Kulturkommentar

„Zweierlei Arbeitskultur“

Zweierlei Arbeitskultur

Zweierlei Arbeitskultur

Lasse Tästensen
Apenrade/Aabenraa
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Ein Kulturkommentar von Lasse Tästensen, Abteilungsleiter des Deutschen Jugendverbandes für Nordschleswig.

Das analoge Deutschland und das (moderne) Dänemark? – die feinen Kulturunterschiede bei der täglichen Arbeit … Neulich in einer Arbeitsbesprechung im Haus Nordschleswig wurde ich gefragt, wie viele Faxe ich überhaupt noch jährlich empfange und versende. Ich musste kurz überlegen – Fax?

Wie ging das noch mal? Und kam schnell zu dem Schluss, dass ich jene Faxe, die von mir versendet oder empfangen worden sind, an einer Hand abzählen kann. Unter Kollegen war fast einstimmig zu hören, dass ein Fax mittlerweile ein seltenes Phänomen ist und – wenn überhaupt – nur Faxe aus Deutschland das Haus Nordschleswig erreichen würden.

Ich konnte es kaum glauben, denn in Deutschland ist doch mittlerweile das Konzept „E-Mail“ auch angekommen. Ein paar Tage später sprach ich mit einem Bekannten, der in Deutschland in einer führenden Position arbeitet. Im Gespräch kamen wir auf die fleißigen Sekretärinnen zu sprechen. Es stellte sich heraus, dass bei ihm (fast) jede Leitungsposition eine eigene Sekretärin hat.

Schaut man sich größere Betriebe in Dänemark an, so findet man in der Regel ein ganz anderes Bild. Denn hier findet man zwar oftmals auch Sekretärinnen, doch diese arbeiten oft vermehrt mit der inhaltlichen Materie und sind für mehrere Schlüsselpositionen zuständig.

Ob man wohl auch in Deutschland Ressourcen sinnvoll bündeln könnte? Oder ob es am papierreichen analogen Deutschland liegt oder der Hygge in Dänemark? Würde ich die Fragen stellen oder beantworten – so würde ich mich auf dünnes Eis begeben. Doch eines ist sicher – die Arbeitskultur unterscheidet sich.

Übrigens gibt es die feinen Kulturunterschiede auch in vielen weiteren Bereichen.

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