Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Freitag

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DN
Apenrade/Aabenraa
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Die Nationalbank in Kopenhagen. Foto: Nationalbanken

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Erstmals Frau wegen Vermummungsverbot bestraft

In Hørsholm hat es am Freitag den ersten Fall gegeben, in dem eine Person in Dänemark wegen des seit Mittwoch geltenden Vermummungsverbotes belangt wurde. Eine 28-Jährige war in eine Einkaufszentrum mit einer anderen Frau in Streit geraten, in dessem Zuge diese ihr den Niqab vom Kopf riss. Dies machte die Polizei auf die beiden Aufmerksam, die beide für die Störung der öffentlichen Ordnung belangt werden. Die Frau mit dem Niqab soll nun zusätzlich 1.000 Kronen wegen ihrer Kopfbedeckung zahlen, ansonsten landet der Fall vor Gericht, berichtet Ritzau unter Berufung auf die örtliche Polizei.

Nationalbank empfiehlt Lohnsteigerungen

Die Lohnsteigungen in Dänemark sind seit 2010 auf einem niedrigen Niveau. Deshalb empfiehlt die Nationalbank nun, die Löhne anzuheben. Das berichtet das Gewerkschaftsmagazin Fagbladet 3F.

„In unserer jüngsten Prognose haben wir größere Lohnsteigerungen prophezeit. Dänische Unternehmen haben im Vergleich zum übrigen Ausland aktuell eine gute Lohn-Wettbewerbsfähigkeit”, erklärt Nationalbank-Ökonom Mark Strøm Kristoffersen. Zudem spiele der aktuelle Mangel an Arbeitskräften auch eine Rolle. Im Normalfall sollten die Unternehmen neue Arbeitnehmer mit guten Gehältern anwerben, so die Bank.

Flugpassagiere müssen auf Entschädigung warten

Flugpassagiere müssen zuhauf mit juristischem Beistand auf eine Entschädigung von den Fluggesellschaften bei verspäteten Flügen kämpfen. Die Zahl der Fälle sei regelrecht explodiert, nachdem die EU im April beschlossen hatte, dass das Recht auf Entschädigung auch bei Streiks gelte, berichtet Politiken.

In der aktuellen Sommerperiode hatte unter anderem das Flugpersonal bei der irischen Billigairline Ryanair gestreikt. „Alleine dort haben wir über 2.000 Entschädigungsfälle, die auf eine Bearbeitung warten”, erklärt Gustav Thybo, Direktor des Unternehmens flyhjælp.dk, das Flugpassagieren in Entschädigungsfällen hilft.

Eltern für flexiblere Sommerferien

Der erste Schultag der Schüler in Dänemark, die dann sechs Wochen Schulfrei hatten, nähert sich. Die Länge der Sommerferien ist zwar passend, doch für einige Eltern entsteht ein Bedarf, Ferien außerhalb der normalen Ferienwochen zu halten, meint der Elternverein Skole og Forældre. Die Vereinsvorsitzende Mette With Hagensen hinterfragt eine gewisse Flexibilität bei den Sommerferien.

Geflohener Insasse vertauschte Identität mit Besucher

Ein am Mittwochabend geflohener Insasse der Haftanstalt Vestre Fængsel in Kopenhagen vertauschte die Identität mit einem Besucher und konnte so dem Gefängnis entkommen. Das berichtet die Kriminalfürsorge. Der 29-jährige Syrer, der aufgrund von terroristischen Aktivitäten nach Italien ausgeliefert werden sollte befinde sich weiterhin auf freiem Fuß.

„Das darf natürlich nicht passieren und ich bedauere diesen Vorfall sehr. Eine interne Untersuchung soll nun festlegen, was schiefgelaufen ist“, erklärt die Abteilungsleiterin der Kriminalfürsorge in Kopenhagen, Anne Erlandsen zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Gewerkschaftler fordern Urlaub für Flüchtlinge

Es sei ohne nennenswerten Effekt und reine Symbolpolitik, wenn Flüchtlinge in den vergangenen zwei Jahren kein Recht auf Sommerurlaub hatten. Das meinen mehrere Gewerkschaftler, die im Alltag in den Integrationsprojekten der Kommunen Dänemarks mit Flüchtlingen arbeiten.

„Es ist völlig irrsinnig, dass Flüchtlinge keine Ferien haben. Das hilft ihnen weder beim Dänischlernen, noch bei der Arbeitssuche“, sagt die Vorsitzende der Bildungsgewerkschaft, Hanne Pontoppidan, zu Jyllands-Posten.

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