Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, am 31. Dezember“

Das Wort zum Sonntag, am 31. Dezember

Das Wort zum Sonntag, am 31. Dezember

Pastor Hauke Wattenberg
Hauke Wattenberg
Nordschleswig
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Adobe Stock

Diesen Artikel vorlesen lassen.

Das Wort zum Sonntag, 31. Dezember 2023, von Pastor Hauke Wattenberg, Sonderburg.

In der Ruhe liegt die Kraft 

Ein kurzer Satz aus dem Jesajabuch, und ich denke: „Wo der Mann recht hat, hat er recht!“ So spricht Gott der Herr, der Heilige Israels: Wenn ihr umkehrtet und stille bliebet, so würde euch geholfen; durch Stillesein und Hoffen würdet ihr stark sein. Aber ihr wollt nicht und sprecht: „Nein, sondern auf Rossen wollen wir dahinfliehen“, – darum werdet ihr dahinfliehen, „und auf Rennern wollen wir reiten.“

Ja, wo er recht hat, hat er recht. Wenn ich so an das vergangene Jahr denke: Meine Güte! Das war schon gut vollgestopft. Und gut, dass mein Renner und Ross mehr als nur 1 PS hat! Und dann denk’ ich mir – man kann ja mal träumen: Wir bräuchten mal einen langfristigen Stromausfall. Kühlschrank und Heizung müssten natürlich trotzdem laufen; ich meine so einen mitdenkenden Stromausfall. 

Dann müsste, wer was von uns will, zu uns kommen. Und wenn wir was von einem wollen, dahin gehen. Und wenn uns langweilig ist, weil der Stromausfall ja mitdenkt und zuallererst das Fernsehen und das Internett trifft, wenn uns langweilig ist, dann müssten wir Bekannte besuchen und reden und spielen und es uns so richtig gemütlich machen.

Das Überflüssige würde wegfallen. Das Wichtige würde geklärt werden. Vielleicht würden sich die Christen beim Sonntagsgottesdienst treffen und danach noch eine Tasse Kaffee trinken. Und wenn die Kirchenverwaltung was von mir will, würden sie einen Brief schreiben. Und ich würde zurückschreiben, mit freundlichen Grüßen. Das Leben würde langsamer gehen. Aber alles Notwendige würden wir doch auf die Reihe kriegen. Na ja, man kann ja mal träumen.

Aber weil es eben keinen mitdenkenden Stromausfall gibt, sind wir dahingeflogen wie auf Rossen und geritten wie auf Rennern. Haben reagiert von jetzt auf gleich, nicht nur wir, die wir im Arbeitsleben stehen. Ich habe mir nämlich sagen lassen, dass auch Rentner keine Zeit haben und allgegenwärtig sein wollen oder sollen oder zumindest fast allgegenwärtig sind. Es macht ja auch Spaß. Müssen wir ganz ehrlich sagen. Langweilig ist unser Leben jedenfalls nicht.

Aber für heute Abend wünsche ich euch ein bisschen Zeit zum stillen Rückblick auf euer Jahr 2023 und wünsche euch – in der Ruhe liegt die Kraft – genau die für euren Gang ins Jahr 2024.

Ein gesegnetes Jahr euch allen!

Mehr lesen

Leserbrief

Meinung
Jesper Petersen
„Sluk mikrofonen for krigsgale Fogh“

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Doppelter Wechsel auf dänischer Seite“