Tierschau Apenrade

AgroTruck für umweltfreundlichen Transport

Paul Sehstedt
Apenrade/Aabenraa
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Mit ein paar Handgriffen kann die „Tretfläche“ der Reifen vergrößert werden. Foto: Paul Sehstedt

Neues kostensenkendes Konzept für die dänische Landwirtschaft. Maschinenhändler Thomas Kier aus Rothenkrug stellt deutsches Produkt vor.

Neues kostensenkendes Konzept für die dänische Landwirtschaft. Maschinenhändler Thomas Kier aus Rothenkrug stellt deutsches Produkt vor.

Massiv und mit einer Gesamtbreite von 2.8 Metern rollt der schwarze AgroTruck dem Verkehr entgegen, doch den anderen Verkehrsteilnehmern wirkt er trotzdem nicht fremdartig, denn sie registrieren ihn eigentlich nur als einen etwas breiteren Lkw-Sattelschlepper. Auf dänischen Landstraßen und Feldern ist der AgroTruck noch ein Unbekannter, aber auf der Tierschau kann er bestaunt werden, denn Maschinenhändler Thomas Kier aus Rothenkrug stellt das neue Transportkonzept für die Land- und Forstwirtschaft sowie für das Baugewerbe vor.

Kostengünstiger

„Der AgroTruck ist im Vergleich zum herkömmlichen Trecker kostengünstiger“, erläutert Kier. „Beim Reifenverschleiß und Dieselverbrauch ist er 25 bis 30 Prozent sparsamer, und da er auf ein Tempolimit von 60 km/h zugelassen werden kann, ergibt sich für den Unternehmer auch der Vorteil der Zeiteinsparung.“
Die Firma Stapel aus dem nordrhein-westfälischen Albersloh baut den allradangetriebenen Truck größtenteils aus Komponenten vom Lkw-Hersteller MAN zusammen. Das senkt laut Thomas Kier die Ersatzteilkosten, und jede Werkstatt, die über die entsprechende Diagnosesoftware von Bosch verfügt, kann eventuelle Reparaturen durchführen. Im Gegensatz dazu muss ein Traktor meist zum Markenhändler, um repariert zu werden.

„In Dänemark muss der AgroTruck als Schwertransporter zugelassen werden, da er deutlich schneller fahren kann als die für Traktoren zulässigen 40 km/h“, erklärt der Importeur. „Das bedeutet, dass der Fahrer einen Führerschein der Klasse CE für Lkw mit Anhänger besitzen muss, bevor er mit dem Truck fahren darf. Lohnbetriebe müssen außerdem eine Fuhrunternehmerzulassung beantragen, da sie im Fremdauftrag arbeiten.“ Sind diese Hürden gemeistert, kann die Anschaffung eines AgroTrucks ein lohnendes Geschäft werden. Durch den zunehmenden Trend vom Klein- zum Großbetrieb in der Landwirtschaft fallen längere Transportstrecken an. „Da der Truck schneller als der Trecker fährt und zugleich eine höhere Zuladung von sechs Tonnen bewältigt, kann jeder rasch kalkulieren, was die kostengünstigere Anschaffung ist“, rechnet Thomas Kier dieser Zeitung vor.
Auch bei der Anschaffung punktet der Truck:

Für Feldeinsatz geeignet

Der auf der Tierschau präsentierte Lkw, ausgerüstet mit einem 400 PS-starken Motor, kostet mit Sattelauflieger runde 2,2 Millionen Kronen; ein Trecker mit gleicher Maschinenleistung verschlingt um die 3 Millionen Kronen. Ohne zugehörigen Anhänger. „Unser Truck soll dort einspringen, wo der Unternehmer einen Traktor einsetzt, der zu 80 Prozent Landstraße läuft“, informiert Kier. „Natürlich ist der AgroTruck auch für den Feldeinsatz geeignet. Mit seiner entsprechenden Bereifung, die für bis zu 80 km/h zugelassen ist, bewegt er sich mühelos durchs Gelände. Und sollte der Boden zu weich werden, kann der Fahrer mithilfe des Reifendrucksystemes den Druck bis auf 2,2 bar absenken und damit eine größere Tretfläche schaffen. Ist der Lastzug wieder auf festem Grund, pumpt die Anlage wieder Luft in die Reifen bis die notwendigen 4,5 bar erreicht worden sind. Vorher kann der Truck nicht die 20-km/h-Marke überschreiten“, erläutert Kier die Vorteile des Fahrzeugs.

In puncto Sicherheit liegt der Truck auch Nasenlängen vor dem herkömmlichen Schlepper: Er muss jedes Jahr zum TÜV und erfüllt die Anforderungen an einen Lkw, die strenger ausfallen als für den Traktor. Hinzu kommt, dass der Truck sich nicht nur auf dem Feld oder im Wald durch das Reifendrucksystem bodenschonend bewegt, auch auf der Landstraße ist er umweltfreundlicher u. a. durch eine gedämpfte Lärmentwicklung. Durch den geringeren Spritverbrauch leitet er auch weniger Schadstoffe aus.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“