Leserbeitrag

„Auf Kunstbesuch im Schloss Brundlund“

Auf Kunstbesuch im Schloss Brundlund

Auf Kunstbesuch im Schloss Brundlund

Hanns Peter Blume
Apenrade/Aabenraa
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Die Besuchergruppe im Apenrader Kunstmuseum Foto: Hanns Peter Blume

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Der Apenrader Ortsverein des Bundes Deutscher Nordschleswiger war zu Besuch im Brundlunder Schloss und hat sich bei einem geführtem Ausstellungsbesuch „I nederlagets skygge. Guldalderens glemte kunstnere“ in „letzter Minute“ angeschaut.

Buchstäblich in letzter Sekunde hatten sich 20 Kunstinteressierte am und im Schloss Brundlund eingefunden, um sich vom Experten Kent Lauritsen durch diese spezielle Ausstellung führen zu lassen, die am Sonntag schließen wird.
 

Politisch instabile Epoche

 
Der Begriff „Guldalder“ (Goldenes Zeitalter) bezeichnet einen Abschnitt in der dänischen Kunstgeschichte, der von circa 1800 bis zum Krieg 1864 reicht. Politisch gesehen war dieser Zeitraum unruhig gewesen, von Veränderungen gekennzeichnet: Staatsbankrott, Verlust Norwegens, aufkommende nationale Gegensätze, dänisches Grundgesetz, zwei Kriege.
 

National versus international

 
In der dänischen Kunstszene gab es während dieses Zeitraumes auf der einen Seite sehr national orientierte Malende, auf der anderen Seite weltoffene Malende, die über die Grenze geschaut hatten und die ihre Erfahrungen aus dem Ausland in ihre Malstile hatten einfließen lassen. Insbesondere Einflüsse aus der deutschen Malerei waren in Zeiten der nationalen Gegensätze nicht erwünscht und so wurden Malerinnen und Maler, die von dorther zurückkehrten, bestenfalls ignoriert, manchmal sogar beschimpft.
 

Kunst zu „deutsch“

 
Eine Chance, in der Kunsthalle Charlottenborg in Kopenhagen auszustellen, hatten diese Künstlerinnen und Künstler nicht. Dazu gehörte auch Elisabeth Jerichau Baumann, aus Deutschland stammend und mit einem Dänen verheiratet. Sie hatte den bekannten Juristen und Politiker Orla Lehmann porträtiert. Das Bild fand bei den Kritikern keine Gnade: zu Deutsch, zu aufrührerisch.
Kent Lauritsen bei Erläuterungen zum Bild „Orla Lehmann“ (re) Foto: Hanns Peter Blume
Geschickt hatte Kent Lauritsen die Besuchenden in seinen Vortrag eingebunden, indem sie herausfinden sollten, welche Bilder von national gesinnten Künstlerinnen und Künstlern gemalt worden waren. Zur Überraschung vieler waren es nicht unbedingt Gemälde, auf denen z. B. ein Dannebrog zu erkennen war. 

Auch das Museum hatte sich etwas einfallen lassen: In einem besonderen Raum konnten die Besuchenden ihre eigene Ausstellung mit Bildern aus einem Magazin kreieren. Hier das Beispiel eines Teilnehmers:
Die „eigene“ Kunstausstellung Foto: Hanns Peter Blume
Abgeschlossen wurde mit einem gemütlichen Kaffeetrinken.
 
Der Initiatorin, Anne Barten, gilt ein herzlicher Dank; sie konnte leider nicht selbst teilnehmen.
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