Schlechter Jahresstart

Dänischer Export nach Deutschland bricht ein

Peter Lassen
Peter Lassen Hauptredaktion
Kopenhagen/Apenrade
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Der Absatz auf dem größten dänischen Markt ist in drei Monaten um 5,2 Prozent gefallen. Experten sehen dafür vor allem einen Grund.

Der dänische Export enttäuscht zu Beginn des Jahres. Insbesondere der größte dänische Markt Deutschland und die Brexit-Briten haben weniger „Made in Denmark“ gekauft. Unterm Strich ging der dänische Absatz im Ausland im Januar laut Danmarks Statistik um 0,3 Prozent zurück. Damit setzt sich der Trend von Ende 2017 fort. In den Monaten November, Dezember und Januar ging der Export um 0,8 Prozent zurück – der nach Deutschland gar um 5,2 Prozent.

Das liegt laut Chefökonom Steen Bocian von der dänischen Handelskammer „Dansk Erhverv“ an der starken dänischen Krone, die dänische Produkte auf dem Exportmarkt teurer macht. „Gegenwind“ vom starken Euro habe generell den Warenexport 2017 erschwert und dazu geführt, dass die Ausfuhr Ende des Jahres geringer war als Ende 2016. Dass die Flaute nicht nur auf Währungseinflüsse zurückzuführen sei, zeige sich nämlich dadurch, dass insbesondere der Export an EU-Länder stagniere und rückläufig sei. Insbesondere der Absatz von Maschinen und Nahrungsmitteln verschlechtere die Statistik.

Bei diesen Warengruppen sind Deutschland und Großbritannien die ganz großen Kunden. Steen Bocian stellt fest, dass der Export allein nach Deutschland in den drei Monaten von November bis Ende Januar um satte 5,2 Prozent zurückgegangen ist. Der dänische Industrieverband DI denkt aber, dass der Export in den kommenden Monaten wieder boomen wird. DI-Direktor Kent Damsgard: „Es läuft wieder besser mit der Weltwirtschaft, und sowohl in Europa als auch auf den fernen Märkten deutet alles darauf hin, dass das Wachstum anhalten wird.

Obwohl die starke dänische Krone dazu führt, dass dänische Waren außerhalb Europas teurer werden, bedeutet das generelle Wachstum im Ausland, dass wir mit mehr dänischem Export im Jahr 2018 rechnen.“

Experte Tore Stramer von Nykredit bezeichnet den Export-Rückgang als eine negative Überraschung größeren Ausmaßes. Aber man dürfe auf einen Anstieg hoffen, zumal alles dafür spreche, auch wegen der starken Wettbewerbslage Dänemarks. Die starke dänische Krone könne den Einbruch der letzten Monate nicht allein erklären: „Ich wundere mich daher und denke, dass dies eine einmalige Begebenheit war. Das größte Risiko für den Aufschwung liegt aber außerhalb der Grenzen – unter anderem durch die drohenden Zollbarrieren von US-Präsident Donald Trump. Das könnte einen Handelskrieg starten – und das wäre ein harter Schlag für eine kleine und offene Wirtschaft wie die dänische.“

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