Sauberes Apenrade

Pflücken statt bücken

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Foto: dpa

Ausgerüstet mit großen Plastiksäcken, Arbeitshandschuhen und Greifzangen, beteiligte sich eine Gruppe des Nordschleswigers, bestehend aus Mitarbeitern, Angehörigen und Freunden an der landesweiten „Ren-Dag“-Aktion vom dänischen Naturschutzbund und den Kommunen.

Ausgerüstet mit großen Plastiksäcken, Arbeitshandschuhen und Greifzangen, beteiligte sich eine Gruppe des Nordschleswigers, bestehend aus Mitarbeitern, Angehörigen und Freunden an der landesweiten „Ren-Dag“-Aktion vom dänischen Naturschutzbund und den Kommunen.

Wir hatten uns für den Bereich Sønderskovvej, Røllum Skovvej und vor allem für das Teilstück hinter dem Autobahnrastplatz Arsleben entschieden – eine gute Wahl, wie sich herausstellte. Die Müllsäcke füllten sich zusehends.

Einige Spaziergänger hatten sich die Mühe gemacht, Getränkedosen, die sie am Wegesrand gefunden hatten, in die Äste der Sträucher zu hängen, so mussten wir uns gar nicht bücken, sondern konnten die Aludosen einfach „pflücken“. Die meisten Dosen mussten allerdings mühsam aus Straßengräben und pieksenden Brombeer- und Hagebuttensträuchern herausgeholt werden. Im Vorteil war, wer entweder vom Hausmeister oder von der alten Mutter eine Greifzange ausgeliehen oder für teures Geld eine im Baumarkt gekauft hatte.

Neben Bierdosen landeten Unmengen Glasflaschen, Papier- und Plastikabfälle in unseren Säcken. Anfangs versuchten wir noch während des Sammelns, den Müll zu sortieren. Das Vorhaben wurde jedoch bald aufgegeben. Alles wurde in einen Sack gesteckt und erst anschließend sortiert. Da war der anfängliche Ekel nämlich auch schon verflogen…

Als taktisch klug erwies es sich, dass wir das Teilstück hinter dem Autobahnrastplatz zuletzt auf unserem „Arbeitszettel“ hatten. Wären wir zu Beginn unserer Tour auf den benutzten Damenslip, auf die sogenannten Trucker-Colas (mit Urin gefüllte Plastik- oder Glasflaschen) oder auch auf die menschlichen Exkremente gestoßen, hätten sich unsere Mägen sicherlich umgedreht. Am Ende unserer Tour allerdings waren wir schon härter im Nehmen und entfernten zumindest die zum Abputzen benutzten Feuchttücher. Die wurden allerdings in den mitgeführten kleineren Müllbeuteln gesammelt und anschließend fest verknotet. Die Exkremente an sich ließen wir natürlich dort. Sie vergehen. Allerdings mag es verwundern, dass es offensichtlich angenehmer zu sein scheint, durch das Gestrüpp zu gehen, wo Haufen neben Haufen liegt, statt den öffentlichen Abort des Rastplatzes zu nutzen…

Der Tag wurde mit einem gemeinsamen Frühstück eingeleitet. Einen Großteil der Kosten für Teams in der Kommune Apenrade übernahm die hiesige Versorgungsgesellschaft Arwos, die auch die Müllsäcke zur Verfügung stellte.

Die Frage, ob es überhaupt Aufgabe von Ehrenamtlern sein müsse, den Dreck anderer Leute aus der Natur zu entfernen, stellte sich den Teilnehmern nicht wirklich. Die gut gefüllten Müllsäcke verliehen ein gutes Gewissen und: Es hat sogar Spaß gemacht!

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