Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

Der Nachrichtenüberblick am Mittwoch

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Noch keine Einigung in Sicht: Die Regierungsverhandlungen im roten Block halten weiter an. Foto: Liselotte Sabroe/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Kreditanstalten dürfen Gebühren anheben

Das dänische Höchstgericht hat entschieden, dass die Anhebung der Gebühren der Kreditanstalten bei Vergabe von Realkrediten rechtmäßig ist. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Mehrere Haus- und Wohnungsbesitzer hatten gegen die Anhebung der Gebühren geklagt, die die Institute mit der erforderlichen Risikovorbeugung begründet haben. Im Zuge der Senkung der Zinsen für Kredite hatten die Unternehmen die Gebühren erhöht, was von vielen Kunden als ungerecht empfunden wurde. Das oberste dänische Gericht hat allerdings auch klargestellt, dass die Gebühren nicht unbegrenzt in die Höhe geschraubt werden dürfen. Es müssten Begründungen vorgelegt werden.

Einheitsliste und SF: Klimafortschritte in Sicht

Nach Ende der Verhandlungen mit der Führung der Sozialdemokraten hat die Fraktionschefin der Einheitsliste, Pernille Skippe, erklärt, dass es Fortschritte beim Thema Klimaschutz gebe. „Unsere Forderung lautet ganz klar: Wir müssen den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen bis 2030 um 70 Prozent vermindern, um das Abkommen von Paris einhalten zu können“, so Pernille Skipper. Auch die Parteichefin der Sozialistischen Volkspartei (SF), Pia Olsen Dyhr, sprach von Fortschritten beim Thema Klimaschutz. „Ich bin jetzt optimistisch“, sagte sie.

Rettungskräfte fordern Film-Stopp bei Unfällen

Mitarbeiter der Rettungskräfte auf Seeland appellieren an die Öffentlichkeit, dass Passanten es unterlassen, nach Unfällen bei Einsätzen der Helfer Filmaufnahmen mit Handys zu machen. Anlass sind Berichte von einem Unfallort in Ringsted, wo im Zuge eines Straßenrennens ein Auto gegen einen Laternenpfahl geprallt war. Während Rettungskräfte versuchten, zwei Frauen aus dem Unfallauto zu befreien, in dem diese eingeklemmt waren, tauchten Passanten mit ihren Kameras auf. Die Retter riefen die Polizei herbei, weil die filmenden Gaffer die Einsatzkräfte behinderten. Es sei unerhört, leidende Unfallopfer zu filmen.

„Slik-Schwindel“: Tonnenweise alter Naschkram aus Schweden

Dänische Behörden haben laut Danmarks Radio (DR) Kollegen von der schwedischen Nahrungsmittelbehörde mit Tipps versorgt, die dazu geführt haben, dass die dortige Polizei nun gegen mehrere Firmen ermittelt, die im Süßigkeitengeschäft (dänisch: slik) tätig sind. Es handelt sich um Naschwerk, dass der Kunde in den typisch skandinavischen Selbstbedienungsboxen nach eigenem Geschmack zusammenstellt. Das Geschäft lohnt sich DR zufolge schon seit längerer Zeit, da „Slik“ in Dänemark höher besteuert wird als in Schweden. So werden alte schwedische Süßigkeiten mit falschem „neuem“ Datum versehen und auf die Reise über die Ostsee geschickt. Dem Sender nach wurden in den vergangenen zwei Jahren hunderte Tonnen alter Süßigkeiten in Lagern in Malmö gefunden. Nun räumt die Malmöer Lebensmittelkontrolle ein, mehr ein Auge auf den „Slik-Schwindel“ zu haben.

Lego setzt auf umweltfreundliches Plastik

Eine Milliarde Kronen hat das Spielzeugunternehmen Lego in die Entwicklung von nachhaltigem und umweltfreundlichem Material für seine Steine investiert. Nun haben Forscher der Universität Aarhus erste vielversprechende Ergebnisse geliefert. Sie haben einen neuen, nachhaltigen Typ Plastik entwickelt, der ebenso haltbar und stabil ist, wie das derzeitige Material. Lego-Steine sind extrem haltbar, diesen Anspruch sollen auch neue Steine aus nachhaltigem und umweltfreundlichen Material erfüllen“, sagt Chemieingenieur Emil Andersen zu Ritzau.

Løkke für Dänemark beim EU-Spitzentreffen

Die Regierungsbildung in Dänemark lässt weiter auf sich warten. Aus diesem Grund wird der noch amtierende Staatsminister Lars Løkke Rasmussen (Venstre) am Donnerstag und Freitag Dänemark beim Treffen der Staats- und Regierungschefs in Brüssel vertreten. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau. Bei dem Treffen sollen unter anderem Themen wie Klimaziele und kommende Personalentscheidungen und besprochen werden. Darunter auch die Frage, wer künftiger EU-Kommissions-Präsident wird. Mehrere Medien und Politiker haben bereits die Dänin Margrethe Vestager (Radikale Venstre) für den Posten ins Gespräch gebracht. Sowohl Løkke als auch die Sozialdemokratin Mette Frederiksen haben ihre Unterstützung für Vestager zugesagt, sollten sie Staatsminister werden.

Regierungsverhandlungen dauern an

Bei den Regierungsverhandlungen zwischen den Sozialdemokraten und den anderen Parteien des roten Blocks hat es bei den Regierungsverhandlungen auch am Dienstagabend keine Einigung gegeben. Der Chef der Radikalen Morten Østergaard sagte am Abend zur Nachrichtenagentur Ritzau: „Ich sehe noch viele Knackpunkte in den Verhandlungen. Es gibt viele Bereiche, über die wir noch gar nicht gesprochen haben – und auf die es noch keine Antworten gibt. Unter anderem wie die Initiativen im Klima- und Ausbildungsbereich finanziert werden sollen.“ Trotzdem zeigte er sich optimistisch, dass man zusammenkommen werde. „Wir haben Dinge hin und her diskutiert und versucht, uns aus neuen Richtungen anzunähern. Es gab einige gute Ideen“, so Østergaard. Am Mittwoch sollen die Verhandlungen fortgesetzt werden.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine starke Botschaft“