Wahlveranstaltung

Politisches Kaffeekränzchen soll Aufmerksamkeit schaffen

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Auch wenn Wahlpropaganda am Tisch beim Kaffeekränzchen in der Bibliothek nicht erlaubt ist, so können sich die Bäckerinnen von den Kuchenkreationen beim Wahlauftakt der Schleswigschen Partei vor gut einem Monat inspirieren lassen. Foto: Karin Riggelsen

Die völlig andere Wahlveranstaltung: Kandidatinnen aus der Kommune Apenrade ziehen an einem Strang.

Warum ist nur jeder vierte Kommunalpolitiker weiblichen Geschlechts? Momentan sind nur 27 Prozent der dänischen Kommunalräte Frauen. In Apenrade liegt die Quote aktuell bei 22,5 Prozent. Es steht zu befürchten, dass es nach dem Jahreswechsel nicht viel anders aussieht. Unter den 126 Kandidaten bei den Kommunalwahlen in Apenrade sind gerade einmal 36 Frauen.

Einen Großteil der weiblichen Kandidaten (fast) aller Parteien können die Wähler – Frauen und Männer – am kommenden Freitag bei einer etwas anderen Wahlveranstaltung in der dänischen Bibliothek in Apenrade kennenlernen und zwar ganz gemütlich bei Kaffee und Kuchen zwischen 15 bis 17 Uhr. Die Kandidatinnen werden für die Veranstaltung selbst den Kuchen backen – bewusst um das Klischee zu bedienen. Sie verzichten genauso bewusst auf Wahlgimmicks. Luftballons und Ähnliches werden maximal ausgelegt, aber nicht verteilt. Die Frauen wollen ihre Argumente sprechen lassen und wollen mit den Teilnehmern sprechen.

Das politische Kaffeekränzchen ist übrigens auf Initiative der Schleswigschen Partei entstanden. Und zwar hatte ein Mann die Idee dafür. Harro Hallmann, Kommununikationschef des Bundes Deutscher Nordschleswiger, hatte sich von einem Kommentar von der Apenrader Sozialdemokratin Signe Bekker Dhiman inspirieren lassen, die sich auch ihre Gedanken gemacht hatte, warum so wenige Frauen und vor allem so wenige jüngere Frauen mit Kindern in der Politik zu finden sind. Der Zeitfaktor spielt da eine ganz gewichtige Rolle. Kommunalpolitik nimmt nämlich viel Zeit in Anspruch.
Bei der Wahlveranstaltung am Freitag werden 20 der 36 Kandidatinnen anwesend sein. Nur eine einzige Partei ist nicht vertreten.

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