Kompakt am Donnerstag

Der Nachrichtenüberblick aus Dänemark

DN
Kopenhagen
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Danske Bank Foto: Scanpix

Strafe für Kreditanbieter, schlechter Tag für die Danske Bank und Stillstand bei den Tarifverhandlungen: Wissen, was in Dänemark läuft – die wichtigsten Nachrichten des Tages im Überblick.

Wegen Grenzkontrollen: Weniger Gewalttaten aufgeklärt

Sicherheit durch Grenzkontrollen – glaubt man dem dänischen Rechnungshof, dann ist das ein gewaltiger Trugschluss. Für die Sicherheit der Bürger in Dänemark hat es nämlich deutlich negative Folgen gehabt, dass die Grenzkontrollen intensiviert wurden. Zu diesem Schluss kommt der Rechnungsprüfungsausschuss im dänischen Folketing (Staatsrevisoren), nachdem der dänische Rechnungshof (Reichsrevisoren) die Arbeit der Polizei überprüft und in einem Bericht dargelegt hat.

Bei groben Straftaten, die sich gegen dänische Bürger richteten, ist die Aufklärungsrate demnach von 2014 bis 2017 um 21 Prozent gefallen. Darunter fallen Straftaten wie Gewaltdelikte, Raub und Vergewaltigung. Zudem ist die Bearbeitungszeit pro Fall deutlich angestiegen.

Feuerwehrmann muss sieben Jahre hinter Gitter

Ein ehemaliger Feuerwehrmann ist am Donnerstag zu sieben Jahren Haft verurteilt worden, weil er im nordjütischen Fjerritslev und Umgebung mehrere Brände gelegt hat. Damit hat das Westliche Landgericht das Urteil aus erster Instanz verschärft. Das hatte auf fünf Jahre Haft entschieden. Der Verurteilte selbst hatte Berufung eingelegt und forderte seinen Freispruch.

Keine Anklage gegen Nordschleswigs Fußball-Erstligist SønderjyskE

39 Tage nach den viel diskutierten Schlussminuten zwischen dem FC Midtjylland und SønderjyskE ist nach eingehenden Ermittlungen endlich eine Entscheidung gefallen. Das Matchfixingsekretariat von Danmarks Idræts-Forbund (DIF) wird gegen Fußball-Superligist SønderjyskE keine Anklage erheben. Das Sekretariat ist zu dem Schluss gekommen, dass es nicht ausreichend Beweise dafür gibt, dass SønderjyskE voller Absicht das Spiel verschoben hat. In einer Pressemitteilung unterstreicht DIF, dass „die Indizien nicht stark genug sind, um Anklage zu erheben.“

Regierung will Strom günstiger machen

Die dänische Regierung will den Strom für die Verbraucher günstiger machen. Das geht aus dem neuen Energieentwurf hervor, der am Donnerstag im Staatsministerium präsentiert wird. „An guten Tagen wird unser gesamter Stromverbrauch durch Windkraft gedeckt. Es muss günstigere Energie für den Einzelnen und die Gesellschaft geben. Wir haben nur einen Planeten zum Leben – und der ist nur geliehen“, so Regierungschef Lars Løkke Rasmussen (Venstre) zur Nachrichtenagentur Ritzau.

Windkraftanlagen
Mit nachhaltiger Energie soll es in die Zukunft gehen. Foto: Vattenfall

Gericht verdreifacht Strafe für Totalkredit

Das Östliche Landgericht hat die Strafe für das auf Immobilienkredite spezialisierte Unternehmen Totalkredit wegen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht verdreifacht. Drei Millionen Kronen muss Totalkredit laut Verbraucherombudsmann nun zahlen. Auf der Internetseite machte das Unternehmen zwischen 2012 und 2016 mit dem Satz Werbung: „Mit festem Zins weißt Du, wie hoch die Zahlungen für Deinen Kredit während der gesamten Laufzeit des Kredits sind.“ Doch dies stimmte nicht – denn Totalkredit hob die Beitragssätze von 2012 bis 2016 dreimal an, wodurch die Zahlungen für die Kunden unvorhergesehen stiegen. In erster Instanz wurde Totalkredit zur Zahlung von einer Million Kronen verurteilt. Der Verbraucherombudsmann ging in Berufung – wollte eine höhere Strafe. Die bekam er – und Totalkredit teilt mit, den Fehler zu bedauern und das Urteil akzeptieren zu wollen.

Tarifverhandlungen weiter ohne Durchbruch

Weiterhin kein Durchbruch bei den Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst. Die Verhandlungsparteien der Kommunen, Regionen und von staatlicher Seite verließen den Verhandlungssaal Mittwoch gegen Mitternacht, ohne zu einem Ergebnis gekommen zu sein. Die Verhandlungsführerin der staatlichen Seite, Innovationsministerin Sophie Løhde (Venstre), sagte gegenüber der wartenden Presse, dass vor allem die kommunalen Angelegenheiten im Fokus standen. Flemming Vinther, Verhandlungsleiter der Arbeitnehmerseite im staatlichen Bereich, nannte die Verhandlungen „undramatisch“. Am Donnerstag um 15 Uhr setzen sich kommunale und staatliche Vertreter wieder an den Verhandlungstisch.

Danske Bank mit schlechtem Start

Der Start ins Jahr 2018 ist für die größte Bank Dänemarks, Danske Bank, alles andere als gut verlaufen. Das Gesamtergebnis fiel auf 4,9 Milliarden Kronen im ersten Quartal. Das sind zwölf Prozent weniger als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Nach Angaben der Bank ist dies vor allem den schlechten Bedingungen auf den globalen Finanzmärkten geschuldet. Die gesamten Einnahmen gingen im Vergleich zum Vorjahr um elf Prozent auf 11,5 Milliarden Kronen zurück. Den größten Rückgang verzeichneten die Wertpapier-Einnahmen. Sie fielen um 43 Prozent von 2,5 Milliarden auf 1,4 Milliarden Kronen. Ihre Erwartungen für 2018 will die Bank aber nicht ändern. Sie rechnet weiterhin mit einem Gewinn von 18 bis 20 Milliarden Kronen.

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