Wort zum Sonntag

„Das Wort zum Sonntag, 1. Januar 2023“

Das Wort zum Sonntag, 1. Januar 2023

Das Wort zum Sonntag, 1. Januar 2023

Pastor Axel Bargheer, Kopenhagen
Axel Bargheer
Nordschleswig
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Das Wort zum Sonntag, 1. Januar 2023, von Pastor Axel Bargheer, Deutsch Reformierte Gemeinde Kopenhagen

Auf ein gutes Ende!

Mit schöner Regelmäßigkeit kommen zum Beginn eines neuen Jahres alte und neue gute Vorsätze zum Vorschein. Oder Dinge, die wir schon längst hätten beginnen sollen, drängen sich mit Nachdruck auf die Tagesordnung für 2023.

Was viel seltener in den Blick genommen wird, sind die Dinge, die abgeschlossen oder beendet werden sollten. Müssen wir oft nicht erst etwas Altes zu Ende bringen, bevor wir etwas Neues beginnen? Wenn wir uns schon für das neue Jahr so viel Neues vornehmen, warum können wir nicht auch mit dem alten Jahr Altes abschließen, vielleicht ja sogar in Dankbarkeit und Frieden?

Wenn ich für das neue Jahr plane, endlich meinen Kleiderschrank auszumisten, ist das eine gute Idee. Alles wird übersichtlicher werden, ich werde ihn neu und besser nutzen können. Vielleicht ist dann sogar Platz für interessantes Neues. Aber es bedeutet auch, Abschied von Dingen zu nehmen, die mir gewohnt und vertraut sind. Das kann sentimental werden, aber auch befreiend. Und sicherlich werde ich auch Dinge entdecken, von denen ich mich längst hätte trennen sollen.

Bei manchen Dingen ist es völlig klar, dass sie beendet werden müssen, da ist dann die Frage, was wir wirklich dafür tun. Bei anderen ist es weniger deutlich. Etwas zu Ende zu bringen, ist manchmal entlastend, manchmal aber auch traurig oder schwer. Und wir müssen auch entscheiden, ob ein Neuanfang wirklich besser ist als die Treue zum Bestehenden.

Ob es eine gute Idee ist, solchen Fragen auszuweichen, wage ich zu bezweifeln. Ich vertraue darauf, dass es uns voranbringt, wenn wir uns auch diesen Fragen ernsthaft stellen.

Mit dem, was gewesen ist, können wir auf verschiedene Weise umgehen, wir können daraus lernen, wir können es mit Erleichterung beenden oder auch mit Dankbarkeit als Teil unseres Lebens annehmen. Und manchmal müssen Dinge abgeschlossen werden, damit sie wirklich zu Ende sind und etwas Neues beginnen kann. Wenn wir immer nur auf das sehen, was alles noch kommen soll, verpassen wir vielleicht die Gelegenheit, Frieden mit dem zu schließen, was gewesen ist, und uns dem Kommenden nicht nur mit guten Vorsätzen, sondern dankbar zuzuwenden. Das Ende eines Jahres ist dafür doch kein schlechter Zeitpunkt.

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