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Regierung offen für juristischen Geschlechterwechsel für unter 18-Jährige

Regierung offen für juristischen Geschlechterwechsel für unter 18-Jährige

Regierung offen für juristischen Geschlechterwechsel für unter 18-Jährige

jt
Kopenhagen
Zuletzt aktualisiert um:
Foto: Klaus Dreyer/Ritzau Scanpix

Die derzeitige dänische Regierung ist die erste, die einen Handlungsplan im Bereich der Homo-, Bi- und Transsexuellen erstellt. Unter anderem sollen juristische Geschlechtsumwandlungen auch für unter 18-Jährige erlaubt sein.

Die dänische Regierung will den Einsatz gegen Diskriminierung von LGBT-Personen verstärken. Deshalb hat die Regierung einen LGBT- Handlungsplan erstellt. Darin soll unter anderem untersucht werden, ob es juristisch möglich ist, dass transsexuelle Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren eine Geschlechtsumwandlung machen dürfen, berichtet die Nachrichtenagentur Ritzau.

„Von den Vereinen im LGBT-Bereich wird der Wunsch eines erlaubten Geschlechtswechsels für unter 18-Jährige immer größer. Vor einigen Jahren haben wir es den über 18-Jährigen ermöglicht, und das hat sich als unkompliziert erwiesen“, erklärt die Gleichstellungsministerin Eva Kjer Hansen (Venstre) aus Apenrade. Ihr zufolge sei deshalb auch die Zeit gekommen, dass man sich die gleichen Möglichkeiten für Kinder und Jugendliche überlegen sollte.

Bei einer juristischen Geschlechtsumwandlung sollen die letzten vier Ziffern in der persönlichen CPR-Nummer (dänische Personennummer), die Männer und Frauen unterscheiden, geändert werden können. Laut dem Verein der transsexuellen Kinder (FSTB) erleben Kinder beim Arzt oder Zahnarztbesuch oft peinliche und erniedrige Situationen, weil ihre CPR-Nummer nicht ihrem Aussehen entspricht.

„Vielleicht können wir durch eine gewisse Flexibilität dazu beitragen, dass man diese Situationen umgehen kann“, so die Ministerin. Sie unterstreicht jedoch, dass eine Änderung der CPR-Nummer nur mit Einverständnis der Eltern vorgenommen werden darf.

Der Handlungsplan ist der erste seiner Art und beinhaltet insgesamt 42 initiativen.

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Cornelius von Tiedemann
Cornelius von Tiedemann Stellv. Chefredakteur
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