Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: dpa/(Symbolfoto)

Weniger Sozialleistungsempfänger, Bienenschutz und Sexualdelikte unter Jugendlichen: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Bronze für Dänen bei Bocuse d'Or Europe

Der dänische Koch Kenneth Toft-Hansen hat am Dienstag die Bronzemedaille bei der inoffiziellen Koch-Europameisterschaft in Turin, dem Bocuse d'Or Europe, gewonnen. Damit sind er und sein Assistent Christian Wellendorf für die, ebenfalls inoffizielle, WM in Lyon im Januar qualifiziert. Skandinavien dominierte die EM: Schweden gewann Silber, Norwegen Gold, berichtet Ritzau.
Toft-Hansen betreibt das Svinkløv Badehotel. Als einziger Däne gewann Rasmus Kofoed 2011 den Bocuse d'Or – er trainiert heute das Duo Toft-Hansen/Wallendorf.

Ministerin weist Kritik an Russland-Reise zurück

Dänemarks Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz) weist Vorwürfe zurück, dass sie mit ihrer geplanten Reise zur Fußball-WM in Russland falsche Signale aussende. In einem schriftlichen Kommentar hat sie am Dienstag auf Kritik aus Reihen der eigenen Regierungspartner Venstre und Konservative reagiert.
„Die dänische Regierung hat die Entscheidung getroffen, dass Dänemark bei der WM in Russland vertreten sein soll“, so Bock. „Das ist eine vernünftige Entscheidung. Es ist wichtig, dass das offizielle Dänemark unsere Fußballnationalmannschaft aktiv unterstützt“, so die Ministerin weiter.

Løkke skeptisch gegenüber Atomabrüstungsabkommen

Der dänische Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) bezeichnet zwar das Atomabrüstungsabkommen zwischen Nordkorea und den USA als einen „diplomatischen Durchbruch“, ist jedoch weiterhin skeptisch, ob Nordkorea sich auch daran halten wird. Das erklärt er in einem Kommentar an die Nachrichtenagentur Ritzau. Positiv zu bewerten sei jedoch, dass es überhaupt möglich war, das nordkoreanische Regime an den Verhandlungstisch zu bekommen, so Løkke.

Kritik an DI-Mitgliedschaft staatlicher Unternehmen

Die Kritik, dass öffentliche Unternehmen wie die staatliche Bahngesellschaft DSB, die Flugverkehrs-Kontrolle Naviair und die Versorgungsgesellschaft Hofor sich dem Wirtschafts- und Arbeitgeberverband Dansk Indstri (DI) angeschlossen haben, nimmt zu. Denn die vom Steuerzahler finanzierten Betriebe sollten keinen Mitgliedsbeitrag an einen politisch ausgerichteten Arbeitgeberverein zahlen, meinen Forscher und Gewerkschafter laut Ugebrevet A4.

Folketing: Millionen für Deutsches Museum in Sonderburg

Freude bei der deutschen Minderheit in Nordschleswig: Das Folketing hat fünf Millionen Kronen für den Aus- und Umbau des Deutschen Museums in Sonderburg bewilligt. Was bisher nur als Projekt auf dem Papier bestand, wird nun in den kommenden zwei Jahren wie geplant umgesetzt. Das berichtet Hinrich Jürgensen, Hauptvorsitzender des Bundes Deutscher Nordschleswiger (BDN), der sich im Namen der gesamten Minderheit freue, dass die Kulturministerin und das Folketing beschlossen haben, das Deutsche Museum für Nordschleswig zu unterstützen, wie er kurz nach dem Erhalt der Nachricht erklärte. „Es ist uns eine große Freude, das Museum zu unterstützen, auch wenn fünf Millionen Kronen nur ein Teil der Gesamtmittel sind, die für das Projekt nötig sind“, sagt unterdessen Kulturministerin Mette Bock (Liberale Allianz), die 2020 gern zur Eröffnung des Museums kommt – „egal wie die politischen Winde zu dem Zeitpunkt stehen“.

Politische Mehrheit: Einsatz für praktische Fächer verstärken

Eine breite Mehrheit im dänischen Folketing stimmt dafür, die praktischen Fächer in den Volksschulen zu stärken. Die Schüler sollen zwischen Kunst, Design, Kochen oder Musik wählen.

Dänische Landwirtschaft soll Bienen besser schützen

In Dänemark hat der Dachverband der Landwirtschaft, Landburg og Fødevarer, eine Kampagne für mehr Bienenschutz gestartet. Die Landwirte seien auf die Bienen angewiesen. Der Wert der Bienen als Bestäuber und deren Arbeitseinsatz sei nicht zu ersetzen, so der Verbandsvorsitzende Martin Merrild. Fachleute des Forschungscenters SEGES des Agrarverbandes haben Infomaterial für Landwirte ausgearbeitet, das z. B. dazu rät, Wegränder nicht zu oft zu mähen, damit dort Wildblumen als Futterquelle für Bienen, vor allem auch Wildbienen erhalten bleiben. Der Wert der Bestäubung erreicht in Dänemark jährlich einen Betrag von bis zu 690 Mio. Kronen.

Grenzhandel geht zurück: Dänische Bürger holen weniger Bier, Sprudel und Süßigkeiten südliche der Grenze

Der Grenzhandel mit Genussmitteln ist seit Anfang der 2000er Jahre um fast die Hälfte geschrumpft. Der dänische Steuerminister freut sich über die Entwicklung.

15.200 weniger, die Sozialleistungen beziehen

Die Zahl der Personen, die in Dänemark Sozialleistungen geht weiter zurück. Die Zahl dieser Personen fiel zwischen 2017 und 2018 um neun Prozent – rund 15.200 Männer und Frauen. Das zeigen neue Zahlen der dänischen Statistikbehörde Danmarks Statistik.

Insgesamt bekommen in Dänemark 146.900 Personen Sozialleistungen vom Staat.

Zahl der Sexualdelikte unter Jugendlichen steigt

Sexualdelikte sind ein immer größer werdendes Problem unter Jugendlichen. 2017 wurden im Vergleich zu 2006 rund 37 Prozent mehr Fälle von kriminellen Jugendlichen registriert. Das zeigt eine neue Studie des Justizministeriums. Bei den Sexualdelikten dreht es sich insbesondere um die digitale Erniedrigung über soziale Medien.

„Grundlegend schneidet die Jugend gut ab, doch die Studie zeigt uns auch, dass einige heute noch krimineller sind“, so Justizminister Søren Pape Poulsen (Konservative).

Einsatz für Erhalt der FM-Sender

Der verkehrspolitische Sprecher der Sozialdemokraten im Folketing, Rasmus Prehn, warnt Kulturministerin Mette Bock (LA) vor einer überstürzten Stilllegung der UKW-Sender in Dänemark. Die auch als FM-Sender bezeichnete Technik dominiert aktuell in Dänemark trotz Installation von immer mehr digitalen Sendern mit System DAB + . Prehn warnt vor einem Verkehrschaos, wenn wie von Mette Bock angekündigt schon 2021 die FM-Sender abgestellt werden, denn die meisten Autos seien nicht mit DAB-Radios ausgerüstet und es gebe vor allem große Empfangslücken. Verkehrsmeldungen könnten die Autofahrer nicht mehr erreichen.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine Chance für DR“