Kulturfest 2018

Bunte Feier für den guten Zweck

Anke Haagensen
Anke Haagensen Lokalredakteurin
Apenrade/Aabenraa
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Mary Nantayiro
Tritt beim Apenrader Kulturfest kostenlos auf: Mary Nantayiro kam als 13-Jährige aus Uganda nach Dänemark und hat hier ihr musikalisches Talent entdeckt und entwickelt. Ihr Wohnort ist Kopenhagen. Erst kürzlich wurde sie zur besten afrikanischen Sängerin ganz Skandinaviens gekürt. Foto: PR

Der Überschuss des achten Apenrader Kulturfestes ermöglicht armen Kindern in Afrika und auf den Philippinen eine Schulausbildung.

„Wir haben schon interessierten Künstlern einen Korb geben müssen. Das Programm ist nämlich bereits pickepackevoll. Mehr geht wirklich nicht“, sagt Klaus Grabetz. Er ist Kassierer des humanitären Vereins, Afro-Asia Educare, der am Sonnabend, 15. September, ein großes Kulturfest in Apenrade auf die Beine stellt.

Zum achten Mal findet dieses Multi-Kulti-Fest in Apenrade statt; zum ersten Mal aber ist die riesige Agora auf Hohe Kolstrup der Austragungsort. Das bietet neue Möglichkeiten aber auch neue Herausforderungen. „Erstmals führen wir auch eine Art Basar durch. An Ständen rund um den Festsaal, können Geschäftsleute ihre Waren feilbieten“, erzählt der Vorsitzende Hans J. Nielsen. So wird man Schmuck, Kleidung, Gewürze und Ähnliches am Rande des Festes erstehen können. Es lohnt sich deshalb, ein prall gefülltes Portemonnaie mitzubringen. Ein solches benötigt man nämlich sowieso, um Lose für eine Lotterie erstehen zu können.

Urlaub auf den Philippinen zu gewinen

„Hauptpreise sind in diesem Jahr zwei Ferienreisen auf die Philippinen“, erzählt Nielsen. Die Liste der Gewinne ist aber in diesem Jahr besonders lang. Viele hiesige Geschäftsleute haben Gutscheine gespendet. „Wir zogen am Montag durch die Fußgängerzone und hatten bald sechs weitere Gewinne in der Tasche“, freut sich der Vorsitzende über die tolle Unterstützung.

Der Kartenverkauf hat bereits angefangen. Die ersten Tickets sind auch schon verkauft. Das freut die Veranstalter. Schließlich soll bei dem Kulturfest möglichst viel Geld zusammen kommen. Der Überschuss landet aber nicht in den eigenen Taschen, sondern kommt armen Kindern in Afrika und auf den Philippinen zugute. „Wir ermöglichen Kindern mit dem Geld eine Schulausbildung, die sie sonst nicht erhalten würden, weil die Eltern zu arm sind, um das Schulgeld und die -bücher zu zahlen“, unterstreicht Hans J. Nielsen. „Ohne Schulausbildung hätten sie keine wirkliche Zukunft“, fügt Klaus Grabetz hinzu.

Dass die Mittel an die richtigen Familien kommen, das gewährleisten Kontakte vor Ort. Regelmäßig sind Vereinsvertreter vor Ort, um das zu überprüfen. Grabetz und Nielsen waren erst kürzlich aus diesem Grund auf den Philippinen.

Das Besondere beim Apenrader Kulturfest: Alle Interpreten treten kostenlos auf und nehmen zum Teil längere Anreisen auf sich, um bei dem Fest in Apenrade dabei sein zu können. Auch die vielen Helfer stellen sich gerne in den Dienst der guten Sache. Das Essen wird von Freiwilligen gekocht. Gereicht werden asiatische und afrikanische Gerichte. Allein kulinarisch ist das Kulturfest schon ein Genuss.

Außer dem Gaumen werden durch die vielen Musik- und Showeinlagen im Laufe des Abends auch Ohren und Augen gekitzelt, versprechen die beiden Vereinsvertreter. „Wir werden eine außerordentliche Modenschau präsentieren; so etwas hat Apenrade noch nie gesehen“, verspricht Hans J. Nielsen mit einem verschmitzten Lächeln. Zumba- und Salsation-Aufführungen gehören auch zum Programm. Das bunte und lebendige Angebot lässt sicherlich niemanden auf dem Stuhl kleben.

Der Veranstaltungsort:

Karten im Vorverkauf günstiger

Der Eintritt kostet im Vorverkauf 150 Kronen für Erwachsene. Für zwei Personen sinkt der Preis auf 250 Kronen. Kinder ab neun Jahren und Jugendliche können für 100 Kronen dabei sein. Kurzentschlossene sind auch willkommen. An der Abendkasse steigt der Preis jedoch auf 200 Kronen pro erwachsene Person. Wichtig ist es den Veranstaltern, dass die Preise auch für Familien erschwinglich sind und dass möglichst viele Personen teilnehmen.

Der Vorsitzende Nielsen hofft auf 400-500 zahlende Festteilnehmer; der Kassierer wäre mit 200-300 schon zufrieden.
Tickets und weitere Infos gibt es über die Homepage afro-asia-educare.dk.

Ein Container voller Schulmobiliar

Der Vorstand des humanitären Vereins „Afro-Asia-Educare“ arbeitet zeitgleich mit der Vorbereitung des diesjährigen Kulturfestes in Apenrade daran, einen ganzen Container mit Schuleinrichtungsgegenständen zu füllen.

„Wir sind nämlich dabei, auf den Philippinen eine Schule aufzubauen. Wir benötigen nicht nur Tische, Stühle und Computer, sondern möglichst auch eine komplette Schulküche“, erzählt der Vorsitzende Hans J. Nielsen.

Erst kürzlich hat der Verein grünes Licht vom Außenministerium erhalten, einen Container mit Hilfsgütern auf die Philippinen zu verschiffen, d. h. das Ministerium übernimmt die Kosten. Der Verein kann sich also auf die Hilfsgüter konzentrieren. „Zum Glück wissen schon viele Banken und öffentliche Büros von unserer Existenz und rufen uns an, wenn sie ihre Computer austauschen. Wir dürfen die alten dann abholen“, so Nielsen. Wer aber weiß, dass eine Schule gerade die Schulküche ausbaut, sollte sich an den Verein wenden.

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