Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Montag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa (Symbolfoto)

Politiker fordet zu Schusswaffengebrauch auf, neue App für Krebskranke und Denkfabrik gegen Lebensmittelverschwendung: Wissen was in Dänemark läuft, der Nachrichtenüberblick am Montag.

Sohn von Lars Løkke will ins EU-Parlament

Wie der Vater – so der Sohn. Der 28-jährige Bergur Løkke Rasmussen will bei der Wahl fürs Europa-Parlament 2019 kandidieren. Natürlich geht er für die Partei seines Vaters, Venstrechef und Staatsminister Lars Løkke Rasmussen, ins Rennen. Der Europaausschuss von Venstre hat ihn zur Kandidatur aufgefordert. Die endgültige Entscheidung fällt auf einem Mitgliedertreffen im Großkreis Kopenhagen am 11. September statt. Løkke Junior freut sich über das Vertrauen, dass man in ihn setzt. Er saß schon mal im Regionsrat.

Steen Petersen tritt zurück

Der Vorsitzende des Integrationsausschusses der Kommune Faxe, Steen Petersen (Dänische Volkspartei), tritt von seinem Posten zurück. Das erklärt Ausschussmitglied Knud Erik Hansen (Sozialdemokraten) zu TV Øst. Nachdem Petersen per Facebook zum Waffengebrauch gegen Flüchtlinge in der spanischen Enklave Ceuta aufgefordert hatte, nahm DF-Parteisekretär, Poul Lindholm, Abstand von der Aufforderung.

Bornholm ohne Strom aber mit Kraftwerk

Das Seekabel zwischen Bornholm und Schweden wurde am Montag beschädigt, und die Insel im Osten der Ostsee hatte plötzlich keinen Strom, weil das Strom-System sich nach dem Wegfall einer Quelle selbst abschaltete. Aber man hat immer noch ein eigenes Kraftwerk, dass sofort von Bornholms Energi & Forsyning hochgefahren wurde. Bei Redaktionsschluss ging man davon aus, dass alle Inselbewohner schon im Laufe des Abends wieder Strom haben würden. Was mit dem Seekabel passiert ist, war noch nicht geklärt.

Neue Denkfabrik soll Lebensmittelverschwendung in Dänemark eindämmen

Der dänische Umwelt- und Nahrungsmittelminister Jakob Ellemann-Jensen (Venstre) will eine Denkfabrik einrichten, in der öffentliche und private Unternehmen Konzepte gegen die Lebensmittelverschwendung entwickeln sollen. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

„Wenn wir etwas für unsere Umwelt und die begrenzten Ressourcen tun wollen, dann ist das ein guter Anfang“, so der Minister. Eine Denkfabrik könnte ihm zufolge eine Beraterfunktion einnehmen und Initiativen vorschlagen, die die Lebensmittelverschwendung in Dänemark eindämmen. Eine mögliche Denkfabrik solle sich auch international orientieren.

DSB-Werkstatt nach Næstved

Bis 2025 wird die Zentralwerkstatt der Dänischen Staatsbahnen vom Otto Busses Vej in der Kopenhagener Innenstadt nach Næstved auf Südseeland verlegt. Die Flächen in Kopenhagen sollen für Verkehrswege genutzt werden.

Foto: dpa

Dänische Wölfe sollen per Sender erforscht werden

Bisher „informieren“ die in Dänemark ansässigen Wölfe über ihren Aufenthalt durch gerissene Schafe oder andere Beute, an denen sie über DNA-Proben aus Speichel identifiziert werden. Künftig sollen die Wölfe – wie auf dem Foto aus Niedersachsen – mit Sendern versehen werden, damit man deren Aufenthalt und Verhalten erforschen kann. Die staatliche dänische Umweltbehörde Miljøstyrelsen hat der Universität Aarhus und dem dortigen Naturhistorischen Museum die Besenderung von bis zu zehn Wölfen genehmigt.

Tests mit 330 Meter hohen Windrädern

Das 2012 eröffnete Testcenter für Windkraftanlagen in Vesterild auf der Halbinsel Thy wird Standort für 330 Meter hohe Versuchsanlagen. Das berichtet Peter Hjuler Jensen von der Sparte DTU Vindenergi der Dänischen Technischen Universität gegenüber Danmarks Radio. Bis zum 19. September können sich dänische und ausländische Unternehmen um die neuen Testplätze bewerben, auf denen Windkraftanlagen mit sehr hoher Leistung erprobt werden sollen. Die derzeit höchsten Windkraftanlagen in Østerild 222 Meter in die Höhe. Der Betrieb der Testcenter läuft in Zusammenarbeit mit der Windkraftindustrie. Die Riesenwindkraftanlagen könnten die Stromausbeute und Rentabilität vor allem auch in Meereswindparks deutlich erhöhen.

App unterstützt Krebskranke

Die dänische Krebshilfe Kræftens Bekæmpelse präsentiert am Montag eine App namens „Sammenholdet“. Mit dieser können Krebspatienten ein geschlossenes Netzwerk einrichten, in dem sie Freunde und Verwandte einladen und um Unterstützung bitten - etwa um die Aufgaben des täglichen Lebens meistern zu können, zu denen während oder nach der Behandlung oft die eigene Kraft fehlt.

DFer fordert Waffeneinsatz

Der Vorsitzende des Integrationsausschusses der Kommune Faxe, Steen Petersen (Dänische Volkspartei) hat über Facebook die spanische Polizei aufgefordert, gezielt auf Migranten zu schießen. Der Zeitung El Pais zufolge hatten Flüchtlinge die spanische Enklave Ceuta in Nordafrika gestürmt und die dortigen Wachen angegriffen. Zuerst hatte Petersen seine Meinung auf Facebook über den Kanal des Ausschusses geäußert, was später geändert wurde, der Inhalt aber nicht. Poul Lindholm, Parteisekretär der Dänischen Volkspartei, nahm in der Zeitung Ekstra Bladet Abstand von der Aufforderung.

Kopf der kleinen Meerjungfrau wieder aufgetaucht

Der Kopf der kleinen Meerjungfrau, die im Koldinger Schlosssee steht, ist wieder aufgetaucht. Das berichtet jv.dk. Erik Valter, der Erschaffer der Skulptur, kam selbst auf die Spur des Hauptes. „Ich bekam ein Screenshot von einem jungen Mann zugeschickt, der mit dem Kopf posiert. Darauf konnte ich den Namen des Mannes erkennen und kontaktierte ihn”, so der Künstler. Die Übergabe fand in Kolding statt. Der Künstler hatte vorab erklärt, er werde für Hinweise zum Täter von einer Anzeige absehen und zudem eine Flasche Schnaps spendieren. Weil der Mann kein Alkohol trinkt, bekam er als Dankeschön eine Skulptur des Künstlers.

Mehr lesen