Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick am Donnerstag

DN
Apenrade/Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Johanne Schmidt Nielsen
Johanne Schmidt Nielsen verlässt die Politik und wird Chefin von Red Barnet. Foto: Mads Claus Rasmussen/Ritzau Scanpix

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Johanne Schmidt-Nielsen verlässt Politik

Die langjährige Spitzenpolitikerin der sozialistischen Einheitsliste, Johanne Schmidt Nielsen, wird bei der kommenden Folketingswahl nicht wieder kandidieren, sondern den Job als Generalsekretärin des Kinderhilfswerkes Red Barnet antreten. Das teilt Red Barnet am Donnerstag mit. „Ich kann mir nichts Wichtigeres vorstellen, als hierzulande und weltweit für Kinder zu kämpfen“, so die 35-Jährige. Seit 2007 saß sie als Abgeordnete im Folketing, wurde als Fraktionschefin zu einer der bekanntesten Politikerinnen des Landes. Zu „Altinget“ sagt sie, sie wolle Parteimitglied bleiben, aber sämtliche parteipolitische Arbeit ruhen lassen.

Die Börse am Donnerstag

Der C25-Index hat erneut leicht nachgegeben – um 0,3 Prozent auf 1.139,42 Zähler. Topdanmark legte seine Quartalsbilanz vor und verkündete einen Nettogewinn von 439 Millionen Kronen, was besser war, als erwartet. Die Belohnung: Ein Anstieg des Aktienkurses um 3,7 Prozent auf 352,40 Kronen. Anders lief es für Royal Unibrew. Trotz eines soliden ersten Quartals verlor die Aktie 2,3 Prozent auf 478 Kronen.

Bombendrohung: Weiterhin Absperrungen in Aalborg

Nach einer Bombendrohung am Donnerstagvormittag gegen eine technische Schule in Aalborg bleiben die Absperrungen der Polizei auch am Donnerstagnachmittag bestehen. Laut der Polizei von Nordjütland handelt es sich um einen größeren Einsatz, weil die Schule auf einige Gebäude in der Stadt verteilt ist. Diese wurden evakuiert sowie Gebiete abgesperrt, sodass beispielsweise auch die Bibliothek geschlossen bleibt. Während Spezialisten mit Spürhunden nach Sprengkörpern suchen, fahndet die Polizei nach dem Absender der E-Mail. Wann im Techcollege wieder unterrichtet werden kann, ist noch offen.

Lkw dürfen demnächst schneller fahren

Mit Beginn des Jahres 2020 dürfen Lastwagen in Dänemark statt 70 km/h dann 80 km/h auf Landstraßen und Autobahnen fahren. Dies teilt die Branchenorganisation der Spediteure ITD mit. Den Beschluss hat das dänische Parlament am 23. April gefasst. Der Branchenverband erhofft sich eine Erhöhung der Verkehrssicherheit, da schneller fahrende Lastwagen dann weniger als Hindernisse angesehen und waghalsige Überholmanöver eher unterlassen werden.

Millionen für mehr Sicherheit an Arbeitsplätzen

Regierung und Parlament stärken die Arbeitsaufsichtsbehörde „Arbejdstilsyn“, für die zusätzlich 460 Millionen bereitgestellt werden, um nicht nur die physischen Arbeitsbedingungen, sondern auch die psychischen Bedingungen an den Arbeitsplätzen zu verbessern. Ein Schwerpunkt der intensiveren Kontrollen sollen ausländische Unternehmen sein. So starben in der Vergangenheit vermehrt ausländische Beschäftigte durch Arbeitsunfälle auf Baustellen. Seit Jahren hat es vor allem vonseiten der Gewerkschaften und der Opposition Kritik an Einsparungen im Bereich der Arbeitsaufsichtsbehörden gegeben. Viele, oft auch tödliche Arbeitsunfälle hatten die Öffentlichkeit beunruhigt.

Paludan-Demonstration erneut verboten

Islamfeind Rasmus Paludan darf am Donnerstag nicht auf dem „Blågårds Plads“ im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro demonstrieren. Das gab der Gründer der Partei „Strammer Kurs“ (Stram Kurs) in einer E-Mail bekannt. Stattdessen will er mit seiner Demonstration auf den Stadtteil Frederiksberg ausweichen. Bereits vorherige Veranstaltungen Paludans in Nørrbro waren von der Polizei aus Sicherheitsgründen verboten worden. Bei ihnen hatte er Korane durch die Gegend geworfen, sie getreten und sogar verbrannt. Paludan fordert, dass der Islam in Dänemark komplett verboten wird und dass alle nicht westlichen Personen, die bereits Asyl oder eine Aufenthaltsgenehmigung in Dänemark erhalten haben, ausgewiesen werden.

Fischereiministerin will Dorschfang in der Ostsee stoppen

Der Dorschbestand im östlichen Teil der Ostsee ist in so schlechtem Zustand, dass die dänische Fischereiministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) nun eingreifen möchte. Sie will ihren Kollegen aus den anderen Ostsee-Anrainerstaaten vorschlagen, einen gemeinsamen Fangstopp einzuführen, um die Bestände zu retten. „Der Dorschbestand ist unglaublich schlecht – obwohl wir bereits die Fangquoten stark reduziert haben. Biologen kommen allerdings zu der Einschätzung, dass ein drastischerer Schritt notwendig ist“, so die Ministerin zur Nachrichtenagentur Ritzau. Konkret will sie vorschlagen, die Dorschfangquote noch in diesem Jahr in dem Gebiet um 70 Prozent zu reduzieren. Stattdessen sollen die Fischer weiterhin die Möglichkeit haben, andere Arten zu befischen.

In der Baubranche gab es einen leichten Beschäftigungsanstieg. Foto: Axel Schütt/Ritzau-Scanpix

Beschäftigung in Dänemark fast unverändert

Das Beschäftigungswachstum in Dänemark stagniert. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistik „Danmarks Statistik”. Demnach haben im Februar lediglich 226 Menschen eine neue Arbeit gefunden – die Gesamtbeschäftigung liegt damit derzeit bei 2,78 Millionen Personen. Während in der Bau- und Immobilienhandelsbranche mehr Leute angestellt wurden, ging die Zahl der Jobs in der Transportbranche fast im gleichen Maße zurück. Chefökonom Erik Bjørsted von der gewerkschaftlichen Denkfabrik Arbejderbevægelsens Erhvervsråd (AE) zeigt sich ernüchtert. „Die Arbeitnehmerbeschäftigung ist die Königszahl für die dänische Wirtschaft und der wichtigste Gradmesser für die Bewertung, in welche Richtung der Wind in der Wirtschaft weht. Aus diesem Grund haben diese Zahlen eine enttäuschende Signalwirkung – vor allem in einer Zeit, in der die Zahlen im Ausland eine Schwächephase aufweisen und der Optimismus sinkt”, so der Experte zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Mehr lesen