SU-Darlehen

Studenten aus dem Ausland schulden über 600 Millionen Kronen

Studenten aus dem Ausland schulden über 600 Millionen Kronen

Studenten aus dem Ausland schulden über 600 Millionen

Politiken/gn
Kopenhagen/København
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Bisher waren die Landwirte das Sorgenkind der Bank. Das hat sich im Zuge der Corona-Krise jedoch geändert. Foto: Adobe Stock

Ausländische Studierende können sich während des Studiums in Dänemark Geld leihen. Sie zahlen es wegen einer Gesetzeslücke aber nicht zurück. Maßnahmen blieben bisher ohne Erfolg.

623 Millionen Kronen Schulden

Studierende aus dem Ausland schulden 623 Millionen Kronen an SU-Darlehen.

437 Deutsche schulden 35,4 Millionen Kronen

377 Isländer schulden 26,9 Millionen Kronen

173 Schweden schulden 11,8 Millionen Kronen

164 Norweger schulden 10,7 Millionen Kronen

122 Briten schulden 10 Millionen Kronen

Bürger aus der EU schulden über 200 Millionen Kronen – diese versucht Dänemark durch neue Maßnahmen einzutreiben. Bürger aus nicht EU-Staaten schulden fast 400 Millionen Kronen.

Die Zahlen vom Unterrichts- und Forschungsministerium sind vom März 2019.

Ausländische Studierende haben es seit Jahren versäumt, ihre Ausbildungsdarlehen (SU-Lån) zurück an den dänischen Staat zu zahlen. Daran hat sich auch nichts geändert, nachdem politische Maßnahmen durchgeführt worden sind. Das schreibt die Tageszeitung Politiken.

Die Studenten aus dem Ausland haben das gleiche Recht wie ihre dänischen Kollegen, wenn es darum geht, Ausbildungsdarlehen (SU-Lån) zu beantragen. Sie nutzen allerdings eine Gesetzeslücke, um das Darlehen nicht zurückzuzahlen. Wenn die Studierenden nämlich erst einmal wieder in ihrem Heimatland sind, kann sie der dänische Staat nicht belangen.

Insgesamt stehen 623 Millionen Kronen dadurch aus.

Maßnahmen ohne Erfolg

Die Maßnahmen, die vor zwei Jahren von der damaligen Regierung eingeführt wurden, haben seitdem kaum Wirkung gezeigt. Zum Beispiel mussten Schuldner sich registrieren lassen und ihre ausländische Adresse angeben. Das haben nur zwei Personen getan – und die hatten keine Schulden.

Steuerminister Morten Bødskov (Soz.) erklärt außerdem, dass Dänemark versucht habe, Abkommen mit Deutschland, Polen und Großbritannien zu treffen, damit die jeweiligen Steuerbehörden vor Ort die Schulden eintreiben. Dies ist aber nicht gelungen – das Gleiche gilt für eine Lösung im Norden.

Drei Probefälle vor Gericht

Die Behörde Gældsstyrelsen, die für die Eintreibung von Schulden zuständig ist, hat dagegen etwas mehr Erfolg, wenn es darum geht, gerichtlich gegen Schuldner vorzugehen.

Von den drei Probefällen hat sich eine Person selbst bei Gældsstyrelsen gemeldet, um eine freiwillige Rückzahlung zu tätigen. Ein weiterer Fall kommt nun vor das Gericht, und im dritten Fall versuchen die Behörden noch, den Schuldner ausfindig zu machen.

Die Regierung, so Morten Bødskov, werde untersuchen, ob weitere Maßnahmen notwendig sind, um Gældsstyrelsen bessere Möglichkeiten zu geben, die Schulden bei ausländischen Studierenden einzutreiben.

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