Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 27. März 2022“

Das Wort zum Sonntag, 27. März 2022

Das Wort zum Sonntag, 27. März 2022

Carsten Pfeiffer
Carsten Pfeiffer
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 27. März 2022, von Pastor Carsten Pfeiffer, Pfarrbezirk Buhrkall.

Römer 8, 26: Desgleichen hilft auch der Geist unserer Schwachheit auf. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie sich‘s gebührt, sondern der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichem Seufzen.

Sprachlosigkeit überwinden und Unrecht benennen

Viele Menschen versammeln sich seit dem Angriff auf die Ukraine zu Friedensgebeten. Sie suchen die Gemeinschaft, den persönlichen Austausch, um der verstörenden Gewalt, dem Erschrecken und der Sprachlosigkeit einen Ausdruck zu geben. Eine Kerze anzuzünden, ein Lied singen, ein Gebet sprechen, still werden. Ja, dem Kriegsgeschehen und Bildern im Fernsehen von den Zerstörungen, den Flüchtenden, den Getöteten und der Gewalt doch etwas entgegenzusetzen: die christliche Hoffnung auf eine versöhnte, friedliche Zukunft.

Einzelnen zu Hause mag es ähnlich gehen, auch sie möchten ihre Gedanken ordnen, sich sammeln, möchten Worte finden und die Sprachlosigkeit überwinden. Ein Gebet mag helfen und einen Anfang machen. Ich fand ein solches Gebet, das im „Zentrum für Mission und Ökumene der Nordkirche weltweit“ entwickelt wurde:

Gott, ich bringe mein Erschrecken über den Krieg in der Ukraine vor dich. Ich bete für die Menschen in der Ukraine. Lass endlich die Waffen schweigen und schenke Frieden, gerechten Frieden.

Sei bei allen, die verletzt sind, an Leib und Seele. Sei bei allen, die Angst um ihre Angehörigen haben, und bei allen, die um getötete Angehörige trauern.

Bewahre alle, die auf der Flucht sind. Ich danke für die große Gastfreundschaft in den Nachbarländern, in Polen, der Slowakei, Ungarn, Rumänien und der Republik Moldau. Lass uns in Europa gemeinsam für die Menschenwürde einstehen und diese Kultur der Gastfreundschaft leben. Und schenke Frieden, sodass die Menschen bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können.

Gott ich bitte auch für die Menschen in Russland. Schenke ihnen Mut, aufzuschreien gegen Unrecht und Gewalt. Behüte alle, die deswegen im Gefängnis sitzen. Bewahre uns vor pauschalen Feindbildern. Lass uns gemeinsam dazu beitragen, dass Frieden wächst. Amen

Die vier Absätze laden dazu ein, innezuhalten und über das Gelesene nachzudenken. Nehmen sie meine eigenen Gedanken auf und helfen sie mir meine Gedanken zu ordnen? Werden Aspekte benannt, die mir neu sind und über die ich mehr erfahren möchte? Helfen sie mir, die Not anderer besser zu verstehen und empathischer zu sein?

Oftmals sind das erste Schritte, die aus der eigenen Erstarrung und Hilflosigkeit heraushelfen. Und im Brief an die Römer lese ich sogar, dass selbst das Unsagbare, Unaussprechliche bei Gott Gehör findet.

Ich wünsche allen, dass wir unter Gottes Segen verbunden bleiben, auch mit denen, die an Leib und Seele bedroht werden, dass sie unter dem Segen Gottes bewahrt werden und ihre Hoffnung nicht verlieren.

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