Klimawandel

Fische in Not – Flüsse trocknen aus

Veröffentlicht Geändert
Tote Fische – eine Folge von Dürre, Sauerstoffmangel und fehlenden Rückzugsorten in den ausgetrockneten Gewässern (Archivbild).

Nach einem der trockensten Frühjahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen droht vielen Flussfischen der Tod – besonders den Jungtieren. Ganze Gewässer trocknen aus, und das ökologische Gleichgewicht gerät zunehmend aus dem Lot. Doch es gibt Hoffnung: Mit gezielten Maßnahmen werden bedrohte Lebensräume bereits erfolgreich geschützt.

Fischbestände in Dänemarks Wasserläufen stehen unter massivem Druck. Mehrere aufeinanderfolgende Dürrejahre haben die Pegel in Flüssen und Bächen drastisch sinken lassen – in vielen Fällen bis zur vollständigen Austrocknung. Das hat dramatische Folgen für das gesamte aquatische Ökosystem.

„Wenn ein Wasserlauf austrocknet, sterben Fische, Kleintiere, Wasserpflanzen und andere Wasserlebewesen. Das ist eine völlige Nulllinie für das ökologische Leben“, sagt Finn Sivebæk, Fischereibiologe und Berater bei DTU Aqua, im Gespräch mit „DR“.

Jungfische sterben früh

Besonders fatal wirkt sich die Trockenheit auf junge Fische aus. Viele Arten laichen im frühen Frühjahr – doch wenn dann das Wasser fehlt, stirbt die Brut. Damit fehlt auch langfristig die Grundlage für stabile Fischbestände.

„Die Jungfische können unter solchen Bedingungen nicht überleben und damit auch nicht zur Erholung der Bestände beitragen“, so Sivebæk.

Leichte Beute für Räuber

Die wenigen Fische, die das fehlende Wasser und den Sauerstoffmangel überstehen, haben ein anderes Problem: Ohne Rückzugsmöglichkeiten im schwindenden Wasser werden sie leichte Beute für Fischotter, Kormorane oder Graureiher.

Fische sind auf sauerstoffreiches Wasser angewiesen. Sie atmen durch ihre Kiemen und ziehen dabei Sauerstoff aus dem Wasser. Sinkt der Pegel, reduziert sich auch der Sauerstoffgehalt.

Eine Flussseeschwalbe mit frisch gefangenem Fisch – für Räuber wie sie werden die geschwächten Bestände in den austrocknenden Flüssen zur leichten Beute (Archivbild).

Rekordtrockenheit und Hitzewelle

Das Frühjahr 2025 zählt laut „DR“ zu den acht trockensten Frühjahren der vergangenen 150 Jahre. In den vergangenen drei Monaten fiel nur rund ein Drittel der üblichen Niederschlagsmenge – im Schnitt lediglich 65 Millimeter landesweit.

Hinzu kamen überdurchschnittlich hohe Temperaturen: Im April lagen sie um sechs bis sieben Grad über dem normalen Durchschnittswert.

Hoffnung durch Engagement und Renaturierung

Trotz der alarmierenden Lage gibt es Wege, gegenzusteuern. Fachleute wie Finn Sivebæk fordern eine bessere Wasserrückhaltung in der Landschaft, etwa durch die Renaturierung von Flussläufen und den Schutz von Feuchtgebieten. Auch künstlich angelegte Schattenzonen und tiefere Abschnitte in Bächen könnten Rückzugsräume für Fische schaffen.

Dass solche Maßnahmen wirken, zeigen zahlreiche lokale Projekte: In ganz Dänemark setzen sich Angelvereine und Freiwillige bereits für die Wiederherstellung natürlicher Gewässer ein. Laut dem Portal „Fishing in Denmark“ investieren sie jährlich über 60.000 Stunden ehrenamtlicher Arbeit und mehr als 1,8 Millionen Kronen in die Gewässerpflege.