Kommunalpolitik

Bürgertreffen zum „Kommuneplan“: Das ist den Menschen wichtig

Bürgertreffen zum „Kommuneplan“: Das ist den Menschen wichtig

Bürgertreffen „Kommuneplan“: Das ist den Menschen wichtig

Apenrade/Aabenraa
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Bürgerinnen und Bürger im Gespräch mit Venstre-Stadtratsmitglied Thomas Andresen Foto: Jan Peters

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Es ging um die Zukunft der Kommune: Bürgerinnen und Bürger ließen sich erst über den Flächennutzungsplan 2025-2037 informieren, um dann unter anderem mit Vertreterinnen und Vertretern aus dem Stadtrat über den Plan zu diskutieren. Dabei wurde deutlich, was die Menschen vorrangig beschäftigt.

Wie sollen die Flächen der Kommune in Zukunft genutzt werden? Eine wichtige Frage, wie Britta Hagel aus Loit (Løjt) findet. Deshalb hat sie sich zum Bürgertreffen angemeldet, das kürzlich im Stadtratssaal im Apenrader Rathaus stattfand.

Britta Hagel hat sich den „Kommuneplan 2025“ näherbringen lassen und wünscht sich bessere Radwege. Foto: Jan Peters

Hagel arbeitet als Lehrerin in der Deutschen Schule Rothenkrug. „Für mich wäre der Ausbau des Radwegenetzes ein wichtiger Punkt“, sagt sie. Wenn sie nämlich von Loit nach Rothenkrug radeln möchte, gibt es auf diese Strecke keinen durchgehenden Weg für Radfahrende. „Man fährt teilweise am Straßenrand. Das ist gefährlich“, findet sie und würde das Thema gerne mit auf die Tagesordnung bringen.

Knapp 90 Bürgerinnen und Bürger hatten sich zur Veranstaltung angemeldet und waren im Stadtratssaal erschienen. Foto: Jan Peters

Gösta Toft war ein weiterer Gast, der sich über den „Kommuneplan 2025“ informieren lassen wollte. Der Flächennutzungsplan stand im Mittelpunkt des Treffens. Für zwölf Jahre legen die Stadtratspolitikerinnen und -politiker darin fest, wo beispielsweise neue Häuser gebaut werden, wo neue Flächen für den Handel entstehen und welche Flächen geschützt werden sollen, damit sich dort die Natur ungestört ausbreiten kann. Dies sind aber nur einige wenige der Faktoren, die den Plan beeinflussen und die berücksichtigt werden sollen.

Doch auch die Menschen sollen zu Wort kommen, weshalb der Stadtrat beschlossen hatte, solche Bürgertreffen zu veranstalten.

Herausforderung für Hausbesitzer

Für Toft steht das Wohnraumangebot ganz oben auf der Prioritätenliste. Als Pensionär und Hausbesitzer steht er vor der Frage, was mit der Immobilie geschehen soll. „Wir würden gerne in einer kleineren Wohnung oder einem kleinen Haus wohnen, doch es gibt kaum Angebote in einer fairen Preislage“, sagt der frühere Sekretär der Schleswigschen Partei (SP). Ein Verkauf kam für ihn bisher deshalb nicht infrage.

Auch in Regie genossenschaftlich organisierter Vereine gebaute Häuser wären attraktiv, so Toft. In anderen Städten sei das Angebot sehr viel breiter und damit besser, findet er.

Die Erwartung ist, dass die Nachfrage nach Reihenhäusern und Wohnungen (Rækkehuse) steigt, die Einfamilienhäuser jedoch weniger nachgefragt werden. Foto: Jan Peters
Bürgerinnen und Bürger lassen sich die Planung für die Apenrader Innenstadt erklären. Foto: Jan Peters

Zwar sieht auch der Stadtrat in seinem „Kommuneplan 2025“-Vorschlag eine „Immobilienrotation“ vor. Das bedeutet, dass ältere Menschen aus ihren großen Häusern ausziehen, um für Familien Platz zu machen. „Doch es hängt nicht zusammen“, findet der Apenrader. „Es müssen verschiedene Angebote für ältere Menschen mit verschiedenen Ansprüchen gemacht werden“, fordert er.

So drängten bei der Diskussionsrunde sich die meisten Interessierten um den Stand mit dem Thema „Immobilien und Stadtplanung“. Wie bei Toft gibt es den Wunsch nach neuem Wohnraum für Seniorinnen und Senioren.

Das sei jedoch in Apenrade – wo die meisten sich im Alter gerne niederlassen wollen, um zentral zu wohnen – schwierig, schränkte schon die kommunale Stabschefin Mette Frederiksen bei der Präsentation des Flächennutzungsplans ein. „Apenrade ist von geschützten Wäldern umgeben. Neue Bauplätze gibt es kaum noch“, erklärte sie die Herausforderung.

So ständen mögliche Grundstücke für den Bau neuer Häuser und Wohnungen in der Stadt nur am Nordertor (Nørreport), am Kilen, am Stegholt und auf dem „Bygma“-Grundstück zur Verfügung. Das begrenze die Möglichkeiten sehr.

Die Karte zeigt Loit (Løjt). Es gibt nur zwei Flächen, wo neue Immobilien entstehen könnten. Foto: Jan Peters

Ähnlich zeige sich die Situation in Loit. Auch dort sei der Platz für neuen Wohnraum bisher sehr begrenzt, so Frederiksen.

Bevor die Menschen mit Politikerinnen und Politikern sowie Vertreterinnen und Vertretern der Kommune in den Dialog treten konnten, informierten Bo Riis Duun, kommunaler Abteilungschef für Plan und Entwicklung, und Mette Frederiksen über den „Kommuneplan 2025“.

Der Flächennutzungsplan – Kommuneplan

Der Flächennutzungsplan konkretisiert die übergeordneten politischen Ziele eines Stadtrates. Er setzt fest, wie sich die Kommune physisch weiterentwickeln soll.

Flächennutzungspläne werden für zwölf Jahre erstellt, darin können die Bürgerinnen und Bürger sehen, wie sich der Stadtrat die Verwaltung der Gebiete in der Kommune vorstellt.

Der Flächennutzungsplan ist den staatlichen Entwicklungs- und Gebrauchsplänen untergeordnet. Er setzt jedoch die übergeordneten Rahmenbedingungen für den Bebauungsplan (Lokalplan).

„Das war eine hervorragende Präsentation. Ich weiß jetzt viel mehr über die Inhalte des Plans und welche Aufgabe er hat“, sagt Britta Hagel.

Das nächste Bürgertreffen für den westlichen Teil der Kommune findet am 17. Januar im „Slogsherred Hus“ in der Zeit von 16.30 bis 18.30 Uhr statt.

 

 

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