Umfrage

Jeder vierte Bürger glaubt, dass Dänemarks Reichtum künftig schwindet – Experten widersprechen

Jeder vierte Bürger glaubt, dass Dänemarks Reichtum künftig schwindet – Experten widersprechen

Jeder vierte Bürger glaubt, dass Dänemarks Reichtum künftig schwindet – Experten widersprechen

Dominik Dose
Dominik Dose Online-Redaktion
Kopenhagen
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Foto: dpa

Laut einer Epinion-Umfrage ist jeder vierte Befragte der Meinung, dass Dänemark in 10 Jahren nicht mehr zu den reichsten Ländern der Erde gehören wird. Experten glauben hingegen auch in Zukunft an ein reiches Dänemark – wenn zwei wichtige Tugenden auch weiterhin Bestand haben.

Wird Dänemark auch in 10 Jahren noch zu den reichsten Ländern der Erde gehören? Das wollte eine von Epinion für den dänischen Wirtschaftsverband durchgeführte Meinungsumfrage unter 1.019 repräsentativ ausgesuchten dänischen Bürgern über 18 Jahren wissen. Das Ergebnis: Jeder vierte Befragte glaubt nicht daran, dass Dänemark weiter unter den reichsten Ländern zu finden sein wird, während 62 Prozent der Meinung sind, dass das Königreich seine Position halten kann.

Ove Kaj Pedersen, Professor für Staatskunde an der Copenhagen Business School (CBS) schaut hingegen optimistischer in die Zukunft. Doch er ist vollkommen einig darin, dass die Position Dänemarks, als eines der reichsten Länder, nicht selbstverständlich ist.

„Müsste ich einen Punkt hervorheben, der für den Reichtum Dänemarks bisher bestimmend gewesen ist, so sind dies die politischen Beschlüsse und die Reformkraft. Deshalb bin ich auch sehr besorgt, wenn politische Parteien und öffentliche Debatten signalisieren, dass es Zeit ist, dass Reformen nun enden sollten. Der Wille und die Fähigkeit Reformen durchzuführen sind entscheidend dafür, dass Dänemark auch künftig zu den reichsten Ländern gehört“, so Pedersen zum Gewerbemedium „DI Business“.

Dänemark in den Top 10

Laut einer Untersuchung der Organisation für Wirtschaft und Zusammenarbeit (OECD) hat Dänemark das neunthöchste Einkommen mit einem Bruttonationalprodukt pro Einwohner von umgerechnet 311.000 dänischen Kronen.

Will Dänemark seinen Platz in den Top 10 halten, müsse es künftig massiv in neue Technologien investieren und an seiner Reformfreudigkeit festhalten, meint der Experte. „Wir haben in der Vergangenheit viel in Ausbildung und Gesundheit investiert, doch nun muss dies vermehrt auch in Maschinen und Technologien geschehen. Die Geschichte hat gezeigt, dass die Politiker gut darin waren, Beschlüsse zu treffen, die Dänemark für die Zukunft gewappnet haben – und dies selbst, wenn die öffentlichen Debatten in eine andere Richtung gezeigt haben“, meint Pedersen.

Diese These unterstreicht auch eine Untersuchung von DI, wonach alleine in den vergangenen 10 Jahren politische Reformen dazu geführt haben und führen werden, dass Dänemark im Jahr 2020 um 130 Milliarden Kronen reicher sein wird, sagt der Vizedirektor von DI, Kent Damsgaard.

Seiner Meinung nach seien vor allem die Reformen im Bereich des Arbeitsmarktes die entscheidenden gewesen. „Es ist markant, wie bedeutend es für Dänemark und die dänische Wirtschaft ist, wenn die Politiker Reformen durchführen, die die Beschäftigung erhöhen. Dies ist ein Potenzial, dass uns auch in den kommenden Jahren zu größeren Gewinnen verhelfen wird“, so Damsgaard.

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