Kulturkommentar

„Hoffnung trotz Krisen“

Hoffnung trotz Krisen

Hoffnung trotz Krisen

Claudia Knauer
Claudia Knauer
Luxemburg/Apenrade
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Ein Kulturkommentar von Büchereidirektorin Claudia Knauer.

Das Blöde mit dem Glück ist, dass wir es oft erst in der Rückschau erkennen. Anstatt den Moment zu genießen, haben wir die fatale Tendenz, immer noch ein Haar in der Suppe zu finden und nach dem grüneren Gras in Nachbars Garten zu suchen. Gerade jetzt wird uns das richtig klar. Ein Blick in die Abendnachrichten reicht. Wir kommen vom Ukrainekrieg über die Welternährungskatastrophe hin zur Klimakrise – wobei das eine mit dem anderen zusammenhängt. In solchen Zeiten ist man versucht, den Kopf in den Sand zu stecken, ins Bett zu kriechen und sich die Decke über den Kopf zu ziehen.

Aber dann fällt der Blick auf das Engagement von Künstlerinnen und Künstlern, die Solidaritätskonzerte organisieren wie das Schleswig-Holsteinische Landesorchester, auf Sopranistin Maria Johannsen und das Konzert „Klassisk for fred", auf Gemeinsamkeit, die in Diskussionen erlebt wird, auf die Kollegin, die Töpfe, Kinderwagen und Spielzeug sammelt, um ukrainische Mütter in Nordschleswig zu unterstützen. Oder auf Katharina Kley, Vorsitzende der Jungen Spitzen, die kürzlich auf dem Kongress der Europäischen Freien Allianz (EFA) als eine von insgesamt drei neuen Koordinatorinnen des EFA-Frauenforums ernannt wurde. Sie setzt sich für die Sache der Frauen ein – angesichts der Weltlage und der Abtreibungsdebatte in den USA dringlicher denn je. Sofie Rebekka Schlüter Knauer wiederum, Mitglied des geschäftsführenden Vorstands von Europæisk Ungdom auf Landesebene und stellvertretende politische Vorsitzende in Aarhus, kämpft intensiv für ein Ja beim Referendum über den Verteidigungsvorbehalt. Die jungen Menschen in diesen Organisationen setzen sich ein für die EU und Europa, stehen dazu, zeigen Haltung, opfern ihre Freizeit – ohne Bezahlung und nicht selten sogar blöden Kommentaren ausgesetzt.

Das gibt Hoffnung – das Engagement, nicht die Kommentare. Ebenso wie die Anstrengungen der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Lösungen für die Klima- und Energieherausforderungen zu finden, und auch da passiert richtig viel. Schriftstellerinnen und Schriftsteller, Schauspielerinnen und Schauspieler versuchen, uns neue Einblicke zu vermitteln und zum Perspektivwechsel anzuregen, damit wir verstehen und begreifen, dass unser Nachbar auch „nur" ein Mensch ist. Sie schieben Diskussionen an, ob mehr Waffen für die Ukraine richtig sind oder nicht. Und so uneins man mit der einen oder anderen Haltung sein kann, so wichtig ist es, dass es sie gibt. Lasst uns streiten, lasst uns kämpfen, lasst uns Position beziehen – wie zum Beispiel hier in diesem lustigen kreativen Video für ein Ja: https://www.facebook.com/EuropaeiskUngDK/videos/577121296993826

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