Leitartikel

Weichen für die Regionalwahl sind gestellt

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
Apenrade/Aabenraa
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Die SP muss in der Regionalwahl um jede Stimme kämpfen. Deshalb wird es ein schwieriger Weg nach Vejle, meint Gwyn Nissen.

Die Schleswigsche Partei ist jetzt endgültig aus den Startlöchern und peilt nun einen Sitz im Regionalrat der Region Süddänemark an. Erste Voraussetzung war die gestrige Absprache mit anderen kleinen Parteien, die im November bei der Regionalwahl kandidieren. Im Wahlbündnis zu fünft will man die nötigen Stimmen holen, um in den Regionssitz in Vejle einzuziehen.

Schon jetzt steht fest: Allein schafft die Partei der deutschen Minderheit in Nordschleswig nicht den erstmaligen Einzug in den Regionsrat. Dazu reicht die (als Minimum) gewünschte Stimmenzahl von 8.620, die die SP 2013 in den vier nordschleswigschen Kommunen bei den Kommunalwahlen erreichte, nicht.

Mindestens doppelt so viele Stimmen 13.000 bis 15.000 Stimmen kostet ein Mandat und um das zu erreichen, müssen auch die anderen Bündnispartner der Mitte „liefern“: Kristendemokraterne bekamen 2013 insgesamt 5.141 Stimmen, Regionslisten 3.639, Folkeflokken 858 und Retsforbundet 750 Stimmen.

Auf der einen Seite ist die Frage, ob die fünf Parteien zulegen können? Wird die Regionalwahl zum Beispiel auch eine Protestwahl gegen Venstre wegen des Carl-Holst-Falles? Und wer profitiert gegebenenfalls davon? Auf der anderen Seite müssen die Parteien auch ihre eigene Stimmenzahl behaupten – wobei die Schleswigsche Partei noch nie für den Regionalrat kandidiert hat.

Die SP mit Gösta Toft an der Spitze kann nicht davon ausgehen, dass die Stimmen, aus den vier Kommunen zur Regionalwahl addiert werden können. Bestes Beispiel sind die 2.572 Stimmen für Stephan Kleinschmidt in Sonderburg. Das waren vor allem persönliche Stimmen und ein Dank für das Bemühen des visionären SP-Politikers, Sonderburg zur europäischen Kulturhauptstadt zu machen. Das sind nicht Stimmen, mit denen die SP im Regionalwahlkampf rechnen kann.

Deshalb wird es ein schwieriger Weg nach Vejle – mit oder ohne den vier neuen Freunden. Die SP muss um jede Stimme kämpfen – für sich und für das Wahlbündnis.

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