Deutsche Minderheit

Handball, Herzblut und Freundschaften: „Ohne geht es nicht“

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Das Pfingstturnier richtet sich vor allem auch an Kinder- und Jugendmannschaften. Sport, Spaß und Gemeinschaft zeichnen das Turnier in Rapstedt aus.

Was in Rapstedt jedes Jahr zu Pfingsten passiert, ist mehr als nur Handball – es ist gelebte Gemeinschaft. Seit über 50 Jahren bringt das Pfingstturnier Menschen aus Dänemark und Deutschland zusammen. Auch in diesem Jahr wurde die Tradition lebendig fortgesetzt, mit viel Begeisterung, Zusammenhalt und einem optimistischen Blick in die Zukunft.

Pfeifensignale hallen über den Sportplatz, erste Tore werden bejubelt, Kinder rufen sich lautstark Anweisungen zu – in Rapstedt (Ravsted) ist das Pfingstturnier in vollem Gange. Schon am frühen Sonnabendmorgen füllen sich die Spielfelder rund um die Deutsche Schule mit Leben: Der Auftakt zu zwei Tagen voller Bewegung, Begegnung und Begeisterung.

Insgesamt rund 75 Mannschaften aus Dänemark und Deutschland nahmen am diesjährigen Turnier teil – darunter erneut eine große Delegation aus dem schleswig-holsteinischen Bordesholm/Brügge mit rund 340 Kindern, Trainerinnen und Trainern sowie Eltern.

Das Feldhandball-Turnier unter freiem Himmel ist das letzte Turnier dieser Art in Nordschleswig.

„Das war toll! Wir hatten keine Absagen, und die Spielerinnen und Spieler hatten wirklich richtig viel Spaß auf den Feldern“, berichtet Kerstin Hinrichsen.

Das Anfang der 1970er-Jahre ins Leben gerufene Sportereignis wurde lange Zeit vom Jugendbund Rapstedt/Osterhoist (JRO) organisiert. Nach dessen Auflösung übernahm ein neu gegründeter Förderverein die Verantwortung für Planung und Durchführung – getragen von einem engagierten Team rund um Hinrichsen.

Auch in diesem Jahr nahmen Mannschaften aus Nordschleswig, anderen Teilen Dänemarks und aus Deutschland am Turnier teil.

Für sie ist das Pfingstturnier längst mehr als nur ein sportlicher Wettbewerb: „Das Turnier lebt von den vielen Freundschaften, die über Jahre gewachsen sind. Dass unser Freundschaftsverein aus Deutschland – Bordesholm/Brügge – mit den lokalen Vereinen zusammenkommt, Deutsch und Dänisch, Alt und Jung – das ist für mich das Wichtigste. Der Sport bringt die Menschen auf eine ganz positive Weise zusammen.“

Regen am Sonntag – doch die Stimmung hält

Am Sonntag spielte das Wetter nicht mehr ganz mit: Der Vormittag brachte Regen, nasse Bälle und rutschige Spielfelder. Doch davon ließ sich niemand entmutigen.

„Natürlich hätten wir uns da auch trockenes Wetter gewünscht“, sagt Hinrichsen lachend. „Aber alle waren guter Dinge und haben das Beste daraus gemacht. Uns war wichtig, dass wir das Turnier trotzdem durchziehen.“

Wie in jedem Jahr bildete das gemeinsame Zeltfest am Sonnabendabend einen Höhepunkt des Turniers. Über 100 Menschen kamen zum Essen und Feiern zusammen. „Da sind über die Jahre so viele Freundschaften entstanden – die Wiedersehensfreude war riesig, und es war einfach schön, gemeinsam zu feiern“, so Hinrichsen.

Am Sonnabend diente der Regenschirm höchstens als Sonnenschutz – ganz im Gegensatz zum Sonntag, an dem Regen das Spiel bestimmte.

Über 50 Jahre Tradition – und frischer Wind im Team

Das Pfingstturnier in Rapstedt blickt auf eine über fünfzigjährige Geschichte zurück – und Kerstin Hinrichsen ist fast von Beginn an Teil davon. „Ich bin jetzt 52 Jahre alt und wurde hier schon im Kinderwagen von meinen Eltern herumgeschoben. Seitdem war ich jedes Pfingstwochenende dabei – ohne geht es nicht“, sagt sie.

Gleichzeitig wächst eine neue Generation im Organisationsteam heran. Jüngere Engagierte übernehmen bereits viele Aufgaben und bringen sich auch im Vorstand aktiv ein – darunter unter anderem Rune Hinrichsen und Nicolai Jessen. „Der Generationenwechsel ist gut aufgestellt“, findet Hinrichsen.

Gehören seit Jahren zu den treibenden Kräften des Pfingstturniers: Kerstin Hinrichsen (l.) und Heidi Jessen (Archivbild).

Lokale Beteiligung bleibt eine Aufgabe

Dass das Turnier weitergeführt wird, daran hat Hinrichsen nach diesem Wochenende keinen Zweifel. Besonders der Zuspruch der Teilnehmenden motiviert das Team: „Die Kinder aus Brügge/Bordesholm fragen beim Abschied immer gleich: Macht ihr es nächstes Jahr bitte wieder? Das motiviert uns sehr.“

Ein kleiner Wermutstropfen bleibt: Aus dem unmittelbaren nordschleswigschen Umfeld nahmen in diesem Jahr nur rund zehn Kindermannschaften teil.

Seit einigen Jahren wird in Rapstedt auch Beachhandball gespielt.

„Da würden wir uns künftig noch mehr Beteiligung wünschen und wollen uns hierfür weiter einsetzen“, so Hinrichsen.

📍 Ort: Sportplatz der Deutschen Schule Rapstedt
📅 Dauer: 7. und 8. Juni 2025
👫 Teilnehmende: Rund 75 Mannschaften, ca. 340 Gäste aus Bordesholm/Brügge
🤾 Disziplinen: Rasenhandball & Beachhandball, Kinder-, Jugend- und Erwachsenenteams
🎉 Rahmenprogramm: Zeltfest am Sonnabendabend mit über 100 Teilnehmenden
🕰️ Tradition: seit über 50 Jahren – gegründet vom Jugendbund Rapstedt/Osterhoist (JRO)
🤝 Veranstalter: Förderverein des ehemaligen JRO