Kommentar

„Corona – es kommt drauf an, was man draus macht!“

Corona – es kommt drauf an, was man draus macht!

Corona – es kommt drauf an, was man draus macht!

Nina Tholander
Apenrade/Aabenraa
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Wir können, wenn hoffentlich irgendwann das Schlimmste vorbei ist, nicht einfach zur Tagesordnung übergehen, meint Nina Tholander.

Wo sind wir? Was ist mit uns allen passiert?
Gefühlt befinden wir uns plötzlich in einem ganz anderen Film.
Einem Endzeit- oder Katastrophenfilm.
Doch wie sind wir dorthin gekommen?
Ist es nur die Panikmache einiger weniger, die sich zu einer kollektiven Panikattacke entwickeln könnte?
Oder liegt die Ursache tiefer?
Wie kann jemand oder etwas in uns eine so tiefe Angst auslösen, dass uns jede klare Vernunft, unser klares Denken und unser strukturiertes Handeln abhanden kommen?

Liegt das begründet in der Zeit, in der wir leben?
Haben wir kollektiv tief vergrabene Zukunftsängste, die wir in unserer schnelllebigen davonrasenden Zeit nicht zugelassen haben?
Zugeschüttet von Infos aus alles Welt, belastet durch Stress am Arbeitsplatz und im Dauer-Unruhezustand durch unser ständiges Zurstellesein in der digitalen Welt, haben wir den Überblick verloren.
Das macht Angst.
Wir tun nicht, was wir müssten, um den Planeten zu bewahren.
Das macht Angst.
Wir wissen nicht, wie sich unsere Zukunft und die unserer Kinder und Enkel gestalten wird.
Auch das macht Angst.

Resultiert daraus unser jetziges kollektives Verhalten?
Wir hinterfragen die Maßnahmen von Behörden und Politik nicht mehr.
Wir hamstern und pfeifen dabei auf die Versorgung der anderen.
Manche ignorieren alles und machen weiter, als wäre nichts geschehen.

Doch was können wir tun?
Können wir etwas lernen aus dieser besonderen Situation?

Viele sind zurzeit im Homeoffice oder von ihrer Arbeit nach Hause geschickt worden.
Geschäfte und Restaurants – und Grenzen – schließen.
Das gibt einen merkwürdigen Eindruck von Endzeitstimmung, von Stillstand, Vakuum,
ja – trotz allem sogar – von Ruhe.
Wir könnten die Zeit nutzen, zur Ruhe zu kommen, zum Nachdenken.
Was ist das Wichtigste, das ich habe?
Mein Leben? Meine Familie? Der Planet Erde?

Es wäre eine gute Zeit, um zu merken, was wir alles NICHT brauchen.
Was bewahrungswürdig ist.
Was wir gerne ändern würden – es aber nicht tun.

Wir werden nicht alle an Corona sterben – vielleicht ein paar mehr Menschen als bei den Grippewellen, die wir kennen.
Aber wir können, wenn hoffentlich irgendwann das Schlimmste vorbei ist, nicht einfach zur Tagesordnung übergehen.

Nutzen wir den Corona-Stillstand – die Ruhe – um einen Moment durchzuatmen und um uns klarzumachen, was wir wollen – für uns und für die Welt.

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