Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Die Zahl der Personen, die auf öffentliche Leistungen angewiesen sind, steigt seit Langem wieder an. Foto: Nils Meilvang/ Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Lykketoft und Corydon streiten

In einem neuen Buch hat der langjährige sozialdemokratische Parteistratege und unter anderem ehemalige Minister und Folketingspräsident Mogens Lykketoft die ehemalige sozialdemokratische Regierungschefin Helle Thorning Schmidt als „Fehlbesetzung“ und ihren Finanzminister Bjarne Corydon als schädlich für die Partei bezeichnet. Corydon, heute Chefredakteur bei „Børsen“, habe „neoliberale Politik“ betrieben und die Sozialdemokraten für viele nicht mehr wählbar gemacht. Corydon sagte zu DR, er sei stolz auf die Regierungszeit und es sei „traurig, dass Lykketoft sich nicht in Würde aus der Politik verabschieden kann“.

 

Die Börse am Donnerstag

Der Donnerstag war ein guter Tag für die Besitzer von Pharma-Aktien – zumindest, wenn sie an Kurssteigerungen interessiert sind. Lundbeck und Novo Nordisk sorgten dafür, dass der C25 mit 0,2 Prozent noch gerade so auf Wachstumskurs kam und bei 1.146,50 Zählern landete. Lundbeck legte um 2,8 Prozent auf 235,50 Kronen zu. Novos Aktie legte um 1,1 Prozent auf 349,45 Kronen zu. Hintergrund: Analytiker rechnen nach guten Zahlen in der Pharmabranche mit weiteren positiven Nachrichten. Die Jyske Bank etwa hob ihr Kursziel für Novo Nordisk von 365 auf 385 Kronen. Für Freitag wird mit der Entscheidung gerechnet, ob das neue Novo-Mittel Semaglutid in den USA zugelassen wird.

 

Unruhen nach Paludan-Demo: Zehn Personen verurteilt

Im Zuge einer Demonstration des islamfeindlichen Rasmus Paludan kam es am 14. April dieses Jahres im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro zu Unruhen. Wie die Polizei mitteilt, sind bis jetzt zehn Personen wegen Gewalttaten und Störung der öffentlichen Ordnung verurteilt worden. Zusammengerechnet betragen die Gefängnisstrafen acht Jahre, davon vier auf Bewährung. Zur Tatzeit waren vier der Verurteilten 17 Jahre alt, sechs zwischen 21 und 54 Jahre. Neun weitere Personen erwarten noch ein Urteil, davon sitzen vier in Untersuchungshaft. Einer der fünf, die auf freiem Fuß sind, ist laut Polizei unter 15 Jahre. Die Polizei wertet weiter Aufzeichnungen aus und erwartet weitere Anzeigen. Es habe massive Gewalt am 14. April gegeben, so Vizepolizeiinspektor Jesper Beuschel von der Kopenhagener Polizei. Er hoffe auf eine Signalwirkung der Urteile.

 

Weniger Roboter im Industriesektor

Der Absatz von Industrierobotern sinkt in Dänemark. Eine Studie des internationalen Roboterverbandes (International Federation of Robotics) zeigt, dass nur 422.000 Roboter 2018 hierzulande verkauft wurden – das heißt, 6 Prozent weniger als im Vorjahr. Mit 240 Industrierobotern pro 10.000 Mitarbeitern liegt Dänemark proportional weltweit auf Platz 6, weit hinter dem Erstplazierten Singapur mit 831 und drei Plätze hinter seinem deutschen Nachbarn. Das berichtet die Zeitung „Ingeniøren“. Laut Kim Reeslev – Vorsitzender des Dänischen Roboternetzwerkes (Dansk Robot Netværk) – wird sich der Trend in der Zukunft verschlimmern: Dänemark wird nach jetzigen Schätzungen 2023 auf Platz 11 abrutschen. Um wettbewerbsfähig zu bleiben – insbesondere mit den Niedriglohnländern – braucht Dänemark deswegen Kapitalgeber für die Robotertechnik, sagt Reeslev.

 

Mehr Menschen erhalten öffentliche Leistungen

Nachdem die Zahl der Personen, die von der öffentlichen Versorgung leben, jahrelang gesunken war, ist in diesem Jahr erstmals wieder ein Anstieg zu vermelden. Im zweiten Quartal stieg die Zahl um 6.900 Personen auf insgesamt 701.400. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde „Danmarks Statistik“. Die Zahlen umfassen unter anderem Personen, die Sozialhilfe, Arbeitslosengeld, Vorruhestandsgeld (efterløn) und krankheitsbedingtes Vorruhestandsgeld (førtidspension) erhalten. SU-Empfänger werden hingegen nicht mitgezählt. Laut Danmarks Statistik ist der Anstieg damit begründet, dass am 1. Januar dieses Jahres das Pensionsalter von 65 auf 65,5 Jahre angehoben wurde. Dadurch habe eine große Gruppe an Menschen nun Bedarf nach anderen öffentlichen Leistungen. Seit 2010 ist die zahl der Personen, die auf öffentliche Versorgung angewiesen sind, um 150.000 gesunken.

 

Entscheidungstage bei Venstre

Seit Tagen reisen Jakob Elleman-Jensen, Inger Støjberg und Ellen Trane Nørby durchs Land, um die Venstre-Parteimitglieder von sich als neue Venstre-Spitze zu überzeugen. Während Ellemann-Jensen als einziger Kandidat für den Vorsitz zur Wahl steht, kämpfen Støjberg und Trane Nørby um den Posten der Stellvertreterin. Am Donnerstagabend kommt es in Kolding zum letzten Duell zwischen den beiden, ehe am Sonnabend beim Parteitreffen in Herning abgestimmt wird. Jakob Ellemann-Jensen zeigt sich zuversichtlich. Zu Ritzau sagte er: „Ich bin sehr hoffnungsvoll angesichts der Aufgabe, die ich hoffentlich ab Sonnabend übernehmen darf. Diese wird sehr schwer, und es wird eine echte Teamleistung erfordern.“ Rund 850 Delegierte werden am Sonnabend den neuen Vorsitzenden und seine Stellvertreterin wählen.

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Leitartikel

Siegfried Matlok
Siegfried Matlok Senior-Korrespondent
„Gewollt und „die Ungewollten““