Ausstellung

Franziska Clausens künstlerischem Schaffen folgen

Franziska Clausens künstlerischem Schaffen folgen

Franziska Clausens künstlerischem Schaffen folgen

Apenrade/Aabenraa
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Die Werke sind im ersten Stock des Kunstmuseums zu sehen. Foto: Museum Sønderjylland

Im Brundlunder Schloss gibt es Werke Clausens vom Anfang der künstlerischen Schaffenszeit bis hin zu ihren Spätwerken aus den 1970er Jahren zu sehen, die veranschaulichen, dass sie viel und gerne experimentiert hat. Die Ausstellung zeigt zudem die vielen unterschiedlichen Seiten der Künstlerin mit Werken, die noch nicht ausgestellt wurden.

Ab Mittwoch können Museen die Türen wieder für Besucher öffnen. Im Kunstmuseum Schloss Brundlund (Brundlund Slot) gibt es zu diesem Anlass etwas Besonderes: In einer Ausstellung der Apenrader Künstlerin Franziska Clausen (1899-1986) werden Werke gezeigt, die zuvor noch nicht ausgestellt wurden, weil ihr Zustand zu schlecht war.

Sie werden nun restauriert in neuem Glanz gezeigt. Dazu gehört unter anderem das undatierte Werk „Opstilling med kvinde og taburet“.

Im Fokus der neu konzipierten Ausstellung steht die Experimentierfreude Clausens, die während ihrer Schaffenszeit immer neue Ideen entwickelt und ausprobiert hat. Ihr Lebensweg macht das deutlich, der sie in verschiedene Städte und Länder führte und mit unterschiedlichen Künstlern zusammenbrachte.

„Skruen“ von 1928 Foto: Museum Sønderjylland

Die Ausstellung „Franziska Clausen og det evige eksperiment“ ist im ersten Stock des Kunstmuseums zu sehen.

Im Brundlunder Schloss befindet sich seit 2011 die „Franziska-Clausens-Sammlungsstiftung“ (Fonden Franciska Clausens Samlinger), der inzwischen 2.500 Werke von Künstlern gehören, die, wie Clausen auch, im Jahr 1899 in Apenrade geboren wurden.

Die Ausstellung ist noch bis zum 24. Oktober im Schloss Brundlund zu sehen.

Franciska Clausen, 1899-1986

Franciska Clausen war die Tochter des dänischen Kaufmanns Peter Clausen und dessen Ehefrau Kirstine (geb. Olufsen); zum Zeitpunkt ihrer Geburt gehörte Apenrade noch zum Deutschen Reich. In der Zeit von 1916 bis 1917 besuchte sie die Modellklasse der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule Weimar und ging 1918 an die Frauenakademie in München. Von 1919 bis 1921 war sie Schülerin der Kunstakademie Kopenhagen und malte dort unter der Leitung von Sigurd Wandel (1878–1947) Interieurs und Porträts. 1921 wechselte sie an die Kunstakademie nach München und besuchte daran anschließend bis 1922 die private Kunstschule des Malers Hans Hofmann.

Im Oktober 1922 kam sie nach Berlin, wo sie über die Galerie Der Sturm László Moholy-Nagy kennenlernte, unter dessen Einfluss sie ihre ersten abstrakten Collagen herstellte. 1923 beteiligte sie sich an der Großen Berliner Kunstausstellung in der avantgardistischen Abteilung Novembergruppe. Als László Moholy-Nagy an das Bauhaus wechselte, besuchte sie in Berlin das Atelier des russischen Bildhauers Alexander Archipenko.

Seit Januar 1924 lebte sie in Paris, wo sie bis zum Dezember 1925 in der Academie moderne eine der ersten Schülerinnen von Fernand Légers Malerschule wurde; mit diesem war sie später eng befreundet. In Paris konnte sie ohne Atelier, auf wechselnde Hotelzimmer angewiesen, zumeist nur kleinformatige Gouachen, Aquarelle und Collagen anfertigen. 1926, 1928 und 1929 stellte sie im Salon des Société des Artistes Indépendants aus und hielt sich bis 1933 jährlich in Paris auf.

Von 1927 bis 1928 stellte sie auch in New York, Chicago und Philadelphia aus; in dieser Zeit näherte sie sich dem Surrealismus und 1929 dann der konkreten Abstraktion. 1930 stellte sie mit der Gruppe Cercle et Carré in Paris aus und stand in dieser Zeit künstlerisch dem Neoplastizismus eines Piet Mondrian und Georges Vantongerloo nahe. 1932 hatte sie in Kopenhagen in der Galerie Binger eine erste große Einzelausstellung.

Seit 1933 hielt sie sich vor allem in Apenrade auf und unterrichtete nebenher an der Zeichen- und Kunstgewerbeschule für Frauen (Tegne- og Kunstindustriskole for Kvinder) in Kopenhagen. Sie beteiligte sich unter anderem auch an den Ausstellungen Funktionalistische Ausstellung 1931 in Stockholm, Den Frie Udstilling 1935 in Kopenhagen und Surrealismus in Norden in Lund.

Franciska Clausen blieb unverheiratet. Nach ihrem Tod hinterließ sie eine Sammlung von 2.500 Werken, die teilweise seit 1990 in einem separaten Bereich des Trapholt Museum für Moderne Kunst in Kolding ausgestellt wurde. Im Jahr 2011 wurde die Sammlung Franciska Clausens in das Schloss Brundlund nach Apenrade verlegt. Die Stadt plant, in Zukunft ein Zentralmuseum zu errichten, in dem, neben dem traditionsreichen Schifffahrtsmuseum, auch die bisher im Schloss Brundlund untergebrachte Gemäldesammlung angemessen präsentiert werden soll.

Quelle: Wikipedia

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