Liberale Allianz gibt nach

Einigung über Handwerkerfreibetrag in Sicht

Einigung über Handwerkerfreibetrag in Sicht

Einigung über Handwerkerfreibetrag in Sicht

Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Hengstream/Unsplash

Die Liberale Allianz hat ihren Widerstand aufgegeben. Es herrscht aber noch Unklarheit über die besondere Förderung von Energiesparmaßnahmen.

Die aktuelle Form des Steuerfreibetrags für Handwerkerarbeiten und häuslichen Service läuft zum Jahresende 2017 aus. Nachdem lange Zeit die Regierungspartei Liberale Allianz (LA) eine Weiterführung der erstmals 2011 von der damaligen VK-Regierung eingeführten „Boligjobordning“ zur Stärkung des Arbeitsmarktes verhindern wollte, zeichnet sich eine Weiterführung ab. Allerdings ist mit einer Neuformierung zu rechnen, denn Venstre-Steuersprecherin Louise Schack Elholm spricht sich für eine stärkere Förderung von Service wie Kinderbetreuung und Reiniungsarbeiten aus. „Wir sehen es gerne, dass Serviceleistungen höhere Priorität bekommen“, so Schack Elholm zur Nachrichtenagentur Ritzau und lässt durchblicken, dass es künftig geringere steuerliche Förderung für Handwerkerarbeiten zur Energieeinsparung geben dürfte.

Derzeit kann man jährlich bis zu 12.000 Kronen Handwerkerlohnkosten bei Energiesparmaßnahmen absetzen. Außerdem jährlich bis zu 6.000 Kronen für häusliche Arbeiten.

LA-Sprecher Joachim B. Olsen sagte zu Danmarks Radio, dass seine Partei weiterhin eine steuerliche Begünstigung der Handwerker- und Servicepersonaleinsätze ablehne. Man sollte stattdessen lieber die Besteuerung von Arbeit generell senken.

Die Dänische Volkspartei (DF) strebt eine Fortsetzung der Regelung an, möchte aber die Freibeträge bei Handwerkereinsätzen nicht mehr auf Maßnahmen zur Energieeinsparung und des Klimaschutzes beschränken. Auch DF möchte den Servicebereich stärker als bisher steuerlich begünstigen. DF-Steuersprecher René Christensen unterstrich, dass seine Partei sich vor allem auch für eine Dauerlösung einsetze. Es dürfe nicht alle paar Jahre neue Bedingungen geben.

Regelung von 2015

Die derzeitige Regelung war im Herbst 2015 von Venstre, Dänischer Volkspartei, Konservativen, Alternativen und SF vereinbart worden. SF und Alternative sind gegen eine Neuauflage der Regelung, da sich die wirtschaftliche Situation in der Baubranche inzwischen verbessert habe.

2014 ergab eine Untersuchung des Finanzministeriums, dass die ein Jahr zuvor eingeführte Regelung mit Steuerfreibeträgen 2.500 zusätzliche Jobs geschaffen hatte.
Louise Schack Elholm erklärt, dass die Neuregelung vor allem Familien mit Kindern und älteren Menschen zugutekommen sollte.

Eine Untersuchung des Finanzministeriums hatte kürzlich ergeben, dass zuletzt vor allem die Förderung von Serviceleistungen per Steuerfreibetrag neue Arbeitsplätze ergeben habe. Außerdem konnte die verbreitete Schwarzarbeit im Servicebereich zurückgedrängt werden.

Mehr lesen

Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Eine starke Botschaft“