Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
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Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Weniger Nonnen und Mönche, Postnord weiter im Minus und 50.000 arme Arbeitnehmer: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Steinwurf auf Lkw in Ostjütland: Fahrer unverletzt

Schon wieder ein Steinwurf von einer Autobahnbrücke. Diesmal in Mundelstrup westlich von Aarhus. Dort wurde in der nacht auf Dienstag um 2.05 Uhr ein Stein auf einen Lkw geworfen. Er traf das Fahrzeug über der Windschutzscheibe. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Polizei sperrte daraufhin die Autobahn ab, um nach dem Wurfgegenstand zu suchen. Es wurden laut Polizei einige Steine gefunden, die nun genauer untersucht werden. Zudem sucht die Polizei Zeugen, die sich zum Zeitpunkt in der Nähe der Brücke am Gammel Viborgvej aufgehalten haben und etwas gesehen haben könnten.

Knapp 50.000 dänische Bürger leben unter der Armutsgrenze – obwohl sie arbeiten

Die dänische Statistikbehörde Danmarks Statistik hat in der vergangenen Woche eine neue Armutsgrenze für Dänemark herausgegeben. Demnach gilt nun jeder als „relativ arm“, wenn er im Jahr weniger als 117.000 Kronen netto verdient. Bei Personen mit Kindern erhöht sich die Grenze. Anhand dieser neuen Berechnungen gelten in Dänemark 225.000 Menschen offiziell als arm. Der größte Teil von ihnen erhält Sozialhilfe vom Staat. Die zweitgrößte Gruppe unter den Armen sind mit 21,8 Prozent hingegen Arbeitnehmer. Wie das Gewerkschaftsblatt 3F berichtete, fallen in Dänemark 49.429 Arbeitnehmer inklusive deren Kinder unter die neue Armutsgrenze. Sie gelten als sogenannte „arbeitende Arme“ (working poor). Der Vorsitzende des Rates für sozial Benachteiligte, Jann Sjursen, warnt davor, dass vor allem Kinder unter diesen Umständen leiden. Als arbeitender Armer hat man es zum Beispiel schwer, sich drei Mahlzeiten am Tag oder Medikamente zu leisten. Diese Art von Armut trifft leider oft Kinder, die dann an am Rande der Gesellschaft aufwachsen müssen,“ so Sjursen zu 3F.

Trotz verbesserten Umsatzes: Postnord weiterhin mit Minus

Obwohl der dänisch-schwedische Postzusteller Postnord seinen Umsatz im jüngsten Quartal verbessert hat, schreibt das Unternehmen weiterhin blutrote Zahlen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Der Nettoumsatz stieg um fünf Prozent auf 9,5 Milliarden schwedische Kronen – rund 6,9 Milliarden dänische Kronen. Unter anderem stieg der Versand von Paketen um 17 Prozent, während sieben Prozent weniger Briefe verteilt wurden.

Zugleich fiel das Quartalsergebnis mit einem Minus von 901 Millionen schwedischen Kronen recht nüchtern für den Postzusteller aus.

Geringverdiener gehen nicht zum Physiotherapeuten oder Psychologen

Eine neue Umfrage des Analyseinstitutes Analyse Danmark zeigt, dass sieben von zehn Geringverdiener mit einem Jahresgehalt von unter 199.999 Kronen bei Bedarf und wenn sie selber bezahlen müssen nicht zum Physiotherapeuten oder Psychologen gehen. Das berichtet das Gewerkschaftsmagazin Fagbladet 3F.

„Das Ergebnis der Studie überrascht mich nicht. Eine Eigenbeteiligung beim Psychologen spielt eine große Rolle bei Geringverdienern. Doch selbst wenn andere die Kosten übernehmen, können viele es nicht überschauen oder fühlen sich davon gestresst, zur Behandlung zu gehen”, erklärt der Arbeitsklima-Forscher Peter Hasle Fagbladet 3F.

Geldwäsche-Fall: Danske Bank spendet Verdienst an die Gesellschaft

Die größte dänische Bank Danske Bank will das durch den Geldwäsche-Fall verdiente Geld an die dänische Gesellschaft spenden. Das berichtet die Bank nachdem sie ich Halbjahresergebnis für 2018 veröffentlichte. Ihre Bankfiliale in Estland war zwischen 2007 und 2015 in mehreren Geldwäsche-Fällen von nicht-estnischen Kunden verwickelt.

Laut Danske Bank lagen die Bruttoeinnahmen dabei um rund 1,5 Milliarden Kronen. Das Geld soll nun in gemeinnützige Projekte gespendet werden, so die Bank.

Zahl der Nonnen und Mönche in Dänemark rückgängig

Einst sprudelte das Leben in den Klöstern in Dänemark. Doch seit dem Zweiten Weltkrieg – und insbesondere den 1960ern – ist die Zahl der Nonnen und Mönche stark rückgängig. Heute ist das Durchschnittsalter unter den in Dänemark rund 100 übrig gebliebenen Klosterbewohnern derart hoch, dass es bloß eine Frage der Zeit sei, bevor die letzten klassischen Klöster schließen müssten, berichtet die Tageszeitung Kristeligt Dagblad.

Eine traurige Entwicklung, meint der katholische Bischoff in Dänemark, Czeslaw Kozon. „Das Klosterleben ist ein wichtiger Gegensatz zur materiellen und individualistischen Lebensart in der heutigen Welt”, so Kozon.

Eine Erklärung für den Rückgang ist, dass sich junge Menschen heutzutage nicht langfristig binden wollen, so der Bischof.

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