100 Jahre nach dem Waffenstillstand

Kirchen im Grenzland bestreiten Friedensweg in Flensburg

Paul Sehstedt
Flensburg
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Flötenspielerin Silke Schultz begleitete den Flensburger Friedensweg neben Pröpstin Carmen Rahlf, Bischof Gothart Magaard und Bischöfin Marianne Christiansen. Hinter ihnen Propst Viggo Jacobsen (l.) und Bischof Elof Westergaard. Foto: Paul Sehstedt

Mit einem Friedensweg in Flensburg setzten die Kirchen im Grenzland 100 Jahre nach dem Waffenstillstand des Ersten Weltkrieges am Sonnabend ein Zeichen für Versöhnung und Frieden.

St. Marien. Glockengeläut. Rued Langgaards Requiem „I mindet om de faldne i Region III“ erklingt . Der Flensburger Friedensweg zum Gedenken an den Waffenstillstand nach dem Ersten Weltkrieg vor 100 Jahren hat begonnen und entlang des Weges werden historische Orte besucht, die zum Frieden im Grenzland beitragen. „Frieden nährt. Unfriede verzehrt“ lautet das Motto in Anlehnung einer Inschrift am Nordertor in Flensburg.

Die Kirchen im Grenzland wollten mit dem eigens für den Anlass erdachten Friedensweg ein Zeichen der Versöhnung und des Friedens setzen und führten die etwa 80 Teilnehmer von St. Marien zur Heiliggeistkirche und zum Museumsberg. Bischöfe, Pröpste, Pastoren sowie weltliche Vertreter sprachen, hielten Lesungen und erinnerten an die Grausamkeit des Krieges, an die Opfer auf den Schlachfeldern und in der Heimat. Der Mahngang wurde von der Musikerin Silke Schulz auf der Flöte begleitet, Fußgänger hielten inne und schauten zu.

Auf dem Museumsberg Flensburg fand der Friedensweg seinen Abschluss. Foto: Paul Sehstedt

Das friedliche Beisammensein, das sich seit fast hundert Jahren im Grenzland entwickelt hat, wurde mit dem wechselnden Einsatz von Deutsch und Dänisch unterstrichen. Ein würdiges Detail im respektvollem Umgang miteinander, ob deutsche oder dänische Volksgruppe oder Mehrheitsbevölkerung.

Den Friedensweg fasste Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange so zusammen: „Einen gemeinsamen Weg zu gehen, bedeutet eine gemeinsame Richtung einzuschlagen. Es bedeutet einander zu helfen, wenn es uneben werden sollte, sich an die Hand zu nehmen und über Hindernisse hinwegzuhelfen.“

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