Dritter Vorfall bei Politiker-Empfang

Merkel zu erneutem Zitteranfall: „Mir geht es gut“

Merkel zu erneutem Zitteranfall: „Mir geht es gut“

Merkel zu erneutem Zitteranfall: „Mir geht es gut“

Berlin
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Angela Merkel (r.) und Andrea Nahles wollen am Montag die Ergebnisse der Klausurtagung von CDU und SPD vorstellen. Foto: Kay Nietfeld/dpa

Die Bundeskanzlerin hat zum dritten Mal in jüngerer Zeit bei einem öffentlichen Auftritt einen Zitteranfall bekommen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat beim Empfang des finnischen Ministerpräsidenten Antti Rinne mit militärischen Ehren erneut einen Zitteranfall erlitten. Augenzeugen berichteten am Mittwoch, dass sie wieder beim Abspielen der Nationalhymnen auf dem Podium längere Zeit gezittert habe – diesmal aber nicht ganz so stark wie in vorangegangen Fällen. Es ist bereits der dritte solche Anfall innerhalb von gut drei Wochen.

Merkel betonte, dass es ihr gut gehe. "Man muss sich keine Sorgen machen", sagte sie am Mittwoch auf einer Pressekonferenz mit ihrem finnischen Amtskollegen. Auf Nachfrage betonte Merkel, sie sei "ganz fest davon überzeugt, dass ich gut leistungsfähig bin". Merkel begründete den Anfall damit, dass sie immer noch in der "Verarbeitungsphase" des Anfalls Mitte Juni beim Empfang des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sei. "Die ist offensichtlich noch nicht ganz abgeschlossen, aber es gibt Fortschritte", sagte Merkel.

Auf die Nachfrage, ob die Öffentlichkeit nach dem dritten Vorfall innerhalb weniger Wochen Anspruch habe zu erfahren, wie es ihr gehe, antwortete Merkel zurückhaltend. "Ich glaube, dass meine Äußerungen dazu getan wurden heute. Und ich denke, dass meine Aussage, dass es mir gut geht, Akzeptanz finden kann." Sie sei im Prozess, das damalige Ereignis zu verarbeiten. "Und ich glaube, dass es so, wie es gekommen ist, eines Tages auch vergehen wird. Aber es ist noch nicht so weit", sagte die Kanzlerin.

Beim Empfang von Selenskyj zitterte Merkel zum ersten Mal sichtbar heftig. Nur neun Tage später erlitt sie bei der Ernennung der neuen Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) durch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Schloss Bellevue erneut einen solchen Anfall.

Spekulationen um Merkels Gesundheitszustand

Der Vorfall beim Empfang Selenskyjs wurde von Merkel mit der großen Hitze und Wassermangel erklärt. Nach der Wiederholung wenige Tage später hatte Merkel lediglich gesagt: "Ich bin überzeugt, so wie diese Reaktion aufgetreten ist, so wird sie auch wieder vergehen." Die Frage, was hinter den Zittervorfällen stecke und ob sie deswegen einen Arzt konsultiert habe, beantwortete die Kanzlerin nicht. Sie könne die Frage verstehen, sagte sie vor Journalisten am Rande des G20-Gipfels im japanischen Osaka. "Ich habe aber nichts Besonderes zu berichten. Sondern mir geht es gut."

Die "Stuttgarter Zeitung" und die "Stuttgarter Nachrichten" hatten aus Regierungskreisen berichtet, Merkels Zitteranfall bei der Ernennung Lambrechts sei psychologisch bedingt gewesen. Es sei kein gesundheitliches Problem, sondern Kopfsache. "Die Erinnerung an den Vorfall in der letzten Woche führte zu der Situation heute, also ein psychologisch-verarbeitender Prozess."

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