Südschleswig

Sinnerup an der Angelburgerstraße: Flensburgs ewige Baustelle

Sinnerup an der Angelburgerstraße: Flensburgs ewige Baustelle

Sinnerup an der Angelburgerstraße: Eine ewige Baustelle

Gunnar Dommasch/shz.de
Flensburg/Flensborg
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Seit Jahren ein gewohntes Bild: die Sinnerup-Baustelle in Flensburg. Foto: Ove Jensen/shz.de

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Jahr für Jahr vergeht, ohne, dass sich auf dem brachliegenden Gelände in der Angelburgerstraße etwas tut. Der Investor rührt sich nicht, die Verwaltung ist ratlos.

Zähe Verhandlungen, Abwägungen, Kompromisse – und vor allem: Warten! Langsam hat man aufgehört, die Jahre zu zählen. Und muss befürchten, die hässliche Sinnerup-Baustelle mitten in der Stadt werde dem ewigen Dornröschenschlaf anheimfallen. Der deprimierende Anblick der umzäunten Fragmente an der Angelburgerstraße wird Flensburgerinnen und Flensburgern sowie Touristinnen und Touristen auch zum Osterfest 2024 nicht erspart bleiben. Muss man sich daran gewöhnen?

Aus dem Rathaus verlautet: Nix Neues in Sachen Sinnerup. „Wir wissen nicht konkret, was er vorhat“, sagt Verwaltungssprecher Clemens Teschendorf. Gemeint ist Lars Sinnerup, seit rund zehn Jahren Geschäftsführer des Unternehmens. Offenbar ist die Kommunikation wieder einmal ins Stocken geraten. „Wir haben länger nichts von ihm gehört.“

Schlechte Voraussetzungen für die Erteilung einer Baugenehmigung, die bis zum heutigen Tag immer noch nicht vorliegt. Sinnerup unterhält zwölf Filialen in Deutschland und Dänemark. Die aktuell angemieteten Flächen in der Flensburg-Galerie waren ursprünglich nur als Übergangslösung angedacht.

Stadt muss die Nr. 15 sanieren

Die Stadt hat nach eigenem Bekunden keine Möglichkeiten, dem Bauherrn die Daumenschrauben anzulegen. Will sie unter Umständen auch nicht. Denn sie ist in den Prozess der Restaurierung eng eingebunden, will den denkmalgeschützten Fachwerkbau Nr. 15, den sie von dem Eigentümer mit Mitteln der Städtebauförderung zurückgekauft hat, zeitnah sanieren. Während der Bauphase ist sie auf einen Zugang vom Nachbargrundstück angewiesen. Eine vertrackte Gemengelage also.

Mit dem kostspieligen Erwerb wollte die Stadt Sinnerup ein elementares Hindernis aus dem Weg räumen, die Überplanung erleichtern und so schneller zum so lang ersehnten Ziel gelangen: nämlich einen Schandfleck zu einem Schmuckstück zu verwandeln.

Behörden sind Investor entgegengekommen

Betroffen sind neben dem genannten Grundstück die Nummern 9, 11 und 13. Letzteres besteht nur noch aus einem halben Querspeicher und dem historischen Giebel an der Fassade des Vorderhauses, der erhalten werden muss. „Ansonsten hat der Investor jetzt eine freie Baufläche“, sagt Clemens Teschendorf fast schon ratlos. Er hat stets auf die Kooperationsbereitschaft und das geduldige Entgegenkommen der städtischen Behörden verwiesen. „Wir haben ihm aufgezeigt, was möglich ist.“ Und was nicht, müsste man ergänzen.

So bleibt also alles, wie es ist. Unternehmenschef Lars Sinnerup hat gegenüber dem Nachrichtenportal shz.de nicht Stellung genommen. Muss er auch nicht. Er muss allerdings weiterhin die Sicherungspflicht der betroffenen Flächen an der Angelburgerstraße übernehmen. Das macht er – der Zaun steht!

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