Wirtschaft

Interessenkonflikt: Politiker lassen sich Weintreffen bezahlen

Interessenkonflikt: Politiker lassen sich Weintreffen bezahlen

Interessenkonflikt: Politiker lassen sich Weintreffen bezahl

jt
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Georges Gobet/AFP/Ritzau Scanpix

Dienst ist Dienst und Schnaps ist Schnaps – oder etwa nicht? Ein kostenloses Weintreffen mit Folketings-Politikern wird nun von einem Forscher kritisiert.

Eine Reihe dänischer Parlamentsabgeordneter trifft sich laut der Tageszeitung „Ekstra Bladet“ mehrmals im Jahr zu einer Weinprobe in den schönen Räumlichkeiten von Børsen, unweit von Christiansborg. An sich scheint dies harmlos zu sein, doch das Weintreffen wird von der Branchenorganisation für Wein und Spirituosen (VSOD) sowie einigen Alkohol-Herstellern finanziert.

Auf der VSOD-Internetseite werden die jährlichen Treffen wie folgt beschrieben: „Mit unserem Weinklub wollen wir unser Gewerbe und den Genuss von Wein den Politikern bekannter machen.“

Die kostenlosen Weintreffen zeichnen das Bild eines schlechten Wahrnehmungsvermögens unter den teilnehmenden Volksvertretern, meint der Politikwissenschaftler der Uni Kopenhagen sowie Vize-Vorsitzende der Organisation für mehr Transparenz, „Transparencey Danmark“, Jesper Olsen. Ihm zufolge sollten Politiker derartigen Treffen fernbleiben.

„Wenn ein solches Treffen nun ein einmaliges Vergnügen gewesen wäre, dann sähe ich das nicht als Problem. Doch in diesem Fall ist es eine wiederkehrende Veranstaltung, die zudem von einer Branchenorganisation bezahlt wird. Meiner Meinung nach müssten in dem Fall alle Warnleuchten der Politiker an sein“, so Olsen zu „Ekstra Bladet“.

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