Dänemark kompakt

Der Nachrichtenüberblick am Dienstag

DN
Apenrade/Aabenraa
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Sydbank
Foto: Cornelius von Tiedemann

Höchstgericht weist Klage einer Krebspatientin ab, Studierende mit schlechten Rechtschreibkenntnissen, Sydbank legt Rechenschaftsbericht vor und Macron besucht das Königreich: Wissen was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten im Überblick

Løkke will Verteidigungs-Vorbehalt loswerden

Beim Treffen von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron mit Dänemarks Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) in Kopenhagen am Dienstag ging es auch um das Thema Verteidigungspolitik. Wie Løkke auf einer Pressekonferenz nach dem Treffen erläuterte, sei er dazu bereit, die militärischen Beziehungen zu Frankreich und dem übrigen Europa zu stärken – und dies trotz des im Verträgen von Maastricht und Lissabon festgehaltenen EU-Vorbehaltes Dänemarks auf dem Gebiet der Verteidigung. Dieser Vorbehalte wegen hatte sich Dänemark, neben Großbritannien und Malta, Ende 2017 nicht der ständigen strukturierten EU-Zusammenarbeit in der Verteidigungs- und Sicherheitspolitik angeschlossen. Løkke sieht das als Nachteil. „Ich würde den Verteidigungsvorbehalt gerne loswerden“, so Løkke.

Regierung ehrt Kriegshelden

Ehemalige Widerstandskämpfer, KZ-Insassen und deren Hinterbliebene bekommen anlässlich des 75. Jahrestages der Beendigung der Zusammenarbeit zwischen der dänischen Regierung und der deutschen Besatzungsmacht im Zweiten Weltkrieg ein Geldgeschenk von je 10.000 Kronen. Insgesamt hat die Regierung 10,8 Millionen Kronen abgesetzt. Bereits 2015 hatte die damalige sozialdemokratische Regierung anlässlich des 70. Jahrestages der Befreiung Dänemarks, Geldgeschenke an frühere Freiheitskämpfer verteilt.

Verspätete Mammographie: Höchstgericht lehnt Forderung ab

Eine Frau aus der Hauptstadt-Region, die an Brustkrebs erkrankte und zu spät einen Mammographie-Termin bekam, hat kein Anrecht auf Schmerzensgeld (erstatning). Zu dieser Überzeugung gelangte das Höchstgericht am Dienstag. Es gibt in Dänemark eine gesetzlich festgelegte Frist, innerhalb der eine solche Untersuchung durchgeführt werden muss. Die Hauptstadtregion lag 38 Tage darüber und entschuldigte dies mit fehlenden Ressourcen. Die Frau scheiterte in mehreren Instanzen. Ihr Rechtsanwalt sieht weitreichende Konsequenzen, wenn die seiner Meinung nach ungenaue Entschuldigung „fehlende Ressourcen“ ausreiche, um von einer Gesetzespflicht zu entbinden.

Kein guter Uni-Start

Zu einem für Studierende wenig ruhmreichen Ergebnis sind Wissenschaftler der Syddansk Universitet gekommen, berichtet die Zeitung Politiken. Die Forschergruppe SpUni, zu Deutsch Schriftsprache an der Universität, hat untersucht, in welchem Umfang Studierende, die eine Universität besuchen, von der Norm abweichen, wenn es beispielsweise um Rechtschreib- und Kommafehler geht. 100 schriftliche Aufgaben wurden Erstsemestern gestellt, die Dänisch und Journalistik studieren. Im Durchschnitt machten sie 55 Fehler auf 1.000 Wörtern. Nicht wenig Fehler, lautet das Fazit einer Forscherin, die daran erinnert, dass es eine Zeit gab, in der Schulen weniger Wert auf Rechtschreibung legten.

Sydbank legt Rechenschaftsbericht vor

Die Sydbank hat im ersten Halbjahr des Jahres alles in allem gut verdient – 668 Millionen Kronen. Dies ist aber weniger als im vergleichbaren Zeitraum des vergangenen Jahres, da waren es 816 Killionen Kronen. Die Bank profitierte von der guten wirtschaftlichen Lage der Kunde; die Dürre dieses Jahres hat aber nach Aussage der Bank Auswirkungen auf die finanzielle Lage der Bauern, höhere Abschreibungen sind die Folge, was den Gewinn der Bank schmälert.

WWF will Wildschweinzaun verhindern

Die Welttierschutzorganisation WWF will über die EU-Kommission den geplanten WIldschweinzaun an der deutsch-dänischen Grenze verhindern, berichtet Jyllands-Posten. WWF kritisiert eine so wörtlich „unseriöse Arbeit" der dänischen Naturbehörde, dies weist die Umweltbehörde von sich. Der Zaun soll die dänische Schweinezucht vor der afrikanischen Schweinepest schützen, die Wildschweine übertragen können.

Macron besucht Dänemark

Der französische Staatspräsident Emmanuell Macron besucht mit seiner Frau Brigitte am heutigen Dienstag Dänemark. Auf Einladung von Königin Margrethe wird er am Vormittag von Kronprinz Frederik und Kronprinzessin Mary empfangen. Vorgesehen ist unter anderem auch ein Treffen mit Staatsminister Lars Løkke Rasmussen. Es wird erwartet, dass der französische Präsident sich über die Themen Ausbildung, Klima, Kunst und Energie austauschen möchte.

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