Kulturkommentar

„Der 2020 Komplex“

„Der 2020 Komplex“

„Der 2020 Komplex“

Apenrade/Aabenraa
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Ein Kulturkommentar von Uffe Iwersen, Kulturkonsulent des Bundes Deutscher Nordschleswiger.

Das Jahr 2020 wird ein besonderes und wichtiges Jahr – je nach Sicht wird Minderheitengeburtstag, Genforening, friedliche Grenzziehung etc. gefeiert. Auf die Bevölkerung – insbesondere in Nord- und Südschleswig – wird in diesem Jubiläumsjahr vieles zukommen. Vor allem viel Kultur. Es ist durchaus positiv, wie viele Akteure – große wie kleine – bereits früh mit der Planung für 2020 angefangen haben. Es verspricht ein kulturbuntes Jahr zu werden.

Aber bei aller Vorfreude bei der Planung kann ich langsam diese Jahreszahl nicht mehr hören – der 2020-Komplex. Ähnlich erging es mir bei der Kulturhauptstadtbewerbung Sonderburgs 2017 oder – von außen betrachtet – bei Dybbøl/Düppel 1864/2014. Dass viele Akteure unserer Region ihre Veranstaltungen und Projekte unter das Motto 2020 stellen, ist erfreulich und positiv. Dies zeugt von u. a. Geschichtsbewusstsein und ab und an auch von einem Gespür für Fördergelder, die nach und nach von verschiedenster Seite freigegeben werden. Es droht jedoch so langsam eine Übersättigung.

Es soll bitte auch übernächstes Jahr erlaubt sein, Veranstaltungen zu planen, die nicht mit dem 2020-Stempel versehen sind. Denn auf Krampf etwas in diesen Jubiläumsrahmen zu pressen, hilft keinem – weder dem Veranstalter noch dem Jubiläum. Unser Grenzland braucht auch kulturellen Alltag, der ja im Grunde schon schön genug ist.

Unserer Region ist zu wünschen, dass dem Jahr 2020 ein Spagat aus außerordentlichen Veranstaltungen/Projekten und dem normalen, alltäglichen Kulturangebot gelingt, damit alle – Kulturkonsumenten und Kulturanbieter – zu Silvester 2020 auf ein erfolgreiches und unvergessliches Jahr zurückblicken können.

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