Grenzüberschreitende Versorgungsprobleme

Kabelbruch in Apenrade – Licht aus in Flensburg

dodo/shz.de
Apenrade/Flensburg
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Ein Fehler im Ensted-Umspannwerk hat den Stromausfall in Flensburg verursacht. Foto: Paul Sehstedt

Ein mutmaßlich defektes Kabel in Enstedt bei Apenrade hat dafür gesorgt, dass große Teile Flensburgs am Mittwochmorgen im Dunkeln saßen. In Dänemark selbst gab es keine Stromausfälle. Netzbetreiber Energinet untersucht das Problem.

In Flensburg und Glücksburg ist es am Mittwochmorgen zu einem längeren Stromausfall gekommen – verursacht durch einen Netzfehler in Dänemark. Der staatliche Netzbetreiber Energinet berichtet auf Anfrage von einem Kabelbruch im Umspannwerk in Enstedt bei Apenrade, konnte allerdings noch keinen genauen Grund für den Fehler nennen. „Es muss ein Fehler in der Kabelverbindung sein. Wir haben heute Morgen das Umspannwerk überprüft, dort war nichts zu finden. Unsere Leute sind derzeit im Einsatz und untersuchen die gesamte Hochspannungsleitung vom Endstedt-Werk in Richtung Deutschland“, so Bent Myllerup, technischer Mitarbeiter bei Energinet zu Nordschleswiger.dk

Foto: Paul Sehstedt

Seit 6.30 Uhr Dunkelheit

Der Strom in Flensburg war seit etwa 06.30 Uhr großflächig ausgefallen. Ab etwa 9.15 Uhr wurden die ersten Stadtteile nach und nach wieder an die Stromversorgung angeschlossen.

Die Flensburger Stadtwerke berichten in einer Pressemitteilung, dass der Grund für den großflächigen Stromausfall nach dem jetzigen Stand ein Ausfall der 150.000 Volt-Leitung nach Dänemark gewesen sei. Da die Stadtwerke Flensburg mit dem dänischen Stromnetz verbunden sind, haben Probleme dort auch Auswirkungen auf die Flensburger Versorgung. Als Folge des Leitungsausfalls nach Dänemark wurde eine für solche Fälle vorgesehene Schutzeinrichtung ausgelöst und im Flensburger Kraftwerk eine Anlage für die Stromversorgung heruntergefahren. Gleichzeitig trennten die Stadtwerke ihr Stromnetz von den Stromnetzen und versorgten Teile in Flensburg ausschließlich im Inselbetrieb – das heißt, das Kraftwerk versorgte die Stadt allein mit Strom.

Da aber eine Anlage ausgefallen war, reichte die Kapazität der verbleibenden Kessel nicht aus, um das Flensburger Netzgebiet vollständig mit Strom zu versorgen.

Neue Leitung nach Dänemark

Ein Versuch, Strom aus Dänemark über eine andere 60.000 Volt-Leitung zu beziehen, um den Flensburg Bedarf zu decken, war aufgrund des zu hohen Frequenzunterschiedes zwischen dänischem und Flensburger Netz zuerst nicht erfolgreich.

Erst nachdem die Stadtwerke ihr Netz manuell so einstellten, dass das dänische Netz und das Flensburger Netz nahezu die gleiche Frequenz hatten, konnte die Verbindung mit der dänischen 60.000 Volt-Leitung erneut gestartet werden.

Der Stromausfall begann einem Sprecher der Stadtwerke zufolge bereits um 6 Uhr morgens und weitete sich dann über die verschiedenen Teile der Stadt aus. Offenbar ist nicht nur die Stadt selbst, sondern auch das Umland vom Stromausfall betroffen gewesen. Auch aus Harrislee Probleme gemeldet.

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