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Dänische Energiebehörde gibt grünes Licht für Nord Stream 2

Dänische Energiebehörde gibt grünes Licht für Nord Stream 2

Dänische Energiebehörde gibt grünes Licht für Nord Stream 2

Ritzau/hm
Kopenhagen
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Die Pipeline Nord Stream 2 darf nun in der dänischen 200-Meilen-Zone verlegt werden. Foto: Stine Jacobsen/Reuters/Ritzau Scanpix

Nach drei Anträgen und vielen Monaten hat die Energiebehörde nun dem Bau der Pipeline zugestimmt. Sie wird südöstlich von Bornholm verlegt.

Die dänische Energiebehörde hat am Mittwoch die Erlaubnis für den Bau der Gasleitung Nord Stream 2 südlich von Bornholm gegeben. Die Gasleitung soll Deutschland und andere europäische Staaten mit Gas aus Russland versorgen. Dem NDR zufolge fehlte nur noch die Zustimmung aus Kopenhagen für den Bau der insgesamt 1.200 Kilometer langen Pipeline.

Die Pipeline kann nun in der 200 Seemeilen-Zone Dänemarks, in der sogenannten „Ausschließlichen Wirtschaftszone“, gebaut werden. Somit führt sie nicht durch dänisches Hoheitsgewässer; Dänemark kann daher den Bau nicht aus sicherheitspolitischen Gründen verwehren. Vorangegangen war eine jahrelange Diskussion um die Linienführung der Leitung. Das Konsortium hinter dem Pipeline-Projekt hatte bei der Energiebehörde drei Anträge gestellt, zog aber einen im Juni zurück. Es blieben Anträge für einen Bau der Pipeline nordwestlich um Bornholm herum oder südöstlich; letzterem Antrag wurde nun stattgegeben.

Vor dem Energieberufungsausschuss kann binnen vier Wochen die Entscheidung der Behörde angefochten werden. Nord Stream 2 kann vor Ende der Frist nicht mit dem Bau des „dänischen Stückes“ beginnen. Ein Unternehmenssprecher sagte aber dem NDR, Nord Stream 2 hoffe, dass das erste Gas zum Jahresende durch die neue Pipeline strömt.

Nord Stream 2 ist in der EU stark umstritten. Kritiker befürchten eine Abhängigkeit Deutschlands und Europas von russischem Gas und eine Schwächung üblicher Transitländer wie beispielsweise der Ukraine.

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Leitartikel

Gwyn Nissen
Gwyn Nissen Chefredakteur
„Mutiges Museum“