Karriere

Ein Golfspieler im Fußballstadion

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Der Apenrader René Aagaard Andersen verkauft Flüssigdünger für Golfplätze und Fußballarenen. Foto: Karin Riggelsen

Ein Golfspieler im Weser-Stadion? Das Bild mag auf den ersten und womöglich auch auf den zweiten Blick nicht stimmen. Nichtsdestotrotz stimmt es im Fall von René Aagaard Andersen. Der Apenrader ist mehr als nur ein passionierter Golfspieler.

Ein Golfspieler im Weser-Stadion? Das Bild mag auf den ersten und womöglich auch auf den zweiten Blick nicht stimmen. Nichtsdestotrotz stimmt es im Fall von René Aagaard Andersen. Der Apenrader ist mehr als nur ein passionierter Golfspieler.

Er hat den Apenrader Golfklub mitbegründet, hat auch bei der Gestaltung des Golfplatzes in Loit sein Know-how eingebracht und hat auch schon an der Einrichtung der Golfbahn auf der Insel Röm mitgewirkt. Der Mann spielt also nicht nur hervorragend Golf, sondern weiß auch vieles über die Pflege eines Golfplatzes. Sein Wissen über die Pflege von Abschlagspunkten, Greens, Fairways und Roughs kann er neuerdings auch in Fußballstadien anwenden.

Seine Passion und sein Knowhow fürs und übers Golfen hat er schon einige Jahre beruflich als Golfmanager und Verkäufer von Golfbedarf nutzen können, bis eine Düngemittelfirma ihm einen Job anbot, der ihm vielleicht noch mehr auf den Leib geschneidert ist und wirklich alles unter einen Hut bringt, was René Aagaard Andersen an Erfahrung mitbringt.

Zwei Apenrader beackern den deutschen Markt

Er hat seine Verkäuferkarriere nämlich bei der Korn- und Futtermittelhandlung Superfos Union begonnen und kennt sich daher auch mit Düngemitteln aus. Seit Februar dieses Jahres setzt er sein Wissen nun für das Unternehmen BioNutria ein – marktführend in Sachen Flüssigdünger für die Golfbranche in Skandinavien. „Es ist einigermaßen kurios, dass das Unternehmen für den dänischen Markt zu dem Zeitpunkt zwei Verkäufer suchte und dass beide Stellen an Apenrader vergeben wurden. Dass sich Peter Kjærgaard auch beworben hat, wusste ich überhaupt nicht“, sagt der 49-jährige René Aagaard. Allerdings macht es schon Sinn, denn das Duo Aagaard und Kjærgaard ist nicht nur für den dänischen Markt zuständig, sondern soll auch den deutschen Markt beackern. Aagaard hat im Laufe seiner Karriere drei Jahre in Deutschland (genauer in Baden-Württemberg in Stuttgart) und ein Jahr in der Schweiz gelebt. Er spricht deshalb hervorragend Deutsch, kennt die deutsche Kultur und die dortigen Betriebsstrukturen, was sicherlich von großem Vorteil ist, wenn man sich auf dem deutschen Markt bewegt. Aus diesem Grund hat man sich firmenintern auch dafür entschieden, dass Aagaard Andersen sich neben Fünen und Seeland hierzulande gemeinsam mit Peter Kjærgaard um den deutschen Markt kümmern soll.

Und so kam der Golfspieler dann auch ins Weser-Stadion...

Ein Golfspieler auf dem Grün des Weserstadions

Das ursprünglich für Golfplätze entwickelte Düngemittel kann nämlich auch auf allen anderen Rasenplätzen eingesetzt werden, bei denen Strapazierfähigkeit und ein dichtes Wurzelnetz von großer Wichtigkeit sind. Und deshalb ist der Flüssigdünger auch für die Fußballstadien dieser Welt interessant.

