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Kriegs- und Krisenratgeber für die Schweden

Kriegs- und Krisenratgeber für die Schweden

Kriegs- und Krisenratgeber für die Schweden

Stockholm
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Foto: Pontus Lundahl/Scanpix

4,8 Millionen schwedische Haushalte erhalten kommende Woche einen Ratgeber, der bei Klimakatastrophen und Kriegen helfen soll. Nach Vorgängerbroschüren aus dem Zweiten Weltkrieg und später aus dem kalten Krieg scheint die Zeit reif für eine Neuauflage. Pläne für einen dänischen Ratgeber gibt es nicht.

Alle 4,8 Millionen Haushalte in Schweden erhalten in der kommenden Woche eine Broschüre mit Tipps, wie sich der einzelne Bürger im Falle eines Krieges verhalten sollte. Urheber des Ratgebers „Wenn die Krise oder der Krieg kommt“ ist die schwedische Bereitschaftsbehörde, Auftraggeber ist die Regierung in Stockholm. Schweden sei sicherer als viele andere Länder, doch sei das Land stetig in Gefahr, so der Bereitschaftsdirektor Dan Elliasson im Rahmen einer Präsentation am Montag. Im Ernstfall müssten die Schweden einige Tage ohne Hilfe von außen meistern, bis die Systeme wieder funktionieren.

Mit Checklisten durch die Krise

Nach Ansicht Elliassons erwachsen Risiken beispielsweise durch Klimaveränderungen, aus einer instabilen sicherheitspolitischen Situation und aus Schwedens Abhängigkeit vom Internet. In der Broschüre wird die Bevölkerung aufgerufen, sich mit Checklisten für Nahrung, Wasser, Wärmequellen und Kommunikationsgeräten auf Notfälle vorzubereiten. Darüber hinaus enthält der Ratgeber Erläuterungen zu Notsignalen, Alarmen und weist auf Schutzräume in der Nähe hin. Auch Hinweise, wie falsche Nachrichten entlarvt werden können, sind enthalten. Eine ähnliche Broschüre wurde 1943 während des Zweiten Weltkrieges herausgegeben und 1961 in einer neuen Fassung noch einmal verschickt.

Die Neuauflage des Krisenratgebers steht laut Nachrichtenagentur dpa in Zusammenhang mit der Erwägung Schwedens, in die Nato einzutreten, als Reaktion auf militärische Provokationen, die es in den vergangenen Jahren von russischer Seite aus gab.

Pläne einen solchen heimischen Krisen- und Kriegsratgeber zu entwickeln, gibt es dem dänischen Verteidigungsministerium zufolge nicht. Das Ministerium verweist auch auf die andere, eventuell stärkere Bedrohungslage Schwedens als Nicht-Nato-Mitglied. Die Kriseninformationen standen laut Ministerium in Schweden auch in den Telefonbüchern, die in Zeiten des Internets aber keine Verwendung mehr finden.

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