Bildung

Kalöer Volkshochschultage überschreiten vielerlei Grenzen

Kalöer Volkshochschultage überschreiten vielerlei Grenzen

Kalöer Volkshochschultage überschreiten vielerlei Grenzen

Kalö/Kalvø
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Einige Veranstaltungen im Rahmen der Kalöer Volkshochschultage finden erstmals auf dem Knivsberg statt. Foto: Denise Dörries

Die ersten Veranstaltungen im Rahmen des fünftägigen Angebots finden erstmals auf dem Knivsberg statt. Organisator Claus Helsbøl bedauert, dass nicht die gesamte Veranstaltung in der Bildungsstätte der Minderheit durchgeführt werden kann.

Es liegt fast auf der Hand, dass sich die Kalöer Volkshochschultage (dän. Kalvø Højskoledage) thematisch mit dem Jubiläumsjahr 2020 beschäftigen würden. So hat der Vorstand die fünftägige Veranstaltung denn auch unter das Thema „Grenzen“ (dän. Grænser) gestellt.

„Es wird aber nicht nur um die Landesgrenze zwischen Dänemark und Deutschland gehen“, unterstreicht Claus Helsbøl, der die Volkshochschultage vor fünf Jahren ins Leben gerufen hat und seitdem gemeinsam mit einigen ähnlich „verrückten“ Menschen in dem Kalöer Kulturverein „Hugin“ mit wachsendem Erfolg die Veranstaltung durchführt.

Das Badehotel steht auch in diesem Jahr nicht als Austragungsort zur Verfügung. Foto: Denise Dörries

Zur Person

Claus Helsbøl hat 17 Jahre als Inselpastor auf Röm/Rømø gewirkt und ging vor fünf Jahren vorzeitig in Rente. Nicht zuletzt seiner inzwischen verstorbenen Frau Inga zuliebe, die von der Halbinsel Loit/Løjt stammte, zogen die Eheleute bereits 2014 von der nordschleswigschen Westküste an die Ostküste und fanden auf Kalö ein geeignetes Häuschen.

Aber nur die Hände in den Schoß legen, ist offensichtlich nicht sein Ding. Er gründete den Kalöer Kulturverein „Hugin“, dessen Vorsitzender er ist. Der Kulturverein ist Ausrichter der Volkshochschultage.

Volkshochschultage „ausgelagert“

Die Veranstaltung findet vom 17. bis einschließlich 21. August statt. Weil das Badehotel von Kalö ohne Pächter ist und auch das Versammlungshaus in Gjenner/Genner, wo die Volkshochschultage im vergangenen Jahr stattfanden, wegen der Corona-Einschränkungen keine Option ist, mussten die Hochschultage in diesem Jahr ausgelagert werden.

Auf der Suche nach einem Veranstaltungsort, der auch in Zeiten von Corona groß genug ist, stieß Helsbøl auf die Bildungsstätte der deutschen Minderheit auf dem Knivsberg/Knivsbjerg.

Als er einem Bekannten in Gjenner/Genner von seiner Idee erzählte, meinte dieser: „Ich setze meine Füße nicht auf den Knivsberg!“

„Es geht auch um die Grenzen in uns“, sagt Helsbøl mit gewissem Augenzwinkern.

Veranstaltungsort mit zusätzlicher Dimension

Dieser Widerstand hat Claus Helsbøl, der bis vor fünf Jahren auf Röm/Rømø als Inselpastor gewirkt hat, erst richtig animiert, an seiner Idee festzuhalten.

Zumal er sich auf dem Knivsberg und in den Gesprächen mit unter anderem Lasse Tästensen überzeugt hat, dass das Gebäude glänzend für die geplanten Hochschultage geeignet ist.

„Es ist schade, dass wir nicht die ganze Zeit dortbleiben können, gerade weil die Bedingungen auf dem Knivsberg ideal sind, aber nun werden wir drei Veranstaltungstage im Kirchenhaus von Hoptrup durchführen“, sagt Helsbøl, der diesen Kontrast allerdings auch sehr spannend findet.

Das Programmheft der Volkshochschultage ist mit interessanten Programmpunkten gespickt. Foto: Anke Haagensen

Vielfältiges Programm

An den fünf Volkshochschultagen werden den Teilnehmern Vorträge, Diskussionsveranstaltungen und auch ein Konzert zu völlig unterschiedlichen Themen aus Geschichte, Religion, Kunst, Politik, Kultur und Musik geboten.

Da ein Teil der Veranstaltung auf dem Knivsberg stattfindet, wird natürlich auch die deutsche Minderheit ein zentrales Thema der Volkshochschultage sein. Lasse Tästensen vom Deutschen Jugendverband für Nordschleswig wird über den Knivsberg früher und heute berichten.

Hinrich Jürgensen wird gemeinsam mit seiner südschleswigschen Amtskollegin Gitte Hougaard Werner über die Herausforderungen der beiden Minderheiten berichten. Foto: Karin Riggelsen

Hinrich Jürgensen als Referent

Die beiden Vorsitzenden der Minderheiten nördlich und südlich der Grenze, Hinrich Jürgensen und Gitte Hougaard Werner, werden zu den Herausforderungen der Minderheiten im Grenzland Stellung beziehen. Bei einer Podiumsdiskussion über die Wünsche für das Grenzland im Allgemeinen wird „Nordschleswiger“-Chefredakteur Gwyn Nissen neben vielen anderen mitdebattieren.

Die genaue Programmfolge ist der Homepage www.hojskoledage.dk zu entnehmen. Über diese Homepage erfolgt auch die Anmeldung. Die Teilnahme an allen fünf Tagen kostet 1.500 Kronen inklusive Verpflegung. Es können jedoch auch Einzeltage gebucht werden.

Die Volkshochschultage und ihre Themen:

2016: At være på vej (Auf dem Weg sein)
2017: Tråden (Der Faden)
2018: At sætte spor (Spuren hinterlassen)
2019: Mellem himmel og hav (Zwischen Himmel und Meer)
2020: Grænser (Grenzen)

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Leitartikel

Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
„Generation Corona: Jetzt ist nicht die Zeit für noch mehr Effizienz“