Wer den dänischen Fußball verfolgt, wird sicherlich wissen, dass das Superligastadion in Randers seit einigen Jahren den Namen BioNutria Park trägt. Natürlich wird der Dünger hier eingesetzt, aber nicht nur hier. In mehreren Superligastadien vertrauen die Platzwarte bereits diesem Spezialdünger. BioNutria beliefert auch die Bundesligastadien in Hoffenheim und Wolfsburg. „Wir führen derzeit Verhandlungen mit den Verantwortlichen des Weser-Stadions in Bremen und des Volksparkstadions in Hamburg“, erzählt Aagaard Andersen. Zu Demonstrationszwecken war er erst kürzlich dort. Er bezeichnet die Verhandlungen als vielversprechend.

„Unser Produkt ist ein nicht organisches Düngemittel, besteht aber ausschließlich aus Stoffen, die man auch in der Natur findet. Es ist ein patentiertes Mittel mit Mikro- und Makronährstoffen, das vor 20 Jahren für Golfplätze entwickelt wurde und ständig weiterentwickelt wird. Hier darf man keine Pestizide benutzen. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Düngemitteln wird BioNutria nicht nur von den Wurzeln, sondern auch von den Blättern aufgenommen und ist gänzlich ungiftig. Man kann getrost seine Kinder und Tiere auf dem Rasen spielen lassen“, erläutert der 49-Jährige einen wichtigen Unterschied. „Das Mittel ist zudem super leicht zu handhaben“, erläutert Aagaard Andersen einen weiteren wichtigen Aspekt des Flüssigdüngers. Er gewährleistet ein besonders schnelles Wachstum, einen dichten Wurzelteppich und damit hohe Strapazierfähigkeit. Dass ein gesunder Rasen seinem Platzwart diese Behandlung dann auch mit einem besonders saftigen Grün dankt, ist nicht zuletzt für die Stadionbesucher und die Fernsehzuschauer von Vorteil.

Foto: Karin Riggelsen

Viel Zeit auf der Autobahn – und auf Golfplätzen

Gerade weil das Mittel so einfach in der Anwendung ist, hat das Unternehmen auch eine Linie für den privaten Gartenbesitzer entwickelt, die u. a. beim Baumarkt Silvan im Sortiment ist. „Demnächst wird BioNutria bei der nordschleswigschen Holzhandlung Davidsen in Dänemark in den Regalen zu finden sein“, macht Aagaard Andersen augenzwinkernd Werbung für sein Produkt. Je nach Mischungsverhältnis hat es der Gartenbesitzer selbst in der Hand, ob er einen schnell oder eher langsam wachsenden Rasen haben möchte. Der Rasen wächst nicht nur gut, sondern wird „nebenbei“ auch von Moos befreit. Auch hier hat das Unternehmen daran gedacht, dass die Handhabung super einfach ist. Nach Mischung lässt sich der Kanister direkt an den Wasserschlauch anschließen. Es gibt den Dünger aber nicht nur für den Rasen, sondern gibt auch für Gemüsepflanzen, und er kann sowohl im Freiland als auch im Gewächshaus angewendet werden.

Die neue Arbeitsstelle ist für René Aagaard Andersen eine spannende Herausforderung. Er verbringt allerdings viel Zeit im Auto auf deutschen und dänischen Autobahnen. Dass er so viel unterwegs ist, hat allerdings auch seine Vorteile. Wenn er sich in der Fremde ein Hotel sucht, achtet er gern darauf, dass es in der Nähe eines Golfplatzes liegt. Neben einer Warenauswahl hat er nämlich auch immer Platz für sein Golfbag. Zur Entspannung geht er dann eine Runde auf einer Golfbahn und tankt so Energie für den kommenden Arbeitstag.

Und ist er mal zu Hause in Apenrade bei seiner Lebensgefährtin Tina, dreht sich auch vieles um Golf. Auch sie spielt Golf – natürlich, möchte man fast hinzufügen. Allerdings findet man Tina und René des Öfteren auch in den Zuschauerreihen, nämlich dann, wenn sie Tinas jüngsten Sohn Mads zu Turnieren begleiten. Er ist mittlerweile Elitespieler bei Sønderjyllands Golfklub in Uk.

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Leitartikel

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
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