräte haben wir ausgehändigt. Im Rahmen einer Serviceabsprache kontrollieren wir jährlich im Februar rund 100 Melder und tauschen gegebenenfalls die Batterie aus. Das kostet 50 Kronen.“ Zwei Versicherungsgesellschaften und eine Stiftung unterstützen die Initiative finanziell.

Ib Ravn ist seit einiger Zeit auch Dorfhausmeister (landsbypedel), und so kann er noch mehr für die Dorfgemeinschaft freiwillig leisten. „Wir müssen etwas für unsere Nachfahren tun“, schließt der ehemalige Mechaniker und Fahrzeugsachverständige ab.

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