Kulturkommentar

„Die neue Regierung und die Kultur“

Die neue Regierung und die Kultur

Die neue Regierung und die Kultur

Claudia Knauer
Claudia Knauer
Apenrade/Aabenraa
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Büchereidirektorin Claudia Knauer setzt Hoffnung in das Programm der neuen Regierung.

Papier ist bekanntlich geduldig und man soll nun wirklich nicht alles glauben, was in Wahlzeiten versprochen und in eine Regierungsgrundlage gegossen wird. Aber, und diese Weisheit ist auch nicht neu, hoffen kann man ja immer. Möglicherweise liegt da der Zusammenhang, dass Kultur und Kirche (neben der feinen Alliteration) gemeinsam im Abschnitt 7.3. unter der Überschrift „Kultur og kirke“ auftauchen.

Dort heißt es: „Die Regierung will ein kulturelles Leben, an dem alle Dänen teilhaben. Sowohl die Nischen- als auch die breite Kultur muss im ganzen Land verbreitet werden. Kultur ist keine Domäne eines bestimmten Alters, einer bestimmten Postleitzahl oder eines bestimmten Einkommens. Kulturelles Leben im weitesten Sinne – von Fußballspielen über Musikfestivals hin zu Bibliotheken und Kunstmuseen – schafft gemeinsame Erlebnisse, fördert unsere Lebenseinstellung und wirkt Vorurteilen und Engstirnigkeit entgegen. Das müssen wir wertschätzen.“

Dem können wir uns vorbehaltlos anschließen. Jetzt kommt es nur darauf an, dass der neue junge Kulturminister Jakob Engel-Schmidt von den Moderaten mit Tatkraft und Schwung loslegt und die Kultur wirklich auf die politische Landkarte setzt und nicht kneift, wenn es ernst wird. Also, wenn es ums Geld geht. Vielleicht verlockt die Wirtschaftsliberalen ja die von ihnen formulierte Erkenntnis: „Kultur ist auch ein gutes Geschäft für Dänemark. Der Anteil der Kreativwirtschaft an den dänischen Exporten nimmt ständig zu. Und das kulturelle Leben ist eine treibende Kraft für andere Sektoren, einschließlich des Tourismus und des Hotel- und Gaststättengewerbes.“

Wir als Bibliotheken können viel dazu beitragen und tun das über unsere Landesorganisation bereits. Wir stehen bereit für mehr, wenn die neue Regierung hier Hand anlegen will, was sie folgendermaßen formuliert: „Große Teile des Kulturbereichs leiden jedoch unter veralteten Rechtsvorschriften und überholten Strukturen. Die alten Probleme werden nicht gelöst. Das offensichtliche Potenzial wird nicht ausgeschöpft.“

Es wäre aber nett, wenn Reformen sich nicht in ‚kürzen, sparen, noch weniger leisten noch mehr‘ äußern würde, sondern in wirklich neuem Denken. Auch wenn das Geld kostet. Kultur ist nicht umsonst zu haben und keine Liebhaberei, sondern Lebensmittel.

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