Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

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Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa

Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Börsenbericht

Am Dienstag konnten die Aktien an der Kopenhagener Börse im Leitindex C 25 um 0,6 Prozent zulegen. Am Vortag hatte es den in diesem Jahr bislang stärksten Rückgang um 2,1 Prozent gegeben. Die Aktie von Ambu konnte nach drastischen Kursverlusten während der vergangenen Tage um 4,3 Prozent zulegen. Abwärts ging es für Danske Bank um 2,3 Prozent nach neuen Geldwäsche-Vorwürfen.

41 Millionen Kronen: Paludan-Demonstrationen sind eine teure Angelegenheit

Der Gründer der islamfeindlichen Partei „Strammer Kurs“ (Stram Kurs) hat die Polizei in diesem Frühjahr mit unzähligen Demonstrationen ordentlich auf Trab gehalten. Ein neuer Bericht der Reichspolizei zeigt, dass sich die Ausgaben für Polizeieinsätze im Zusammenhang mit den Paludan-Demonstrationen auf insgesamt 41 Millionen Kronen belaufen. Dabei handelt es sich um den Zeitraum vom 1. Januar bis einschließlich 29. April. Vom Jahreswechsel bis zum 7. April lagen die Kosten noch bei sechs Millionen Kronen. Als besonders teuer stuft die Polizei laut TV2 den Einsatz am 14. April auf dem „Blågårds Plads“ auf Nørrebro ein. Damals versuchte eine große Zahl an Gegendemonstranten Rasmus Paludan körperlich anzugehen – der wiederum von der Polizei geschützt werden musste.

Dänische Volkspartei fordert Recht auf Pflegeheimplatz

Dänen über 80 Jahre sollen ein Recht auf einen Platz im Pflegeheim haben, fordert die Dänische Volkspartei (DF). Wie der Vorsitzender der Partei, Kristian Thulesen Dahl, dem Sender TV2 sagte, gebe es zu viele Menschen in Dänemark, die zu lange auf einen Platz im Pflegeheim warten müssten. Deshalb sollen nach dem Willen von DF mehr Pflegeheime gebaut und vorhandene Heime ausgebaut werden. Dafür will die Dänische Volkspartei 1 Milliarde Kronen investieren, woher die Partei das Geld nehmen will, sagte sie nicht. Wie viele Menschen ein Recht auf einen Pflegeheimplatz einfordern würden, konnte Thulsesen dem Sender nicht sagen. Seinen Vorschlag sieht er als eine Möglichkeit an, es gebe viele über 80-Jährige, die lieber zuhause lebten, so der Vorsitzende. Laut dem Branchenverband Dansk Industri werden im Jahr 2030 35.000 Pflegeheimplätze fehlen.

Dänische Transportbranche unter Druck

Laut Zahlen der Verkehrsbehörde (vejdirektoratet) waren im vergangenen Jahr 84 Prozent der Lastwagen, die die Grenze passierten und auf dänischen Straßen fuhren, ausländische Lkw. Bleiben 16 Prozent für dänische Lastwagen. Das ist laut Gewerkschaftsblatt 3F neuer Rekord. Flemming Ibsen vom Zentrum für Arbeitsmarktforschung der Universität Aalborg sieht die Entwicklung kritisch. Seiner Auffassung nach unterminiert die Entwicklung die dänische Transportbranche. „Wir riskieren, dass es eines Tages nur noch wenige dänische Lastwagenfahrer gibt“, so Ibsen. Kamen 2008 18 Prozent der Lastwagen aus Osteuropa, stieg die Quote 2018 auf 47 Prozent an. Erik Østergaard, geschäftsführender Direktor der Branchenorganisation Dansk Transport und Logistik (DTL), sieht darin für die dänischen Transportunternehmen eine fatale Entwicklung, da sie nicht mit den Niedriglöhnen konkurrieren können, für die die Lkw-Fahrer aus Osteuropa fahren. Østergaard hofft auf eine EU-Regelung, meint aber auch, dass die eigene Regierung eingreifen sollte.

Kopenhagen: Kein „Koloss“ am Hafen

Der Ausschuss für Umwelt und Technik der Kommune Kopenhagen hat am Montag einen Lokalplan abgelehnt, in dessen Rahmen ein 280 Meter hoher Turm errichtet werden soll. Dies teilte die Umwelt- und Technikverwaltung mit. Der Turm ist Teil eines Projektes für einen Erlebnispark, der in Nordhavn errichtet werden soll. Kopenhagen sei nicht New York, so Karina Vestergård Madsen (Einheitsliste), stellvertretende Bürgermeisterin für Umwelt- und Technik. Mit 280 Metern würde der Turm ein Koloss sein, so Madsen. Ihrer Ansicht nach müssen hohe Gebäude eine Berechtigung haben; einfach hoch bauen, nur weil man es könne, ergebe keinen Sinn.

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