Nordschleswigsche Musikvereinigung

Von Kopenhagen nach Berlin: Das Reformatorische Requiem auf Tournee

Sarah Heil
Berlin
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Die Passionskirche in Berlin bot eine großartige Akustik. Foto: Sarah Heil

Der Chor der Norschleswigschen Musikvereinigung führt das Werk des jungen Komponisten Leon Tscholl auf – nach der Uraufführung in Kopenhagen folgte die Deutschlandpremiere in Berlin.

Anlässlich des 500. Jahrestages der Reformation wurde Leon Tscholl (geb. 1996 in Karlsruhe) beauftragt, für die Nordschleswigsche Musikvereinigung ein Werk zu komponieren. Am 20. Oktober wurde das Reformatorische Requiem in der Grundtvigs Kirke in Kopenhagen uraufgeführt. Am Sonntagabend folgte die Deutschlandpremiere in der Passionskirche in Berlin.

Die mit mehr als 200 Besuchern gut gefüllte Kirche bot eine freundliche Akustik, die es der Dirigentin Susanne Heigold ermöglichte, das Konzert nicht nur zu leiten, sondern auch zu genießen. Das Requiem ist eine Komposition für Sopran, Bariton sowie Chor und Orchester.

Iben Silberg (Sopran) und Nikolaus Fluck (Barriton) füllten die Rollen als Solisten hervorragend aus. Gemeinsam mit dem Landesjugendorchester Schleswig-Holstein und dem Chor der Nordschleswigschen Musikvereinigung schufen sie einen Moment des Erinnerns und Gedenkens an die Reformation.

Bei Nikolaus Fluck, Iben Silberg, Leon Tscholl und Susanne Heigold steht die Partitur im Mittelpunkt. Foto: Sarah Heil

Alles wuchs zu einer Einheit zusammen

Das Werk enthält hauptsächlich Texte aus der Totenmesse sowie Teile einer Predigt Martin Luthers und ein Sonett des deutschen Dichters Andreas Gryphius. Der reformatorische Charakter des Werkes drückt sich durch die Verbindung von katholischen Texten mit denen Martin Luthers aus. Die Botschaft ist deutlich: Das Christentum ist eine Religion. Dieses Gefühl der Gemeinschaft verspürten alle Beteiligten.

Ida-Marie Röben, seit einem Jahr Mitglied des Chores, fand es schön, wie alles zu einer Einheit zusammenwuchs und genoss die Arbeit mit dem Komponisten Leon Tscholl. Das grenzüberschreitende musikalische Zusammenwirken und die gegenseitigen Besuche sind ein weiterer Gewinn für alle aktiv Beteiligten und die Besucher, die das Werk bisher erleben durften.

Auch Ulf-Mikael Iwersen, Kulturkonsulent beim Bund Deutscher Nordschleswiger, war von beiden Konzerten begeistert. Er ist der Meinung, dass sich die Nordschleswiger auf die noch folgenden Konzerte freuen dürfen, die am 26. Oktober um 20 Uhr im Dom zu Hadersleben, am 28. Oktober um 16 Uhr in der Lügumkloster Kirche sowie am 29. Oktober um 16 Uhr in den Sonderjyllandshallen Apenrade aufgeführt werden. Tickets sind an den Abendkassen erhältlich.

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